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Die Ausbildung zum Stuckateur dauert drei Jahre.

Jugendstilwohnungen sanieren

Stuckateur: Voll auf den Putz hauen

Wer kreativ ist und gleichzeitig gerne auf einer Baustelle arbeitet, ist mit einer Ausbildung zum Stuckateur gut beraten. Dieser Beruf ist abwechslungsreich und bietet später auch Weiterbildungsmöglichkeiten.

Eine Wohnung, die sieben Millionen Euro kostet, ist für Jascha Langbehn längst Normalität. Fünf-Meter-Decken, breite Treppen, Kronleuchter: Der 23-Jährige betritt durch seinen Beruf Häuser, von denen die meisten nur träumen können. Er macht im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zum Stuckateur. „Die meisten Wohnungen sind leer, wenn wir da arbeiten“, berichtet er. „Doch es kam auch schon vor, dass wir nach einem Wasserrohrbruch den Stuck repariert haben, und da saß die Familie am Frühstückstisch.“ Doch die Einblicke in fremde Leben seien nur ein Nebeneffekt. Ihn fasziniert die künstlerische Arbeit mit den Gipselementen: „Wenn man es einmal gemacht hat, packt es einen schon ziemlich“.

Alten Stuck zu restaurieren, ist eine Aufgabe der Spezialisten. Daneben sind Stuckateure aber auch für ganz andere Aufgaben zuständig: So machen sie etwa energetische Sanierungen von Gebäuden, erläutert Frank Schweizer, Leiter eines Ausbildungszentrums. Mithilfe von Materialien wie Mineralwolle, Steinwolle und Styropor sorgen sie für eine gute Wärmedämmung. Stuckateure sind am Werk, wenn in einer Wohnung die Decken abgehängt werden sollen oder ein Dachgeschoss ausgebaut wird. Schließlich machen sie an Rohbauten die Putzarbeiten und sorgen mit Kalk und Lehm für optische Verschönerungen.

Langbehn schätzt an seiner Arbeit die Abwechslung: „Das Tolle ist, dass man einerseits in der Werkstatt arbeitet – dann aber auch auf der Baustelle ist, die Elemente einbaut und sieht, wie schön es am Ende aussieht.“ Einige Wochen im Jahr verbringen die Lehrlinge auch in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Als Stuckateur müsse man schon einiges aushalten. „Man sollte keine Memme sein: 30-Kilo-Säcke mit Gips schleppen und bei Kälte draußen arbeiten, muss man schon abkönnen“, verdeutlicht der Lehrling. Er hat bereits zwei der drei Jahre Ausbildung hinter sich. Bei der Abschlussprüfung müssen die Auszubildenden eine praktische Aufgabe lösen. Dazu kommt eine schriftliche Prüfung in Stuck und Putz, Trockenbau sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Während Langbehn sich direkt für die drei Jahre Stuckateursausbildung entschieden hatte, gibt es auch die Möglichkeit, zunächst eine zweijährige Lehre zum Ausbaufacharbeiter zu machen. Daran kann man eine einjährige Spezialisierung als Stuckateur anhängen. Die Karrierechancen sind gut, betont Cornelia Vater vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes: „Danach gibt es die Möglichkeit, den Vorarbeiter oder den Meister zu machen, mit dem man einen eigenen Betrieb eröffnen kann.“

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Welchen Weg er selbst einschlagen will, hat Langbehn noch nicht entschieden. Infrage kommen der Meister oder ein Studium als Bauingenieur. „Dass man sich selbstständig macht, wird schon begrüßt. Aber es gibt da auch Risiken, die einen abschrecken“, sinniert er vor sich hin. Denn sein erster Ausbildungsbetrieb hat während der Lehre Pleite gemacht. Doch erst einmal vollendet er das letzte Ausbildungsjahr. Es mache Spaß, sich mit den Baustilen aus unterschiedlichen Jahrzehnten zu befassen, meint er und erörtert gerne im Kundengespräch, welcher Stuck zu welcher Person passt. „Denn nicht in jeden Raum oder zu jeder Person passt jeder Stuck“, unterstreicht der Junghandwerker.

Maria Huber

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