+
Gelegentlich kann das Mitarbeitergespräch zu einem weiteren Schritt auf der Karriereleiter führen. Foto: Patrick Pleul

Beim Chef punkten: 7 Tipps für das Mitarbeitergespräch

Bochum (dpa/tmn) - Vor dem jährlichen Mitarbeitergespräch mit dem Chef haben viele feuchte Hände. Denn sie fürchten Kritik. Dabei ist es eine Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln. Wer ein paar Tipps beachtet, kann beim Chef punkten.

Arbeitnehmer müssen keine Angst vor dem jährlichen Mitarbeitergespräch mit dem Chef haben. Viele fürchten zwar, dass dann unerwartete Kritik auf sie einprasselt. Normalerweise dürfte es in einem solchen Gespräch aber keine bösen Überraschungen geben. Das gelte zumindest, wenn der Mitarbeiter vorher die Kritik des Vorgesetzten nicht ausgeblendet hat, erklärt Rüdiger Hossiep, Psychologe aus Bochum.

Wer sich gut vorbereitet, kann von dem Jahresgespräch profitieren und vielleicht sogar den nächsten Schritt auf der Karriereleiter einleiten. Sieben Tipps für Mitarbeiter vom Dozenten und Experten für Personalführung:

1. Kommunikation

Das Mitarbeitergespräch ist kein Vortrag des Chefs. "Der Mitarbeiter sollte den überwiegenden Redeanteil haben", erklärt Hossiep. Denn das Gespräch ist eine gute Chance, um über Ziele, Erwartungen und Perspektiven im Job zu sprechen. Deshalb sollten Mitarbeiter sich vorher genau überlegen, was sie in dem Gespräch vermitteln möchten.

2. Beispiele

Hossiep rät Mitarbeitern, im Jahresverlauf stichwortartig festzuhalten, was im Job gut und schlecht gelaufen ist - am besten mit Datum. Denn der Chef möchte konkrete Beispiele und keine allgemeinen Formulierungen hören. "Und diese Beispiele sollten nicht nur aus den letzten vier Wochen stammen."

3. Überprüfen 

Im Gespräch geht es auch darum, ob der Mitarbeiter die im Vorjahr vereinbarten Ziele erreicht hat. "Deshalb lohnt sich vor dem Gespräch ein Blick in das Protokoll vom vergangenen Jahr", rät Hossiep.

4. Fortbildung

Im Gespräch kommen in der Regel Stärken und Schwächen des Mitarbeiters zur Sprache. Wer weiß, dass es in bestimmten Bereichen Defizite gibt, sollte dem Chef Verbesserungsmöglichkeiten vorschlagen. Das Gespräch ist ein guter Moment, um nach Fördermöglichkeiten zu fragen, findet Hossiep.

5. Inszenierung

Wer die Einladung zum Gespräch bekommt und dann auf die Schnelle mit übertriebenem Arbeitseinsatz punkten möchte, macht sich unglaubwürdig. "Der Chef merkt, dass das nur eine Masche ist", warnt Hossiep. Statt sich zu inszenieren, sollten Mitarbeiter konstant an sich arbeiten.

6. Leitfäden

Bei großen Unternehmen kann ein Blick ins Firmenintranet nicht schaden. Oftmals finden Mitarbeiter hier Leitfäden zu Gesprächen, an denen sie sich orientieren können.

7. Kollegen

Auch wer sich über Kollegen ärgert - das Mitarbeitergespräch ist kein Ort, um sich über andere zu beschweren. "In dem Gespräch geht es nicht um die Leistung anderer, sondern um die eigene", betont Hossiep.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nur wenige Männer arbeiten in Kitas und Tagespflege
In Kitas und Tagespflege arbeiten noch immer kaum Männer. Seit Jahren wird um sie geworben - doch die Geschlechterklischees sind hartnäckig. Warum männliche Erzieher …
Nur wenige Männer arbeiten in Kitas und Tagespflege
Das sind die undankbarsten Berufe Deutschlands - ist Ihrer auch dabei?
Mieses Gehalt, Überstunden, Gesundheitsgefahren: Ob jemand seinen Job als undankbar empfindet, hängt von vielen Faktoren ab. Manche Berufe schneiden dabei besonders …
Das sind die undankbarsten Berufe Deutschlands - ist Ihrer auch dabei?
Vier von zehn Unternehmen bieten Arbeit im Homeoffice an
Die Arbeitswelt ist im Wandel. Viel wird über Work-Life-Balance und flexiblere Arbeitsmodelle diskutiert. Laut einer Umfrage gibt es tatsächlich immer mehr Möglichkeiten …
Vier von zehn Unternehmen bieten Arbeit im Homeoffice an
Warum Sie nie Klebezettel an Ihren Bildschirm hängen sollten
Ihr Arbeitsplatz quillt vor Klebezetteln nur so über? Dann sollten sie dringend etwas dagegen unternehmen - bevor es Ihnen zum Verhängnis wird. 
Warum Sie nie Klebezettel an Ihren Bildschirm hängen sollten

Kommentare