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Suchmaschinenoptimierung ist ein spannendes Betätigungsfeld, welches sich zudem immer wieder verändert.

Beruf SEO – was bedeutet das eigentlich?

Es gibt so einige Berufe, unter denen sich viele Menschen wenig vorstellen können.

"SEO" gehört zu ihnen, denn zwar haben viele schon einmal etwas von der sogenannten Suchmaschinenoptimierung gehört und können vom Wort her ableiten, dass hierbei eine Suchmaschine optimiert wird – aber stimmt das? Dasselbe gilt für den SEO-Manager, der, wörtlich gesprochen, die Suchmaschinenoptimierung managt. Zugegeben, für den Einzelnen ist es nicht leicht, einen echten Sinn hinter den Begrifflichkeiten zu erkennen, denn ohne Hintergrundwissen ist die Arbeit das sprichwörtliche Buch mit sieben Siegeln. Dieser Artikel schaut einmal in dieses Buch und erklärt, welche Aufgaben hinter den jeweiligen Jobbezeichnungen stecken.

Was bedeutet SEO?

Die Suchmaschinenoptimierung, im Englischen "Search Engine Optimisation", ist sicherlich irreführend. Denn nicht die Suchmaschine an sich wird optimiert, sondern Seiten und Inhalte für eben diese Suchmaschine. Allgemein fallen in das Aufgabengebiet des Berufes:

  • Aufbereitung – eine Webseite wird so aufbereitet, dass sie für eine Suchmaschine besser auszulesen ist. Suchmaschinen arbeiten mit sogenannten Bots, die jede Seite im Internet aufsuchen und auslesen. Damit diese Bots jedoch erkennen können, welche Themen eine Webseite behandelt, muss diese entsprechend aufgebaut sein.
  • Inhalte – auch die Inhalte einer Seite gehören zu der Optimierung. Ein Beispiel: Eine kleine Homepage, die von Kuchenrezepten über Pflanzentipps bis hin zu Ausflugstipps und privaten Anekdoten alles bietet, ist relativ schwer in einer Suchmaschine zu platzieren. Die Bots bekommen zu viele unterschiedliche Informationen. Ein SEO kann nun einen Themenkomplex gezielt gewichten und somit dafür sorgen, dass eine Seite beispielsweise zum Thema Grünpflanzen eine gute Sichtbarkeit erhält. Große Portale errichten deshalb sogenannte Themenwelten, die dann wie einzelne Webseiten behandelt werden.
  • Maßnahmen – der SEO überlegt sich Maßnahmen, mit denen die Sichtbarkeit und somit der Erfolg der Seite erhöht werden kann. Hierbei reduziert er seine Arbeit aber nicht ausschließlich auf die Seite und auf eine Suchmaschine, sondern er erarbeitet unterschiedliche Konzepte. Einträge in spezialisierten Suchmaschinen bringen beispielsweise oft zielgerichteten Erfolg und mehr potenzielle Kunden bei weniger Einsatz als ganz allgemeine Suchmaschinen.

Das Kerngebiet des SEO ist also, Webseiten im Netz so aufzubereiten, dass sie sichtbarer werden. So können sie von Kunden oder Interessenten über die einfache Suchmaschinensuche gefunden werden, auch wenn die eigentliche Adresse der Seite nicht bekannt ist.

Was macht ein SEO konkret?

Die Arbeit des SEO ergibt sich aus den obigen Punkten. Wie umfangreich und abwechslungsreich der einzelne Job wird, welcher als solcher zu den Marketing- und Vertrieb Jobs zu zählen ist, ergibt sich aus der bestehenden Seite. Ist diese bereits mit guten Inhalten gefüllt, ist sie übersichtlich und sauber aufgebaut, kann er zu tiefgründigeren Schritten übergehen. Ist dies alles nicht der Fall, kann es sein, dass er ganz am Anfang beginnen muss. Ein Überblick:

