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Die Gewinner beim Online-Schülerzeitungswettbewerb unserer Zeitung mit Juror Stephan Albrecht (oben re.) von der Jungen Presse Bayern und MM-Anzeigenleiter HansGeorg Bechthold (obere Reihe 2. v. re.).

Fragen & Antworten

Bildungstage München: Schöne bunte Schulwelt

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Macht ein Auslandsaufenthalt Sinn? Oder ein Internat? Und wie merke ich, ob mein Kind hochbegabt ist? Bei den Bildungstagen München bekamen Eltern einen Eindruck, wie bunt die Schulwelt heute ist.

Englisch nicht nur als Fach, sondern als generelle Unterrichtssprache

Entspannter Messe-Bummel: Impression von den Bildungstagen

Das ist die Grundidee der Phorms-Privatschulen, eine relativ neue Münchner Gründung. Phorms funktioniert bilingual, in der Grundschule ist 65 Prozent des Unterrichts auf Englisch. „Hier wird das Fundament gelegt“, sagt Schulleiter Peter Kemmer. Am Gymnasium werden die „Sciences“ wie Bio oder Physik auf Englisch unterrichtet, andere Fächer wie Geschichte oder Geographie auf Deutsch. Dieses Jahr ist ein Besonderes: Die ersten 18 Schüler machen Abitur, einige sogar zusätzlich den „IB“, das International Baccalaureate, das den Einstieg an US-Universitäten erleichtern kann.

Hilfe, mein Kind ist schlau – und was weiter?

Zeit für Gespräche: Bei Travelworks ging’s um den Auslandsaufenthalt

Genau dafür gibt es die Gesellschaft für das hochbegabte Kind, die Fördermöglichkeiten für solche Schlau-Kinder bietet. Eltern-Stammtische fungieren als Kontaktbörse, es gibt sie auch in unserer Region, etwa in Fürstenfeldbruck, Erding oder München (Kontakt über dghk.de). Marion Heick und Marion Wörrlein aus Rosenheim und Kolbermoor haben am Sonntag Standdienst. „Eltern merken meist nicht, dass ihr Kind schlau ist – sie merken erstmal nur, dass etwas nicht stimmt.“ Getestet wird ein Kind klassisch mit einem IQ-Test – ab 120 Punkten ist es überdurchschnittlich klug, ab 130 hochbegabt.

Das G8-Abitur in der Tasche, aber erst 17 und zum Studium zu jung?

Dann könnte die Aktion Sühnezeichen Friedensdienst etwas sein. Sie ist der evangelischen Kirche unterstellt und bietet jungen Leuten Sozialdienste im Ausland an – mit Behinderten oder schwer erziehbaren Jugendlichen zum Beispiel. „Ein Land, in dem man arbeitet, lernt man anders kennen, als eines, das man nur bereist“, sagt Wolfgang Ziegltrum von der Aktion. Der 60-Jährige machte einst selbst mit: Er war in Coventry/England, einer von den Nazis zerstörten Stadt.

Die Situation im Internat der Regensburger Domspatzen

Einen – im Wortsinn – schweren Stand haben Gymnasium und Internat der Regensburger Domspatzen, die sich aber tapfer den Diskussionen um Missbrauchsskandal und Gewalt gegen Schüler stellen. Sogar ehemalige Opfer schauten am Stand vorbei – da blieben Vorwürfe nicht aus. „Es gab aber auch Leute, die sagen: Mutig, dass Ihr da seid“, berichtet Lehrerin Sabine Singer. Ihre Einrichtung habe eine faire Chance verdient. Übrigens: Um zu den Domspatzen zu gehen, muss man nicht unbedingt das musikalische Supertalent sein. Das Gymnasium bietet seit neuestem auch einen naturwissenschaftlich-technischen Zweig an, in dem Musik kein Hauptfach ist und man nicht einmal ein Instrument spielen muss.

Beim Verein Demokratische Schule München ist alles etwas anders

Die Musik macht’s: Am Stand der Aton-Schule, einer musischen Ganztagsschule, wurde die Harfe ausgepackt

Lehrer heißen dort „Lernbegleiter“, Klassenzimmer sind „Funktionsräume“. Eine alternative Schule möglichst ohne Druck – das wollen die Gründer, die nach dem Sudbury-Prinzip arbeiten. Sudbury in den USA ist der Ur-Typus dieser Schulart. In Reichling (Kreis Landsberg) gehen seit eineinhalb Jahren 44 Schüler auf so eine Schule. Die Expansion ist geplant: „Wir wollen so was in München auch“, sagt Initiator Claus Rüegg. Gleich nebenan wirbt die Aktion Gute Schule für ähnliche Ziele. „Unterrichtstragödien beenden“, heißt es auf einem Transparent, unter dem Thomas Becker aus Moosburg mit Eltern spricht – über Notendruck und Irrwege des Schulsystems. Auch der Generalsekretär der Freien Wähler und Initiator des G9-Volksbegehrens, Michael Piazolo, schaut vorbei. „Ich finde die Messe klasse“, sagte er. Es gebe viele Kontaktmöglichkeiten zu Schulexperten.

Wettbewerb: Die beste Online-Schülerzeitung

Erstmals hatte der Münchner Merkur zusammen mit merkur.de einen Wettbewerb für die besten Online-Schülerzeitungen ausgerufen. Unter den Gewinnern ragt ein Mädchen heraus: Mila Hölzle aus Bad Wörishofen ist erst zwölf, sie betreibt den Blog hausderbuntenbuecher.blogspot.de, auf dem sie Bücher bespricht. Das war einen Sonderpreis wert. Es gab – na was wohl – einen Hugendubel-Büchergutschein.

von Dirk Walter


Weitere Informationen finden Sie auf der neuen Webseite der Bildungstage München.

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