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Wer Vorgesetzte grob beleidigt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

"Soziale Arschlöcher"

Wer Chefs so beleidigt, muss mit fristloser Kündigung rechnen  

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Grobe Beleidigungen rechtfertigen eine fristlose Kündigung. So das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein. Auch eine lange Betriebszugehörigkeit hilft da wenig. 

Eine angenehme Atmosphäre ist für viele Arbeitnehmer das A und O bei der Arbeit. Kommt es aber doch einmal zum Streit, sollten Sie Ihr Mundwerk unbedingt in Zaum halten. Denn wer seinen Chef oder Vorgesetzten grob beleidigt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Das entschied kürzlich das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in Kiel. 

Chefs als "soziale Arschlöcher" bezeichnet

In dem vom Gericht veröffentlichten Urteil heißt es konkret:"Die Bezeichnung der Geschäftsführer als "soziale Arschlöcher" kann auch in einem langjährigen Arbeitsverhältnis [...] ohne vorherige Abmahnung die außerordentliche Kündigung rechtfertigen."

Zum Hintergrund: Im vorliegenden Fall hatte ein 62-jähriger Mitarbeiter des familiengeführten Betriebs im Bereich Gas- und Wasserinstallation die gegen ihn ausgesprochene fristlose Kündigung angefochten und eine Kündigungsschutzklage eingereicht.

Vorangegangen waren mehrere Streitgespräche zwischen dem 62-Jährigen, den zwei Geschäftsführern und deren Vater. Dieser hatte den Betrieb zuvor geführt. In einem dieser Gespräche fiel nach einem Wortgefecht seitens des späteren Klägers der Ausspruch "Dann kündigt mich doch". Daraufhin erwiderte einer der Geschäftsführer: "Damit wir dann als soziale Arschlöcher dastehen". Dies quittierte der spätere Kläger schließlich mit den Worten, dass sie das schon längst seien.  

Nach grober Beleidigung an Chef: Entschuldigung blieb aus

Abends forderten die Geschäftsführer den Mann zunächst zum Abbau von Arbeitszeitguthaben auf und stellten ihn anschließend für drei Tage frei. Sie empfanden die Äußerungen des langjährigen Mitarbeiters als eindeutige Beleidigung, gaben ihm aber die Chance, sich zu entschuldigen.

Als auch nach drei Tagen keine Entschuldigung erfolgte, sprachen sie dem 62-Jährigen eine fristlose, hilfsweise fristgemäße Kündigung aus. Dieser wiederum klagte dagegen. Die Aussagen seien von den Geschäftsführern provoziert worden, er dagegen habe aus Affekt gehandelt. Außerdem berief er sich auf die Meinungsfreiheit.   

Chef fies beleidigt: Fristlose Kündigung erlaubt

Das Gericht wies seine Klage jedoch ab. Da zwischen Streit und Beleidigung mehrere Stunden vergangen seien, könne keine Affekthandlung vorliegen. Es handle sich stattdessen um eine gezielte, ehrverletzende Beschimpfung. Deshalb könne sich der Kläger auch nicht auf sein Recht auf freie Meinungsäußerung berufen.

Trotz seiner 23-jährigen Betriebszugehörigkeit sei der Firma die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zuzumuten. Entscheidend für diese Beurteilung sei der Fakt, dass der Mitarbeiter sich nie einsichtig gezeigt und für seine Entgleisung entschuldigt habe.

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