Er löst den Technischen Zeichner ab

Systemplaner: Kein Job für Schlampige

Noch vor wenigen Jahren diente den Technischen Zeichnern das Reißbrett als Arbeitsplatz. Heute sitzen sie an Computern, um die Vorgaben von Ingenieuren und Designern in technische Skizzen umzusetzen. Das Berufsbild des Systemplaners ist entstanden.

Die neuen Anforderungen haben den Gesetzgeber veranlasst, zum August den neuen Ausbildungsberuf des Technischen Systemplaners einzuführen. Er löst das Berufsbild des Technischen Zeichners ab.

„Die Fachkräfte werden jetzt stärker in die Entwicklung von neuen Produkten eingebunden als früher. Die Abläufe sind stärker prozessorientiert“, erläutert Dietmar Niedziella vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Und Marlies Dorsch-Schweizer vom Bundesinstitut für Berufsbildung ergänzt: „Das moderne Berufsbild ist den aktuellen Qualifikationsanforderungen angepasst.“

Ohne die Arbeit der Technischen Zeichner und der künftigen Systemplaner wäre es nicht möglich, Maschinen zu produzieren, Anlagen zu bauen oder Gebäude zu errichten. Sie erstellen detaillierte Montageanleitungen und berechnen den Materialbedarf bis auf die letzte Schraube. Sie werden dabei von dem Zeichenprogramm CAD bei ihrer Arbeit unterstützt. 3-D-Technik gehört vielfach schon zum Standard. Für den Technischen Systemplaner ist die Lehre in drei Fachrichtungen möglich: Elektrotechnische Systeme (ETS), Stahl- und Metallbautechnik (SMT) sowie Versorgungs- und Ausrüstungstechnik (VAT). Unter Letzteres fallen Bereiche wie Heizung und Klimageräte.

Davon zu unterscheiden ist der Technische Produktdesigner. Dieser Beruf wurde neu geordnet und hängt eng mit dem Systemplaner zusammen. So gibt es in der Grundstufe der Berufsschule eine gemeinsame Qualifikation. Danach erfolgt die Spezialisierung. „Der Technische Produktdesigner besteht aus den Fachrichtungen Maschinen- und Anlagenkonstruktion (MAK) sowie Produktgestaltung und -konstruktion (PGK)“, erklärt Niedziella. Die duale Ausbildung dauert in beiden Berufen dreieinhalb Jahre. Vor der Neuordnung wurde der Technische Zeichner am häufigsten im Bereich Maschinen- und Anlagentechnik ausgebildet. In diesen Bereich fallen drei Viertel der Ausbildungsverhältnisse. „Diese geht nun in den Technischen Produktdesigner, Fachrichtung Maschinenund Anlagenkonstruktion über. Fachleute erwarten hier künftig die stärkste Ausbildungs- und Beschäftigungsnachfrage“, erläutert Niedziella. Großes Interesse an den Jobs zeigen Frauen. „Ihr Anteil liegt bei den Auszubildenden bei etwa 40 Prozent.“

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Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte gute Schulnoten in Mathematik und Physik haben, über ein ausgeprägtes technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen verfügen sowie genau und zuverlässig bei der Arbeit sein. Organisationstalent, Teamfähigkeit und Kontaktfreudigkeit sind weitere wichtige Eigenschaften. „Die Erfahrungen beim Technischen Zeichner zeigen, dass die Firmen bevorzugt junge Menschen mit Realschulabschluss oder Abitur als Azubis einstellen“, erklärt Niedziella.

Horst Heinz Grimm

Rubriklistenbild: © dpa

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