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Handwerkspräsident Otto Kentzler (l.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Handwerksgeneralsekretär Horst Schwannecke.

Keine reine Männerdomäne mehr

Ausbildung im Handwerk beliebt

„Lehrling gesucht“ heißt es im Handwerk auch 2013. Zugleich warnt Handwerkspräsident Otto Kentzler vor einem Qualitätsabbau in der beruflichen Bildung durch EU-Vorgaben...

„Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein Modell, das uns in Europa vielerorts Anerkennung einbringt“, betonte er. „Wenn die EU-Kommission in Brüssel Standards vereinheitlichen will: bitte schön. Aber es schadet Europa und uns, wenn das am Ende auf niedrigem Niveau passiert. Nur durch bessere Qualifikation bleiben wir wettbewerbsfähig.“

Eine Ausbildung im Handwerk sei heute so populär wie lange nicht mehr: „In vielen Berufsbildern prägen wir den aktuellen Stand der Technik, zum Beispiel bei der Elektromobilität oder der intelligenten Haustechnik.“ Grundvoraussetzung sei Motivation und Lust auf eine handwerkliche Tätigkeit.

Kentzler wies auf die Berufe hin, die von der Energiewende profitieren: Anlagenmechaniker, Sanitär, Heizung, Klimatechnik, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Viele Betriebe arbeiten zusammen, um Leistungen aus einer Hand anzubieten. In den Bereichen Küche und Bad wirkten Maler, Anlagenmechaniker, Trockenausbauer und Elektroinstallateure Hand in Hand. „Auch Mädchen sind im Handwerk willkommen, denn das Handwerk ist längst keine reine Männerdomäne mehr.“

Zu den Klagen über eine nachlassende Ausbildungsreife bei den Jugendlichen meinte Kentzler: „Die Jugend von heute ist nicht schlechter. Man muss sie nur erst einmal begeistern.“ Durch die praktische Arbeit im Betrieb würden vielfach auch jene zu neuen Lernanstrengungen motiviert, die bei der theoretischen Vermittlung von Wissen in ihren letzten Schuljahren „eher weniger stark waren“.

dpa

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