Vorstellungsgespräch per Video?

Das sind die Nachteile für Bewerber zu Corona-Zeiten – wie es mit dem Job trotzdem klappt

  • Anne Hund
    vonAnne Hund
    schließen

Ein Vorstellungsgespräch per Video ist keine leichte Angelegenheit. Experten erklären warum – und geben Tipps, wie es in Corona-Zeiten trotzdem funktionieren kann.

Die Corona-Pandemie hat das Arbeitsleben vieler Menschen verändert. Alles andere als einfach haben es in Zeiten von Corona-Kontaktbeschränkungen und Lockdowns zudem alle Job-Suchenden und Jobwechsler. Denn oft sind deshalb Vorstellungsgespräche* nur noch per Videokonferenz möglich.

Klaus Melchers, Leiter der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Ulm hat, wie SZ.de berichtet, untersucht, weshalb Bewerber in digitalen Gesprächen schlechter wegkommen könnten. Für ein Experiment habe der Arbeitspsychologe 114 Auswahlgespräche simuliert, schreibt das Portal – und seine Studierenden in zwei Gruppen aufgeteilt, um herauszufinden, was Videogespräche von herkömmlichen Bewerbungsinterviews unterscheidet. Die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber seien vor Ort befragt worden, die andere Hälfte per Video.

Bei einem Vorstellungsgespräch vor Ort fällt die Kommunikation oft leichter. Trotzdem sollten Bewerber per Video nicht verzweifeln.

Corona: Bewerbungsgespräch per Video statt direkter Blickkontakt

Wer besser abschnitt? „Die digital interviewten Personen wurden im Hinblick auf ihre Leistung negativer bewertet als diejenigen, die ein herkömmliches Bewerbungsgespräch vor Ort machten“, so der Arbeitspsychologe in dem Interview auf SZ.de. „Um herauszufinden, woran das liegt, haben wir alle Gespräche aufgezeichnet und sowohl die Interviewer als auch die Interviewten befragt, wie sie die Situation empfunden haben. In den Videogesprächen haben letztere vor allem eine Sache vermisst: Sie hatten kaum Möglichkeiten für ihr ‚Impression Management‘“.

Lesen Sie zudem: Karriere-Experten warnen: Das ist der größte Fehler beim Bewerbungsfoto

Vorstellungsproblem per Video: Kommunikation nicht so einfach

In dem Interview erklärt der Experte, was das genau bedeutet: „Impression Management sind soziale Strategien, die wir anwenden, um einen guten Eindruck bei unserem Gegenüber zu machen. Das können so Sachen sein wie Lächeln und Blickkontakt suchen, aber auch die eigenen Stärken zu betonen, oder jemandem Komplimente zu machen. In anderen Worten: Per Video fällt es Leuten schwerer, diese Strategien anzuwenden und Nähe aufzubauen.“

Digitales Bewerbungsgespräch: Tipps für Job-Bewerber zu Corona-Zeiten

Fest steht: Ein Bewerbungsgespräch per Video zu meistern, ist wohl auch im echten Leben gewiss gar nicht so einfach. Doch Bewerber können sich entsprechend vorbereiten. Wie gelingt es, vor der Kamera ein gutes Bild zu machen? Und was ist mit dem Ton? Lesen Sie hier die Tipps verschiedener Experten zum Vorstellungsgespräch per Video.

(ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant: Lügen im Lebenslauf: Diese Tricks kennt jeder Personaler

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Rubriklistenbild: © picture alliance / Silas Stein/  dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare