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Arbeitsrecht

Wann der Urlaub bei Krankheit verfällt

Kann ein Mitarbeiter seinen Urlaub wegen Krankheit nicht nehmen, darf er ihn nachholen oder einen Ausgleich in bar verlangen. Das gilt jedoch nicht immer für den gesamten Urlaubsanspruch.

Denn die Regelung erstreckt sich nur auf das gesetzlich garantierte Minimum an freien Tagen. Darüber hinausgehende Urlaubsansprüche, die sich etwa aus einem Tarifvertrag ergeben, verfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Beschäftigte den gesetzlich garantierten Urlaub nehmen konnte.

In dem verhandelten Fall des Arbeitsgerichts Iserlohn (Az.: 4 Ca 449/12) konnte ein Angestellter wegen Krankheit seinen Jahresurlaub teilweise nicht nehmen. Er hatte laut Tarifvertrag Anspruch auf 30 Tage. Bevor er krank wurde, war er vier Wochen im Urlaub gewesen, was dem gesetzlichen Mindesturlaub entsprach. Für darüber hinausgehenden Urlaub verlangte er vom Arbeitgeber eine Entschädigung. Das lehnten die Richter ab. Für die Beurteilung, ob der übergesetzliche Anspruch entfällt, komme es darauf an, ob im Tarifvertrag zwischen gesetzlichem und darüber hinausgehenden Urlaubstagen unterschieden wird. Dafür ist es ausreichend, dass der Tarifvertrag in weiten Teilen von den gesetzlichen Urlaubsregelungen abweicht und eigene Regelungen festlegt. Das sei hier der Fall.

dpa

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