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Mit dem Rad zur Arbeit – der ADFC will intensiv dafür werben.

Landesversammlung des ADFC 

Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Chef, i bin mim Radl do

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München - Viele Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit, aber offenbar nicht genug. Der ADFC will noch mehr Erwerbstätige zum Strampeln bringen – und nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht.

Armin Falkenhein radelt zur Arbeit, von Bobingen nach Augsburg, herrliche Strecke. 26 Kilometer am Tag zu strampeln, das kann man vom Ober-Radler im Freistaat schon erwarten. Außerdem will Falkenhein, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bayern, mit gutem Beispiel voran gehen.

An diesem Samstag treffen sich Bayerns Radler zur Landesversammlung. Dabei wird ein Schwerpunktthema für dieses Jahr diskutiert: Der Club will Arbeitgeber dazu bewegen, ihre Mitarbeiter aufs Rad zu bekommen. „Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Arbeitgeber etwas für den Radverkehr tun können“, sagt Falkenhein. Immerhin profitierten beide Seiten davon.

Deutsche Arbeitnehmer sind radelskeptisch

Derzeit sind deutsche Arbeitnehmer eher radelskeptisch. Zwei Drittel aller Pendler fahren mit dem Auto zur Arbeit, nur jeder zehnte nimmt das Rad. Dabei hat es nach Zahlen des Statistischen Bundesamts etwa die Hälfte der Erwerbstätigen nicht weiter als zehn Kilometer. Genau hier sieht Falkenhein Potenzial: „So eine Strecke schafft man in 25 Minuten mit dem Rad.“ Mit dem Auto kann das im Berufsverkehr schon mal länger dauern.

Die Zeitersparnis ist für Falkenhein aber nur einer von vielen Vorteilen. Wer sich täglich bewege, bleibe gesünder. Davon profitiere am Ende auch der Arbeitgeber. Einer Studie zufolge seien radelnde Arbeitnehmer im Schnitt einen Tag im Jahr weniger krank. Falkenhein sagt: „Das ist bares Geld für die Unternehmen.“

Manche bieten Fahrradkeller und Duschen

Manche Firmen haben die Vorzüge radelnder Mitarbeiter erkannt, etwa der Versicherer Allianz in Unterföhring (Kreis München). Für die 7000 Mitarbeiter gibt es 670 Fahrradstellplätze, außerdem einen Fahrradkeller und Duschen. Die Leute nehmen das gerne an, die Plätze, sagte eine Unternehmens-Sprecherin, seien bei gutem Wetter voll belegt. „Wir könnten eher noch mehr gebrauchen.“

Auch „Roche“ in Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau) will seine Leute aufs Rad bringen, man ist sogar ADFC-zertifiziert, als „fahrradfreundlich“. 15 Prozent der 5560 Mitarbeiter radeln schon jetzt, es gibt 2000 überdachte Radl-Ständer und eigene Einfahrten aufs Werkgelände. „In den letzten Jahren haben wir in die Infrastruktur investiert“, sagt Werksleiter Claus Haberda. Auch aus Umweltschutzgründen.

Für Falkenhein ist das der richtige Weg, auch wenn Steigerungen nach oben immer drin sind. Ladestationen für E-Bikes gehören für ihn auch zu einer guten Infrastruktur. Schließlich fährt er selbst eins. Manche Firmen bieten sogar Diensträder an. „Das ist dann die Kür“, sagt der Club-Chef.

Der ADFC berät Firmen

Schon jetzt versucht der ADFC, Firmen und Kommunen für seine Sache zu gewinnen. Er berät sie beim fahrradfreundlichen Ausbau. An einem Punkt baut er sogar auf ihre Mithilfe. Immerhin sind die tollsten Stellplätze nutzlos, wenn der Mitarbeiter über die Bundesstraße strampeln muss. Dann nimmt er lieber das Auto. Falkenhein hofft deshalb, über die Beratung von Unternehmen indirekt auch die Infrastruktur verbessern zu können. „Arbeitgeber, die Gewerbesteuer zahlen, tun sich leichter, die Politik auf diese Dinge hinzuweisen.“

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