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Lehrlinge sollten es nicht hinnehmen, ständig Kaffee kochen zu müssen.

Berufsbildungsgesetz

Lehrlinge sind kein Ersatz für die Putzfrau

Lehrlinge müssen es nicht hinnehmen, wenn sie ständig Aufgaben bekommen, die nichts mit der Lehre zu tun haben. Azubis dürfen nicht als Ersatz für die Putzkraft im Büro eingesetzt werden.

„Das verstößt gegen das Berufsbildungsgesetz“, kommentiert Benjamin Krautschat vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Denn Aushilfstätigkeiten wie das Putzen gehören in der Regel nicht zu den Aufgaben, die dem Ausbildungszweck dienen.

Täglich die Toilette putzen?

In der Realität passiert es aber durchaus, dass Lehrlinge ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen müssen. „Ein Azubi musste etwa immer das Auto des Vorgesetzten waschen“, erzählt Krautschat. Ein extremer Fall sei der einer angehenden Bürokauffrau gewesen, die täglich die Toiletten im Büro putzen musste.

Für viele Lehrlinge sind solche ausbildungsfremden Tätigkeiten sogar Alltag: Jeder Zehnte (10,8 Prozent) muss sie nach dem DGB-Ausbildungsreport „häufig“ oder „immer“ machen. Überdurchschnittlich oft haben Auszubildende in kleinen Betrieben mit dem Problem zu kämpfen. Dort erledigt jeder Fünfte (20,5 Prozent) häufig Dinge, die nicht der Lehre dienen. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigen sind es nur 7,3 Prozent.

Problemlos: ab und zu Kaffee kochen

Grundsätzlich sei es zwar ein Ordnung, wenn ein Lehrling auch einmal die Halle fege, Kaffee koche oder für den Chef einen Aktenordner kopiere. „Zum Problem wird das immer dann, wenn diese Aufgaben überhand nehmen“, so Krautschat. Lehrlinge sollten deshalb im Ausbildungsrahmenplan genau nachsehen, welche Tätigkeiten sie in ihrer Lehre machen müssen und welche nicht. Den Rahmenplan bekommen sie in der Regel beim Vertragsschluss überreicht. Falls nicht, ist er bei staatlich anerkannten Abschlüssen über die Seite des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.bibb.de) abrufbar.

Wenn die Hilfsarbeiten überhand nehmen:

Haben Lehrlinge das Gefühl, sie werden überwiegend für Hilfsarbeiten eingesetzt, suchen sie am besten zunächst das Gespräch mit dem Betriebsrat. So lässt sich klären, ob der eigene Eindruck berechtigt ist. In einem zweiten Schritt sollte dann der Chef angesprochen werden. Taktisch klug sei es dabei, dem Vorgesetzten nicht gleich mit Vorwürfen zu überhäufen, sondern konstruktiv an die Sache heranzugehen. So könnten Lehrlinge etwa sagen: „Ich habe Angst, durch meine Abschlussprüfung zu fallen.“ Dabei könnten sie darauf hinweisen, dass sie nach dem Ausbildungsrahmenplan bestimmte Dinge lernen sollten, tatsächlich aber nur Hilfsarbeiten übernehmen müssten.

tmn

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