+
Johannes Schipp ist Anwalt für Arbeitsrecht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Foto: Dieckmann-Fotodesign

Zurück in den Alltag

Behalte ich meinen Job, wenn ich ins Gefängnis komme?

Wer hinter Gitter muss, kann seinem Beruf erst einmal nicht mehr nachgehen. Doch wie sieht es nach der abgesessenen Strafe aus? Kann man dann wieder in den alten Job zurück?

Essen (dpa/tmn) - Müssen Arbeitnehmer eine Gefängnisstrafe antreten, liegt das normale Leben erst mal auf Eis. Ist die Strafe abgesessen, finden die Ex-Häftlinge oft nur schwer in ihren Alltag zurück. Auch die Arbeitsstelle ist unter Umständen Geschichte. Doch das muss nicht sein.

"Ein Gefängnisaufenthalt bedeutet nicht zwingend, dass jemand raus ist aus dem Job", sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein.

"In der Regel ist es so: Überschreitet die Länge der Haftstrafe zwei Jahre, so ist dem Arbeitgeber eine Überbrückung nicht zuzumuten. Ist die Haftstrafe allerdings kürzer als 24 Monate, dann schon." Das rührt auch daher, dass Arbeitgeber Arbeitnehmern eine sachgrundlose Befristung von bis zu zwei Jahren zumuten können. Man geht also davon aus, dass Ersatz für den Häftling ohne unzumutbaren Mehraufwand zu organisieren ist.

Geld wie bei einer Krankschreibung erhält ein Häftling hinter Gittern nicht. "Im Gefängnis kommt ihm ja staatliche Fürsorge zu", sagt Schipp. Der Arbeitgeber hat ab dem ersten Tag also keine Kosten mehr für ihn zu tragen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

100 Absagen auf Bewerbungen: Frau lässt dann ein Detail weg - und ist prompt zum Bewerbungsgespräch eingeladen
Eine Frau auf  Jobsuche bewarb sich auf über 100 Stellen - doch sie bekam nur Absagen. Dann entschied sie sich, ein Detail aus ihrem Bewerbungsschreiben zu streichen.
100 Absagen auf Bewerbungen: Frau lässt dann ein Detail weg - und ist prompt zum Bewerbungsgespräch eingeladen
Mit Jeans und T-Shirt im Büro? Legerer Look offenbar immer noch verpönt
Sie mögen es in der Arbeit lieber leger? Laut einer Studie könnten Sie damit im Büro einen schlechten Eindruck machen. Das sind die Gründe.
Mit Jeans und T-Shirt im Büro? Legerer Look offenbar immer noch verpönt
Personalerin verrät: Wer sein Gehalt nicht sofort verhandelt, begeht fatalen Fehler
Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen ist, ist oftmals im Vorhinein sehr nervös und fühlt sich oft gestresst. Doch dadurch können Ihnen fatale Fehler unterlaufen.
Personalerin verrät: Wer sein Gehalt nicht sofort verhandelt, begeht fatalen Fehler
Kein Unfallschutz bei Übergang von Dienstreise zu Urlaub
Ein Unfall während einer Dienstreise steht nicht immer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Den gibt es nur, wenn die Tätigkeit zum Unfallzeitpunkt im …
Kein Unfallschutz bei Übergang von Dienstreise zu Urlaub

Kommentare