+
Laut Arbeitsvertrag müssen nur die wenigsten Arbeitnehmer nach 23:00 Uhr erreichbar sein. Wer dennoch in Bereitschaft bleibt, schwächt sein Wohlbefinden. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Balance halten

Berufliches nicht unterm Weihnachtsbaum erledigen

Mit Smartphone und Laptop ist das Büro immer dabei - sogar im Urlaub. Viele Menschen nehmen Arbeit mit in die Freizeit. Psychologen warnen: Das raubt Energie und schadet der Produktivität.

Berlin (dpa) - Am Abend noch schnell telefonieren und am Wochenende E-Mails checken: Wer Arbeit und Freizeit nicht klar trennt, ist schneller erschöpft und gefährdet sein Wohlbefinden.

Die Vermischung von Beruflichem und Privatem führe dazu, dass sich Arbeitnehmer schlechter erholen könnten. Deshalb seien sie weniger produktiv und kreativ. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Zürich, die in der Fachzeitschrift "Business and Psychology" veröffentlicht ist.

Das Team um die Psychologin Ariane Wepfer hatte 1916 Angestellte verschiedener Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer arbeiteten 40 Stunden in der Woche oder mehr. Sie wurden unter anderem gefragt, wie häufig sie Arbeit mit nach Hause nehmen, wie häufig sie an Wochenenden arbeiten und wie oft sie in der Freizeit an ihre Arbeit denken.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Teilnehmer, die keine klare Trennung von Job und Freizeit pflegen, weniger häufig entspannenden Aktivitäten nachgehen. Zeit mit der Familie, Sport oder andere Hobbys würden dann hintenan gestellt.

"Für die Entspannung ist es wichtig, dass man sich gedanklich komplett von der Arbeit löst", sagt Wepfer. "Man sollte sich mehr den Dingen im Hier und Jetzt widmen. Ich selber habe mein Handy so eingestellt, dass es nicht bei jeder eingehenden E-Mail klingelt."

Außerdem hält es Wepfer für wichtig, dass Arbeitgeber keine ständige Erreichbarkeit verlangen. "Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter ermutigen, Feierabend zu machen. Wenn die Führungskraft eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit vorlebt, fällt es auch den Mitarbeitern leichter."

In der Studie heißt es, Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit müssten so gezogen werden, dass das Wohlbefinden nicht geschwächt wird. Denn schlechtes Wohlbefinden führe letztlich zu reduzierter Produktivität und Kreativität.

Um das Wohlbefinden messen zu können, berücksichtigten die Wissenschaftler, wie stark sich die Teilnehmer physisch und emotional erschöpft fühlten. Außerdem fragten sie nach der Wahrnehmung einer Balance zwischen Arbeit und Freizeit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das bedeuten die Abkürzungen auf Ihrer Gehaltsabrechnung wirklich
Die Abkürzungen auf der Gehaltsabrechnung waren Ihnen bisher ein Rätsel? Wir erklären Ihnen schnell und einfach, was die kryptischen Kürzel wirklich bedeuten.
Das bedeuten die Abkürzungen auf Ihrer Gehaltsabrechnung wirklich
Tierisch verzwickt: Schaffen Sie dieses einfache Rechen-Rätsel?
Ihrem Gehirn geht langsam aber sicher die Puste aus? Dann bringen Sie es wieder zum Rattern - mit unserem tierisch kniffligen Rechen-Rätsel.
Tierisch verzwickt: Schaffen Sie dieses einfache Rechen-Rätsel?
Wie bedrohlich ist die Digitalisierung für den Arbeitsmarkt?
Großes Risiko oder neue Chance? Die Folgen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt sind mit vielen Zweifeln verbunden. Eine Auswertung von Studien ergab jetzt dies: Die …
Wie bedrohlich ist die Digitalisierung für den Arbeitsmarkt?
Kündigung: Diese Verhaltensweisen können Sie den Job kosten
Eine verhaltensbedingte Kündigung ist die Quittung für mieses Benehmen. Doch welche Aktionen rechtfertigen eine Entlassung? Ein Anwalt klärt auf.
Kündigung: Diese Verhaltensweisen können Sie den Job kosten

Kommentare