+
Die Altersarmut ist ein wachsendes Problem unserer Gesellschaft.

Ungleichheit im gesetzlichen Rentensystem

Deshalb verlieren Geringverdiener zweimal: Sie sterben früher

  • schließen

Deutsche Wissenschaftler haben herausgefunden: Geringverdiener sterben früher als Besserverdienende - und haben so noch weniger von ihren Rentenbeiträgen.

Für viele Deutsche ist der Traum für den Ruhestand geplatzt: Wer weniger einzahlt, bekommt später weniger raus. Das ist die Devise bei der gesetzlichen Rente. Geringverdiener bekommen also weniger Rente als Besserverdienende.

Doch was bisher niemand beachtet hat: Sie bekommen auch kürzer Rente. Denn sie sterben früher. Dadurch verlieren sie gleich zweimal, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt. Und dies widerspreche dem Äquivalenzprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung, sagt Studienautor Holger Lüthen.

Altersarmut: Die Grundrente könnte viele davor retten

Die Idee des Äquivalenzprinzips ist, dass jeder relativ zu seinen eingezahlten Beiträgen gleich viel aus der Rentenversicherung bekommt - das funktioniert aber nur, wenn die Lebenserwartung innerhalb eines Jahrgangs gleich ist und sich nicht vom Einkommen her unterscheidet. Durch die unterschiedlich hohe Lebenserwartung wird dieses Prinzip jedoch überlaufen und die Ungleichheit im Rentensystem steigt.

Ebenfalls interessant: Büro-Tratsch: Diese drei Dinge sollten Sie auf der Arbeit lieber komplett für sich behalten.

Der Abstand bei den Lebenserwartungen zwischen Geringverdienern und Besserverdienenden nehme zu, zitiert das Online-Portal Focus die Studie. Die derzeit diskutierte Grundrente wäre eine Möglichkeit, der Altersarmut vorzubeugen. "Als gesamtgesellschaftliche Herausforderung wäre es auch denkbar, steuerliche Hebel in Bewegung zu setzen, um nicht einseitig die Arbeitnehmer zu belasten", geben die Studien-Autoren zu bedenken.

Video: Zehn Fakten zur Armut in Deutschland

Lesen Sie auch: Machen Sie's wie Steve Jobs: Zehn Karrieretipps, die Sie sich zu Herzen nehmen sollten.

Wachsende Ungleichheit im gesetzlichen Rentensystem

Die DIW-Ökonomen Lüthen, Peter Haan und Daniel Kemptner untersuchten anhand der Administrativdaten der Deutschen Rentenversicherung, wie sich die Lebenserwartungen verschiedener Geburtsjahrgänge im Verhältnis zu den Lebenslohneinkommen mit der Zeit entwickelt hatten und welche Auswirkungen das nun auf die Rente hat und in den kommenden Jahren haben wird. Und das Fazit lautet: Die Ungleichheit im gesetzlichen Rentensystem steigt.

Ihre Meinung ist gefragt!

vro

In diesen Berufen winken hohe Gehälter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Müssen Arbeitnehmer einer Versetzung zustimmen?
Versetzungen kommen meist schlecht an, besonders wenn Mitarbeiter einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Rechtlich gilt, was im Arbeitsvertrag vereinbart …
Müssen Arbeitnehmer einer Versetzung zustimmen?
Wie viel Berufspraxis brauchen Uni-Absolventen?
Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch bewährt: Erfahrung während des Studiums gesammelt zu haben, kommt bei Arbeitgebern gut an. In manchen Bereichen geht es …
Wie viel Berufspraxis brauchen Uni-Absolventen?
Chef bezeichnet Mitarbeiterin als "unhygienisch", weil sie etwas ablehnt
Eine 21-Jährige wurde von ihrem Chef angesprochen, weil sich die Kollegen über ihre mangelnde Körperhygiene beschwert hatten. Doch die geht auf Gegenangriff.
Chef bezeichnet Mitarbeiterin als "unhygienisch", weil sie etwas ablehnt
Aufgepasst: Wenn Sie das in der Arbeit googeln, riskieren Sie Ihren Job
Seien Sie auf der Hut: Diese sieben Dinge sollten Sie niemals mit Ihrem Arbeitscomputer googeln, sonst können Sie ebenso gut gleich Ihren Schreibtisch ausräumen.
Aufgepasst: Wenn Sie das in der Arbeit googeln, riskieren Sie Ihren Job

Kommentare