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Befristeter Arbeitsvertrag: Drei Irrtümer, die leider immer noch kursieren

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Von: Andrea Stettner

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Arbeitsverträge dürfen maximal zwei Jahre befristet werden? Falsch! Zur Befristung kursieren immer wieder Gerüchte, die sich bei genauerem Hinsehen als Irrtum herausstellen.

Über befristete Arbeitsverträge freuen sich vor allem Arbeitgeber. Mithilfe der Zeitverträge lassen sich neue Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum auf Herz und Nieren prüfen. Außerdem bleiben Unternehmen in Sachen Personal flexibel, wenn die Auftragslage einmal nicht mehr so rosig aussieht.

Für Arbeitnehmer bedeutet ein befristete Arbeitsvertrag dagegen vor allem eins: Unsicherheit für die Lebensplanung. Und als ob das noch nicht genug wäre, kursieren rund um die Befristung eine Menge Irrtümer, die wir ein für allemal aus dem Weg räumen möchten.

Irrtum 1: Befristete Arbeitsverträge dürfen maximal zwei Jahre dauern

Tatsächlich dürfen Arbeitgeber den Arbeitsvertrag auf maximal zwei Jahre befristen, solange kein sachlicher Grund vorliegt. So steht es im Teilzeit- und Befristungsgesetz (§14 Abs. 2 TzBfG). Dabei gibt es jedoch auch Ausnahmen, die viele Beschäftigte nicht kennen:

Mehr zum Thema: Darf mein Arbeitsvertrag ohne Grund befristet werden?

Irrtum 2: Wann ein befristeter Arbeitsvertrag verlängert wird, spielt keine Rolle

Falsch! Ein Vertrag kann nur verlängert werden, solange er läuft. Endet der Zeitvertrag etwa am 31. Januar und die Vertragsverlängerung wird erst am 1. Februar unterzeichnet, so gilt dies juristisch als Neueinstellung. Da zwei befristete Arbeitsverträge hintereinander ohne Sachgrund jedoch nicht erlaubt sind, wird der neue Vertrag nun unbefristet weitergeführt.

Auch interessant: Darf ich mit befristetem Arbeitsvertrag in Elternzeit gehen?

Im Video: Fünf Mythen zur Bewerbung

Irrtum 3: Für einen befristeten Arbeitsvertrag gilt die gesetzliche Kündigungsfrist

„Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist“, heißt es im Teilzeit- und Befristungsgesetz (§15, Abs. 3 TzBfG). Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer können also einen befristeten Arbeitsvertrag vor dessen Ende kündigen. Ausnahme: Im Arbeits- oder Tarifvertrag ist dies anders geregelt. Außerordentliche Kündigungen sind jedoch auch bei Befristungen möglich. (as)

Mehr zum Thema: Bewerbung: Lohnt es sich, einen befristeten Job anzunehmen?

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Quelle: Teilzeit- und Befristungsgesetz, Impulse.de

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