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Mit einer besseren Berufsberatung an den Gymnasien will die Bundesagentur für Arbeit die Abbruchquoten an den Universitäten senken. Foto: Sebastian Kahnert

Zu viele Studien-Abbrecher

BA will stärker an Gymnasien für Berufsausbildung werben

Noch entscheiden sich Abiturienten vor allem für ein Studium. Was für Vorteile eine Ausbildung hat, will die BA künftig stärker an Gymnasien vermitteln - und damit kräftig für eine Lehre trommeln.

Nürnberg (dpa) - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will im kommenden Jahr ihre Berufsberatung an Schulen intensivieren. "Wir wollen in den Oberstufen der Gymnasien verstärkt beraten", sagte BA-Chef Detlef Scheele.

Ziel sei nicht, Jugendlichen das Studieren auszureden, sondern ihren Blick auf das Berufswahlspektrum zu verbreitern. "Man muss zeigen, dass die duale Ausbildung keine Sackgasse ist."

Die Abbruchquoten an den Universitäten seien beträchtlich, gerade bei den Bachelor-Studiengängen, so Scheele. "Da ist es bei dem ein oder der anderen sicherlich vernünftig, auch in Richtung duales Studium oder duale Ausbildung zu beraten."

Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) aus dem vergangenen Jahr bricht fast jeder dritte Bachelor-Student sein Studium ab. Auch um die Studienabbrecher wolle sich die BA verstärkt kümmern. "Wir wollen an der Schnittstelle von der Schule in den Beruf möglichst noch weniger junge Menschen "verlieren", als das bisher der Fall ist." Die deutsche Wirtschaft pocht darauf, an allen allgemeinbildenden Schulen eine verpflichtende Berufsorientierung nach bundesweiten Standards einzuführen.

Scheele betonte: "Ich würde jetzt nicht pauschal sagen, dass der Fachkräftemangel mit einer erhöhten Studierneigung zusammenhängt." Dennoch müsse man gemeinsam mit Eltern und Lehrern so beraten, dass die Berufswahl ausgewogener ausfalle in den Gymnasien. "Das machen wir jetzt." Die BA sei zwar schon an den Gymnasien tätig - "aber nicht in dem Umfang wie in der Sekundarstufe I", sagte Scheele.

Für das kommende Jahr könne man sich vorstellen, die Berufsorientierung der Klassen acht bis zehn in den Oberstufen fortzusetzen. "Und dass möglicherweise auch mal Jugendliche, die nicht studiert, sondern eine Ausbildung gemacht haben, selbst berichten, welche gute berufliche Perspektive sie haben", sagte Scheele und zählte die Möglichkeiten auf: "Man kann damit studieren, man kann noch eine Ausbildung machen, man kann seinen Meister machen, einen Betrieb übernehmen, einen Techniker aufsetzen, die Möglichkeiten sind vielfältig." Das alles müsse man Jugendlichen und Eltern noch stärker bewusst machen.

Weitere Informationen zur Berufsberatung

DZHW-Studie

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