Hund, Katze & Co.

Neues Urteil: Arbeitgeber müssen auf Haustiere Rücksicht nehmen

  • Andrea Stettner
    VonAndrea Stettner
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Hunde brauchen viel Zuwendung und Auslauf. Auch Arbeitgeber müssen auf die Bedürfnisse der Vierbeiner Rücksicht nehmen, wie ein Gericht nun entschieden hat.

Berufstätige haben es oft schwer, Job und Haustier unter einen Hut zu bekommen. Gerade Hundebesitzer (übrigens, das sind die besten Hunderassen für Berufstätige) müssen viel Zeit mit ihren Vierbeinern verbringen, denn sie benötigen jede Menge Auslauf und Zuwendung. Dem zollt nun ein neues Urteil Rechnung.

Bei Arbeitszeitänderung muss auf Hund, Katze & Co. Rücksicht genommen werden

Das Arbeitsrecht sieht folgendes vor: Ändert ein Arbeitgeber die Arbeitszeit seines Mitarbeiters oder seiner Mitarbeiterin, so muss er auch die Interessen seiner Arbeitnehmer berücksichtigen. Stehen triftige Gründe dagegen, müssen Mitarbeiter die Änderung nicht akzeptieren. Dazu zählen auch Haustiere, wie das Arbeitsgericht Hagen in einem Fall nun entschieden hat.

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Kosten für Hundesitter in diesem Fall nicht zumutbar

Das Arbeitsgericht Hagen gab einem Teilzeitbeschäftigten recht, dessen Arbeitszeit freitags von fünf Stunden auf sieben Stunden ausgeweitet und dafür an den anderen Arbeitstagen gekürzt werden sollte (AZ: 4 Ca 1688/20). Dieser wollte die Umstellung unter anderem aufgrund seines Hundes nicht akzeptieren, den er dann nicht mehr angemessen versorgen hätte können. Dabei kam dem Kläger der Tierschutz zugute: Nach Ansicht des Gerichts ist einem Hund nicht zuzumuten, sieben Stunden zuzüglich Wegzeiten alleine zu bleiben. Vor diesem Problem stehen auch viele Neu-Hundebesitzer, wenn diese vom Homeoffice zurück ins Büro müssen.

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Zwar hätte es auch die Möglichkeit gegeben, den Hund zu einem Sitter zu geben. Die Kosten für den Hundesitter hätten dem Kläger jedoch nur dann auferlegt werden können, wenn „gewichtige betriebliche Gründe“ für die Verlängerung der Arbeitszeit an diesem Tag vorgelegen hätten. Dies war jedoch nach Ansicht des Gerichts nicht der Fall. (as)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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