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Im Büro kurz innehalten und den Körper spüren: Das hilft gegen Dauerstress im Job. 

Hektik und Ärger im Job

Achtsamkeit im Büro: Mit einfachen Übungen Stress abbauen

Im Job sind viele Menschen ständig unter Strom. Ihrer Gesundheit leisten sie damit keinen Gefallen. Denn jeder braucht auch mal Ruhe. Die gute Nachricht: Das kann schon mit einfachen Übungen gelingen.

Berlin - Die Aufgaben stapeln sich, eine E-Mail-Nachricht jagt die nächste, und während man eine Sache erledigt, ist man geistig schon bei der nächsten: Viele sind im Job permanent im Stress. Das kann zu Überforderung führen und im schlimmsten Fall irgendwann zum Burnout, warnt Achtsamkeitstrainer Günter Hudasch aus Berlin. "Denn das Angebot an Anregungen war noch nie so überwältigend und unbegrenzt wie heute."

Ein Teil vom Stress ist hausgemacht, weil das Gehirn wie auf Autopilot läuft. "Man kann lernen, seine Aufmerksamkeit bewusst ganz bestimmten Dingen zuzuwenden", sagt Hudasch. Das klärt den Blick und hilft einem, Probleme differenzierter zu betrachten. Das Abschalten nach der Arbeit kann so ebenfalls leichterfallen, denn es beruhigt und lässt einen klar seine momentane körperliche Belastung erkennen, schildert der Vorsitzende des Verbandes der MBSR- und MBCT-Lehrer.

Wer sich regelmäßig einige Minuten Zeit für sich nimmt, kann schon viel erreichen. Hudasch erklärt dafür drei Übungen, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen:

Bewusst essen

Wie schmeckt, riecht und sieht eigentlich das Mittagessen aus? Viele Berufstätige wissen es nicht genau, weil sie ihr Mobilgerät neben den Teller liegen haben und dort hineinschauen oder mit Kollegen über den Job sprechen. Das ist ganz natürlich, wie Hudasch erklärt: "Der Geist sucht ständig Anregungen. Man muss üben, ihn bewusst zu lenken." Das gelingt, in dem man sich völlig auf sein Essen konzentriert, dessen Wärme, Konsistenz, Geschmack wahrnimmt und sich dabei entspannt. "Damit kehrt man in seinen Körper zurück - und macht wirklich Pause."

Körperscan machen

Körperscan, das klingt nach Hightech-Medizin. Dabei meint es nichts anderes, als bewusst seinen eigenen Körper zu spüren. Man kann zum Beispiel die Augen schließen und zehnmal bewusst ein- und ausatmen. Durch diese Übung wird die Umgebung ausgeblendet. "Man merkt dann, wie man sich gerade fühlt - ob man müde ist, ob man Kopfschmerzen hat", erläutert Hudasch. Aus dieser Wahrnehmung heraus lässt sich passend handeln: Reicht die Kraft noch aus für etwas mehr Arbeit, oder ist es Zeit für eine Pause?

Konzentriert heimgehen

Auf dem Nachhauseweg konzentrieren, nach vielen Stunden harter Arbeit? Das klingt abwegig, ist aber effektiv. Der Trick ist, jeden Schritt bewusst wahrzunehmen - der Druck auf den Fußsohlen, das Abrollen, das Heben des Fußes. "Es geht darum, bewusst von der Arbeit wegzugehen", sagt Hudach. "Dadurch kann man Gedanken an den Job freundlich zur Seite schieben." Man kehrt zu sich und in den gegenwärtigen Moment zurück, ergänzt er. Dies ist als bewusster Start in den Feierabend zu verstehen.

dpa/tmn

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