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Schwangerschaft, Krankheit, Vorstrafen: Wann darf man dem Arbeitgeber Dinge verschweigen oder ihn sogar anlügen?

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Von: Janine Napirca

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Ob Sie Ihren Arbeitgeber über Vorstrafen, Erkrankungen oder Schwangerschaften informieren müssen, lesen Sie hier.

Arbeitsrechtlich sind Sie verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber alle Änderungen in Ihrem Leben, die Ihre Beschäftigung betreffen, unaufgefordert mitzuteilen. Denn als Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin unterliegen Sie einer sogenannten Offenbarungspflicht. Aber was soll man wirklich sagen und was lieber nicht? Laut Businessinsider sind die Grenzen im Arbeitsrecht klar definiert.

Schwangerschaft: Darf man im Bewerbungsgespräch lügen?

Schwangere genießen einen besonderen arbeitsrechtlichen Schutz. Abgesehen davon, dass es nicht mehr zeitgemäß, sondern unangebracht und grenzüberschreitend ist, Leute zu fragen, ob sie Kinder haben wollen – wenn man sich auf einen Job bewirbt, muss man keine Angaben darüber machen, ob man Kinder haben will oder kann oder bereits schwanger ist. Sie können einfach lügen. Das macht Ihr Chef möglicherweise auch – woran Sie merken, dass Kollegen bzw. Kolleginnen oder Ihr Chef Sie belügt, lesen Sie hier.

Wussten Sie, dass eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft das Risiko erhöht, eine Fehlgeburt zu erleiden? – Das berichtet 24vita.de.

Wenn Sie bereits für ein Unternehmen arbeiten, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nicht mitteilen, dass Sie ein Baby bekommen. Da schwangere Frauen jedoch besonderen Kündigungsschutz genießen und nur bei Kenntnis des Arbeitgebers von Schutzmaßnahmen profitieren, sollten Vorgesetzte dem Bericht zufolge besser über die Schwangerschaft informiert werden.

Sie müssen Ihrem Arbeitgeber gegenüber nicht immer offen und ehrlich sein. In bestimmten Fällen dürfen Sie einfach lügen.
Sie müssen Ihrem Arbeitgeber gegenüber nicht immer offen und ehrlich sein. In bestimmten Fällen dürfen Sie einfach lügen. ©  AndreyPopov/Imago

Polizeiliches Führungszeugnis: Darf ich meinem Arbeitgeber verschweigen, dass ich vorbestraft bin?

Dem Businessinsider zufolge gehören Vorstrafen nicht zur Offenbarungspflicht. Wenn Vorstrafen für die Arbeitsstelle von Bedeutung sind, kann der potentielle Arbeitgeber bei der Einstellung ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie mit Kindern oder an der Kasse arbeiten wollen. Wenn Ihr Vorstrafenregister nichts mit dem Job zu tun hat, können Sie es entweder verbergen oder während des Vorstellungsgesprächs leugnen.

Wenn Sie wegen Diebstahls oder Kindesmissbrauchs verurteilt werden, können Sie nicht als Kassier bzw. Kassiererin oder Kindergärtner bzw. Kindergärtnerin arbeiten. Dem Bericht zufolge sind Sie jedoch verpflichtet, wenn Sie Ihre Haftstrafe verbüßen müssen, Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen, dass Sie die vertraglich vereinbarte Arbeit nicht ausführen können. Es ist dem Bericht nach jedoch umstritten, ob eine im krankhaften Zustand, begangene Straftat offenbarungspflichtig ist. 

Chronisch krank – geht das den Arbeitgeber etwas an?

Im Allgemeinen sind Krankheiten Privatsache und geht außer Ihnen und Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin nichts an. Wenn Sie krank sind, müssen Sie auf Arbeit nur sagen, wie lange Sie wegen Krankheit ausfallen werden, und nicht woran Sie erkrankt sind. Anders sieht es aus, wenn es sich um eine ansteckende Krankheit wie Corona handelt. Gleiches gilt, wenn sich die Erkrankung negativ auf die Arbeitsleistung auswirkt, z. B. das Führen von Maschinen ist nicht mit Alkoholabhängigkeit vereinbar.

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Hat es Konsequenzen, wenn man die Offenbarungspflicht verletzt?

Dem Bericht zufolge kann ein Arbeitgeber, wenn er von einem Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin belogen wurde, den Arbeitsvertrag anfechten. Hier erfahren Sie, ob Sie im Falle einer Kündigung noch einen Rechtsanspruch auf ein gutes Arbeitszeugnis haben. Stellen Sie sicher, dass Sie sich in diesem Fall anwaltliche Hilfe holen. Gegebenenfalls können Sie zum Schadenersatz verpflichtet werden, wenn Sie beispielsweise als Busfahrer bzw. Busfahrerin mit einer Vorstrafe wegen Verkehrsdelikten durch Trunkenheit am Steuer einen Verkehrsunfall verursachen. (jn)

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