Arztbesuch danach wieder erforderlich

Krankschreibung vom Arzt per Telefon nur noch bis zu diesem Datum möglich

Im März wurde in der Corona-Krise die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung eingeführt. Jetzt wurde die Regelung verlängert - allerdings ein wohl letztes Mal.

  • In der Coronakrise* können sich Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen telefonisch krankschreiben lassen.
  • Die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung ist erneut verlängert worden.
  • Eine Umfrage zeigt, wie viele Arbeitnehmer* das Angebot bisher genutzt haben.

Update vom 19. Mai: Telefonische Krankschreibungen nur noch bis Ende Mai möglich

Krankschreibungen per Telefon sind nur noch bis Ende Mai  möglich. Einem Beschluss des "Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen" zufolge ist ab dem 1. Juni für eine Krankschreibung wieder ein Arztbesuch nötig, wie unter anderem BR Online berichtete. Das Ende der Sonderregelung wegen der Corona-Krise stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Hecken demnach. Der Deutsche Hausärzteverband hingegen hatte gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern.

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Artikel vom 29. April: Telefonische Krankschreibung bis 18. Mai verlängert

Arbeitnehmer* können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise*, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen mitteilte. Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen.

Befristet gilt nun weiter, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung soll die Ansteckungsgefahr in Arztpraxen verringern.

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Umfrage: So viele Arbeitnehmer ließen sich per Telefon krankschreiben

Eine Umfrage ergab: Vier von zehn erkrankten Arbeitnehmern haben sich seit Anfang März per Telefon krankschreiben lassen. Bei 43 Prozent von ihnen bestand laut behandelndem Arzt der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Befragung im Auftrag der DAK-Gesundheit von mehr als 2.000 Beschäftigten.

Die Umfrage belege zudem: Die große Mehrheit der Befragten hätte eine Arztpraxis aufgesucht, wenn es die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung nicht gegeben hätte.

Insgesamt haben sich laut der Umfrage 19 Prozent der Beschäftigten zwischen 18 und 65 Jahren seit 9. März – also ab Einführung der telefonischen Krankschreibung – bei ihrem Arbeitgeber arbeitsunfähig gemeldet, wie die Kasse weiter mitteilt. Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder einzelnen Altersgruppen gab es bei den Krankmeldungen demnach nicht.

39 Prozent der Arbeitnehmer, die den sogenannten gelben Schein vorgelegt haben, nutzten demnach die telefonische Krankschreibung. 88 Prozent der Erkrankten hätten die Arztpraxis aufgesucht, wenn es die neue Regelung nicht gegeben hätte, heißt es weiter in der Mitteilung.

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Forderung: Telefonische Krankschreibung bis Juni verlängern

Man halte eine Beibehaltung der telefonischen Krankschreibung bis Ende Juni für sinnvoll, so DAK-Vorstand Andreas Strom. Die Daten hätten gezeigt, dass Arbeitnehmer verantwortungsvoll mit der neuen Regelung umgehen und das Ansteckungsrisiko in den Praxen dadurch reduziert werde. "Wir unterstützen damit die Forderung des Hausärzteverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Verlängerung der telefonischen Krankschreibung."

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Wichtigste Regel: Abstand halten

Die offiziellen Regeln sehen weiterhin strenge Ausgangsbeschränkungen und das Meiden sozialer Kontakte vor. Mindestens 1,5 Meter soll zu anderen Personen Abstand gehalten werden und Treffen außerhalb des Wohnraums sind nur mit höchstens einer anderen Person gleichzeitig möglich - mit einer Ausnahme: Familie und Wohngemeinschaften sind von dieser Regel ausgenommen. Bei kranken und alten Familienangehörigen sollten Sie allerdings besondere Sicherheitsmaßnahmen* treffen.

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Quellen: dpa, DAK, BR Online

ahu

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