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Neuer Arbeitsvertrag? Fünf Punkte, die jeder vor der Unterschrift prüfen sollte – laut Experten

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Von: Andrea Stettner

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Im Arbeitsvertrag werden die wichtigsten Eckpunkte des Jobs festgehalten. Doch manchmal lauern Fallstricke im Dokument, an die vor Jobantritt kaum jemand denkt.

Sie haben eine Jobzusage in der Tasche? Dann herzlichen Glückwunsch! Bevor sie den Arbeitsvertrag jedoch unterschreiben, sollten Sie ein paar Punkte prüfen, die immer wieder für Ärger sorgen.

1. Gehalt

Im Arbeitsvertrag wird das monatliche Gehalt, das im Bewerbungsgespräch ausgehandelt wurde, plus weitere Vergütungen festgehalten (etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld). Doch Vorsicht: „Wichtig ist, dass nicht nur die vereinbarte Vergütung, sondern auch eine etwaige Erhöhung nach Ende der Probezeit oder eine Anpassung an steigende Lebenshaltungskosten schriftlich fixiert ist“, erklärt Stefan Kramer, Fachanwalt für Arbeitsrecht, auf dem Blog des Staufenbiel Instituts. Lediglich bei tariflich geregelten Verträgen steigt das Gehalt automatisch. Bei Tarif-Gehalt sollte auch unbedingt die Eingruppierung genannt werden.

2. Tätigkeitbeschreibung & Ort

Die Tätigkeitsbeschreibung legt fest, welche Aufgaben Ihnen übertragen werden könne. Auch hier sollte auf eine präzise Berufsbezeichnung und Aufgabenbeschreibung geachtet werden. Denn: Je schwammiger hier formuliert wird, desto vielfältiger sind die Aufgaben, die Ihnen der Chef übertragen kann. Umgekehrt können Sie dann Tätigkeiten, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen oder schlechter bezahlt sind, auch nicht ablehnen.

Zudem sollte der Arbeitsvertrag möglichst keine räum­li­chen Ver­set­zungs­be­fug­nis­se des Ar­beit­ge­bers vorsehen, wie die Kanzlei Hensche auf ihrer Internetseite schreibt. Sonst könnten Sie ganz schnell gezwungen sein, Ihren Arbeitsplatz in eine andere Stadt zu verlegen.

Ein Arbeitsvertrag sollte vor der Unterschrift immer genau auf zweifelhafte Klauseln geprüft werden.
Ein Arbeitsvertrag sollte vor der Unterschrift immer genau auf zweifelhafte Klauseln geprüft werden. © Christin Klose/dpa

3. Probezeit und Kündigungsfrist

Auch den Passus mit der Probezeit sollten sich angehende Mitarbeiter vor Vertragsunterzeichnung genau anschauen. So sollte die Dauer der Probezeit klar geregelt sein, innerhalb der beide Vertragspartner mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen kündigen können. Der Ar­beits­ver­trag sollte jedoch kei­ne sogenannte Pro­be­zeit­be­fris­tung enthalten. „Wenn Sie das un­ter­schrei­ben, ha­ben Sie statt ei­ner nor­ma­len Pro­be­zeit ein be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis ver­ein­bart, d.h. im Klar­text ei­nen Zeit­ver­trag“, mahnen die Arbeitsrecht-Experten von Hensche.de. Formulierungen einer solchen Probezeitklausel lauten etwa, dass das Ar­beits­verhält­nis „zum Zwe­cke der Er­pro­bung be­fris­tet“ sei und da­her nach Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit „en­det, oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf“.

Auch die Kündigungsfrist sollte im Arbeitsvertrag klar benannt sein, insbesondere bei einer befristeten Anstellung. Befristete Arbeitsverträge können Arbeitnehmer nämlich nur dann vorzeitig kündigen, wenn das ausdrücklich im Arbeitsvertrag vereinbart wurde.

4. Überstunden

„Überstunden sind mit dem monatlichen Gehalt abgegolten“ – dieser Satz findet sich immer noch in vielen Arbeitsverträgen, ist jedoch zu allgemein formuliert und deshalb ungültig. Hier sollte zumindest immer eine konkrete Zahl an Überstunden genannt werden, die mit dem Gehalt bereits abgegolten sind, um rechtlich Bestand zu haben. „Auch sollte klar geregelt sein, ob Überstunden durch Freizeit ausgeglichen werden können und in welchem Rahmen das vorgesehen ist.“, empfiehlt das Institut Staufenbiel.

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5. Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Ihr neuer Arbeitgeber möchte Ihnen ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot unterjubeln? Das gilt es vor Unterzeichnung herauszuhandeln oder anwaltlich prüfen zu lassen. Unternehmen möchten damit verhindern, dass Mitarbeiter meist bis zu zwei Jahre nach ihrem Ausscheiden zur Konkurrenz wechseln oder ein Konkurrenzunternehmen gründen. Ansonsten drohen erhebliche Geldstrafen. Allerdings beschneidet Sie ein solches Verbot erheblich bei der Jobauswahl – denn die meisten passenden Stellen finden sich nunmal bei der Konkurrenz.

Abgesehen von zweifelhaften Klauseln im Arbeitsvertrag sollten bei drei Warnzeichen ohnehin sämtliche Alarmglocken läuten – und ein Jobangebot nochmal überdacht werden. (as)

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