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Unerlässliche Voraussetzung für den Beruf des Versicherungskaufmanns ist der sichere Umgang mit Menschen.

Wohlfühlen beim Umgang mit Leuten

Kaufmann für Versicherungen: Nähe zu Menschen

Zahlen jonglieren, Kleingedrucktes durchschauen und die Langeweile im Büro bekämpfen. So oder so ähnlich stellt sich der Durchschnittsbürger den Beruf der Versicherungskaufleute vor. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

„Es stimmt schon, dass die Materie manchmal recht trocken ist“, gibt Jasmin Krajewski zu. Langweilig werde ihr trotzdem nie, weil sie gerne für und mit Menschen arbeite. Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen.

Nach dem Abitur hatte sie ein Betriebswirtschaftsstudium begonnen. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich mehr praktische Beschäftigung brauche“, erklärt sie. „Auf die Ausbildung bei einer Versicherung kam ich über eine Freundin, die in der Branche arbeitet.“ Der tägliche Kontakt mit Kunden und Kollegen macht ihr viel Spaß. Gerade arbeitet sie in der Abteilung Sonderschäden für Kfz-Versicherungen. „Dort werden Schadensmeldungen auf ihre Richtigkeit überprüft oder ob jemand versucht zu betrügen.“

„Es ist ganz wichtig, sich im Umgang mit Menschen wohlzufühlen. Man braucht gute Kommunikationsfähigkeiten. Eine Vorliebe für Zahlen schadet aber auch nicht“, erläutert Nina Markert vom Bildungsverband der Versicherungswirtschaft (BWV) in München. Bei Bewerbern werde besonders auf die Zeugnisnoten in Deutsch und Mathe geachtet. Darüber hinaus seien gute mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit, sicheres Auftreten und ein ansprechendes Erscheinungsbild entscheidend. Eine Altersgrenze für Bewerber gebe es nicht.

Hier geht's zur Ausbildungsplatzbörse

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Formal gibt es auch keine Vorgabe, welchen Schulabschluss die Bewerber haben müssen. „Schwerpunktmäßig bewerben sich bei uns Abiturienten und Leute mit Fachabitur, aber auch Realschüler“, berichtet Ausbildungsleiterin Karin Rottke. Hauptschüler hätten keine Chance, weil ihre Schulbildung nicht reiche, um die Ausbildungsinhalte zu stemmen. Trotzdem kämen noch gut 40 Bewerber auf einen Ausbildungsplatz. Verträge aushandeln, Kundenberatung oder das Berechnen von Vorsorgemaßnahmen fürs Alter finden in der Berufsschule als Trockenübungen statt.

Die Vergütung ist im Vergleich zu anderen Ausbildungen relativ hoch. „Das ist ein positiver Nebeneffekt“, meint Krajewski. Wichtiger sei jedoch, dass die Chancen, vom Ausbildungsunternehmen weiter beschäftigt zu werden, hoch sind. „Um die 75 Prozent werden nach der Ausbildung übernommen“, bestätigt Markert. Die Quote könnte noch höher liegen, denn bei den übrigen 25 Prozent sei es oft so, dass sie die Unternehmen freiwillig verlassen. „Zum Beispiel um ein Studium anzufangen.“

In welchem Bereich die Auszubildenden später tätig werden, sei selten früh abzusehen. Natürlich gebe es manche, die schon im ersten Ausbildungsjahr ihre Lieblingsabteilung finden. „Bei den meisten dauert es mit der Entscheidung aber bis wenige Monate vor dem Abschluss“, hat Rottke beobachtet. Das Einstiegsgehalt ist stark davon abhängig, in welchem Bereich des Versicherungswesens die Absolventen arbeiten. So ist im Außendienst, wo es vor allem um den Verkauf von Versicherungspolicen geht, der variable Anteil deutlich höher, da es dort Erfolgsprämien gibt.

Die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen kann auch Teil eines dualen Studiums sein. Wer das auf sich nimmt, hat in noch mehr Bereichen der Versicherungswirtschaft beste Chancen, eingestellt zu werden. Das ist zwar sehr anstrengend, wird aber mit höheren Einstiegspositionen belohnt.

Christian Vey

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