  • On-Site-Optimierung – eigentlich lässt sich jede Seite optimieren. Bei dieser Aufgabe stehen nicht allein die Inhalte im Raum, sondern auch der eigentliche Seitenaufbau. Das Beispiel Hobbyseite vs. professionell erstellter Webseite lässt sich wieder aufgreifen. Wer selbst eine Webseite erstellt, nicht auf Baukästen oder sonstige Hilfen zurückgreift, der hat, sofern kein gutes Vorwissen besteht, oft Fehler auf der Seite. Die Fehler mögen mit dem bloßen Auge nicht ersichtlich sein, doch verwirren sie mitunter die Bots. Im Rahmen eines umfangreichen SEO-Auftrags würden auch diese Fehler behoben.
  • Inhalte – Kategorien, Unterseiten, ein Onlineshop, Texte und sonstige Inhalte kommen ebenfalls auf den Prüfstand. Ist die Seitenführung verständlich, sind die Kategorien vernünftig benannt? Möchte eine Gärtnerei Kunden Auskunft über die möglichen Leistungen geben, darf diese Kategorie freilich nicht "Pflanzenkunde" heißen.
  • Analyse – zu jeder SEO-Maßnahme gehört eine Analyse. Hierbei wird die bestehende Seite ausgelesen, aber auch eine Keywordrecherche erstellt. Das Auslesen der Seite ergibt Anhaltspunkte auf einen möglichen Verbesserungsbedarf, die Keywordrecherche zeigt auf, welche Suchbegriffe zu dem Seitenthema relevant und gängig sind. Diese Suchbegriffe sind das, was normale Internetnutzer in die Suchmaschine eingeben, wenn sie Informationen wünschen. Eine Gärtnerei in Freilassing möchte natürlich branchentypisch und regional gefunden werden. Würde sie hingegen unter "Grünpflanzen Berlin" in den Suchmaschinen auftauchen, wäre dies falsch.
  • Planung – anhand der Analysen lässt sich eine Content-Planung erstellen. Diese beruht auf den Inhalten, die auf der Seite sind, auf fehlende Inhalte und Möglichkeiten, treffende Inhalte in der Zukunft zu erstellen. Dabei werden häufig auch soziale Medien miteinbezogen.

Diese Auflistung ist freilich nicht abschließend. Welche Tätigkeiten durchgeführt werden, hängt immer von der Seite und dem gewünschten Umfang des Auftrags ab. Wer einfach nur eine Analyse wünscht, erhält diese ausgehändigt, muss sich aber um die Umsetzung selbst kümmern. Wer eine längerfristige Betreuung bucht, kann einen Rundumservice erhalten.

Wo kann ein SEO arbeiten?

SEOs sind relativ frei, denn sie können sowohl selbstständig ihre Dienste anbieten, als auch angestellt zu arbeiten. Häufig sind folgende Möglichkeiten:

  • Agentur – in Werbeagenturen, aber auch in IT-Agenturen, die Webseiten für ihre Kunden erstellen, werden SEOs eingesetzt. Es gibt aber auch spezielle SEO Agenturen, welche dabei oft eine besondere Expertise aufweisen. Wie uns Julian Strote, Geschäftsführer der rankeffect GmbH aus München verraten hat, sind professionelle SEOs nicht immer über klassische Stellenangebote zu finden. Vielmehr werden diese durch interne Schulungs- und Traineeprogramme selbst entwickelt.
  • Unternehmen – etliche Firmen besitzen mittlerweile ihre eigene Werbe- und IT-Abteilung, in der SEO mitbeschäftigt werden. Das Aufgabenfeld erweitert sich in diesem Fall, denn SEO werden nun häufig auch mit den sozialen Netzwerken betreut und müssen die Optimierungen stets an den aktuellen Werbestrategien des Hauses ausrichten. Macht das Unternehmen beispielsweise TV-Werbung, muss sich die Suchmaschinenoptimierung in Teilbereichen auch an den aktuellen Spots orientieren und diese auch medial bewerben.

In kleineren Unternehmen ist der SEO nicht selten ein "Angestellter für alles". In diesen Fällen obliegt ihm sowohl die Webseitenerstellung, als auch deren Betreuung. Er ist für die Inhalte zuständig und muss, sofern der Betrieb keine Texte in Auftrag gibt, auch die Texte für die Webseite selbst erstellen.

Abhängig vom Einsatzort variiert natürlich auch das Einkommen.

Fazit - ein umfangreicher Beruf

SEO ist ein sehr interessanter Beruf, der jedoch im ständigen Wandel ist. Es ist praktisch nicht möglich, alles zu wissen, da mit jeder Änderung in den Suchmaschinen auch eine Änderung der eigenen Arbeit einhergeht. Dafür haben SEOs die Möglichkeit, in vielen Bereichen und Anstellungsarten zu arbeiten oder auch, sich selbstständig zu machen. Welche Tätigkeiten im Tagesgeschäft vorkommen, hängt wiederum vom eigenen Schwerpunkt und dem der Kunden ab.

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