Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer

Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer
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Feuerwehrleute haben bei der Arbeit nicht nur mit schwindelerregenden Höhen, sondern auch mit psychischen Belastungen zu tun, wie hier bei einem Brand in einem Seniorenheim in Niedersachsen.

Nach dem Absturz

In welchen Berufen gibt es Psychotests?

Nach der Germanwings-Katastrophe werden Forderungen laut, Piloten besser unter die Lupe zu nehmen. Aber auch in anderen Berufen liegt viel Verantwortung in Menschenhand.

Angesichts des nach bisherigem Ermittlungsstand absichtlich herbeigeführten Absturzes der Germanwings-Maschine fordert der Präsident des Deutschen Fliegerarztverbandes Hans-Werner Teichmüller in der Welt: „Gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten“, bei denen auch Psychopharmaka oder Drogen nachgewiesen werden können. Damit sollen auch psychische Störungen, die bei dem Todes-Piloten Andreas Lubitz (†27) vermutet werden, leichter erkannt werden. Mehr psychische Kontrolle für Piloten wünschen sich viele Menschen. Doch wie sieht es bei anderen Berufen aus? Schließlich müssen wir täglich vielen Menschen unser Leben anvertrauen. So wird in Deutschland kontrolliert:

Lokführer

Triebfahrzeugführer unterziehen sich am Anfang ihrer Karriere auch einem psychologischen Test. Danach müssen sie alle drei Jahre zur ärztlichen Untersuchung, ab dem 55 Lebensjahr jährlich. Das beinhaltet aber keinen psychologischen Test mehr.

Offiziere und Kapitäne von Kreuzfahrtschiffen

Obligatorisch sind laut Helge Grammerstorf vom Verband der Kreuzfahrtreedereien alle zwei Jahre ausführliche medizinische Checks. Hinzu kommen Simulationen, bei denen besonders Stresssituationen geübt werden – und bei denen die Kapitäne von erfahrene Kollegen, aber auch von Psychologen und Medizinern unter die Lupe genommen werden. Die finden aber auf Initiative der einzelnen Reedereien statt. Für Grammerstorf, der selbst Kapitän war, ist die Situation auf der Brücke übrigens mit der im Cockpit vergleichbar: „Entscheidungen müssen im Ernstfall ähnlich schnell getroffen werden, sie wirken dann zwar deutlich verzögerter, können aber ähnlich fatal sein.“

Lebensmittelgewerbe

Für Menschen, die beruflich mit Lebensmitteln hantieren, wie etwa in der Industrie, ist lediglich eine Belehrung durch einen Arzt vorgeschrieben. Dabei geht es um Infektionsschutz und ab wann der Betroffene eine Erkrankung melden muss. Psychologische Tests gibt es nicht.

Polizei

Bei der Einstellung erfolgt ein mehrtätiger Test mit medizinischer Untersuchung, Einzel- und Gruppengespräch. Daran sind auch Ärzte und Psychologen beteiligt. Später gibt es regelmäßige Schulungen zu den Themen Schießen, Einsatzverhalten (je zwei/ Jahr) und Erste Hilfe (jährlich).

Schädlingsbekämpfer

Wer mit Gift hantiert, hat auch eine große Verantwortung. Alle fünf Jahre müssen deswegen Schädlingsbekämpfer ein ärztliches Zeugnis einholen. Dabei wird vor allem ihre Nase überprüft: Sie müssen die verschiedenen Gifte und Gase wahrnehmen können, damit sie sich selbst und andere nicht gefährden. Einen Psychotest gibt es auch hier nicht.

Feuerwehr

Ausführlicher medizinischer Einstellungstest. Außerdem Regelmäßig Prüfung der Atemschutztauglichkeit. Nach schwierigen Einsätzen folgt immer eine ausführliche Besprechung und falls nötig psychologische Betreuung – aber es keine regelmäßigen Psychotests.

Ärzte

Für die Arztzulassung werden die Ärzte medizinisch überprüft. Wie die Tests aussehen müssen, ist im Gesetz nicht näher definiert. Bei einer schweren psychischen Erkrankung kann die Zulassung verweigert werden.

tz

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