Arbeitsschutz

Achtung: Das sind die häufigsten Berufskrankheiten - sind Sie auch gefährdet?

  • Andrea Stettner
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Eine Berufskrankheit kann fast jeden treffen - sei es als Bauarbeiter, Förster oder Pflegekraft. Doch welche Berufskrankheiten kommen besonders häufig vor?

  • Nicht jede Erkrankung ist auch eine Berufskrankheit. Sie muss als solche anerkannt sein.
  • Etwa 80 Berufskrankheiten sind in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt.
  • Die häufigste anerkannte Berufskrankheit ist Lärmschwerhörigkeit.

Berufskrankheiten führen in Deutschland immer häufiger dazu, dass Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf aufgeben müssen und eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente erhalten. Dafür muss die Erkrankung* jedoch auch als Berufskrankheit anerkannt werden.

Was ist eine Berufskrankheit?

Eine Berufskrankheit ist laut Definition eine Erkrankung, die Arbeitnehmer durch ihre berufliche Tätigkeit erleiden. Dabei muss diese Erkrankung in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) aufgeführt sein. So schreibt es das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Internetseite.

Etwa 80 Krankheiten sind auf dieser Liste aufgeführt. Sie reicht von Hautkrankheiten über Wirbelsäulenschäden bis hin zu Folgeerkrankungen aufgrund von chemischen Mitteln wie Quecksilber oder Pestiziden.

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Welche sind die häufigsten anerkannten Berufskrankheiten?

Welche Berufskrankheiten besonders häufig anerkannt werden, sehen Sie hier im Überblick:

PlatzBerufskrankheiten (BK-Nr.)anerkannte Fälle
1Lärmschwerhörigkeit (2301)6.649
2Asbestose (4103)1.967
3Lungen-/Kehlkopfkrebs, Asbest (4104)834
4Infektionskrankheiten (3101)814
5Silikose (4101)759
6Hautkrankheiten (5101)571
7Atemwegserkrankungen, allergisch (4301)409
8Lendenwirbelsäule, Heben und Tragen (2108)381
9Atemwegserkrankungen, chem. - irritativ / toxisch (4302)181

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) (Stand: 2014)

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Berufskrankheiten: Welche Berufe sind besonders betroffen?

Lärmschwerhörigkeit ist die mit Abstand am häufigsten anerkannte Berufskrankheit (6.649 anerkannte Fälle). Sie trifft laut der Barmer Krankenversicherung besonders Bauarbeiter oder Beschäftigte in der Forstwirtschaft. Wer beruflich mit Asbest arbeitet, der erleidet häufig eine Asbestose, eine Lungenerkrankung durch asbestfaserhaltigen Staub (1.967 Fälle). Aber auch Lungen- oder Kehlkopfkrebs gilt in Zusammenhang mit Asbest als typische Berufskrankheit (834 Fälle).

Ärzte und Pflegekräfte müssen durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten mit Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Hepatitis oder Tuberkulose rechnen (814). Allergische Atemwegserkrankungen häufen sich oft bei Bäckern, Tischlern oder Floristen (409 Fälle), während Dachdecker und Fliesenleger mit chronischen Schädigungen der Lendenwirbelsäule und der Kniegelenke zu kämpfen haben (381 Fälle). (ans)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Platz 4: Angestellte der Müllabfuhr oder Recycling-Mitarbeiter - 19,4 Fehltage
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