+
Ein Arbeitgeber hat das Recht, bei den E-Mails seiner Mitarbeiter mitzulesen. Allerdings darf er nicht grundsätzlich alle Mails lesen oder das Postfach gar mit technischen Mitteln überwachen. Foto: Andrea Warnecke

Frage an den Arbeitsrechtler

Darf der Chef die E-Mails mitlesen?

Auch für E-Mails gilt das Briefgeheimnis. Doch nicht immer sind Dienstmails dadurch vor dem Mitlesen Dritter geschützt. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht erklärt, wann der Chef einen Mailverkehr mitverfolgen darf.

Berlin (dpa/tmn) - E-Mails im dienstlichen Postfach sollten sich im besten Fall um die Arbeit drehen. Manche Chefs möchten es genau wissen und verlangen von ihren Angestellten, mitlesen zu dürfen. Dürfen sie das?

Voraussetzung für dieses Recht ist zunächst, dass der Arbeitgeber zuvor jede private Nutzung des dienstlichen E-Mail-Postfachs verboten hat. Dann kann ein Vorgesetzter zum Beispiel die Arbeitsanweisung geben, dass ihm dienstliche Mails etwa zu einem bestimmten Vorgang zur Verfügung gestellt oder in Kopie zugesandt werden, erklärt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Auch im Urlaubs- oder Krankheitsfall eines Arbeitnehmers sei es die herrschende Meinung, dass das dienstliche Interesse des Arbeitgebers gegenüber dem Persönlichkeitsrecht des abwesenden Arbeitnehmers überwiegt. Das heißt: Der Arbeitgeber hat dann das Recht, auf die dienstliche Konversation im Mail-Postfach des erkrankten oder abwesenden Arbeitnehmers zuzugreifen. "Und der Arbeitnehmer ist verpflichtet, das dem Arbeitgeber zu erlauben", so Meyer, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) ist.

Allerdings ist es selbst bei einem Verbot der privaten E-Mail-Nutzung unzulässig, dass der Arbeitgeber immer alle Mails des Arbeitnehmers mitliest oder gar technisch mittels spezieller Kontrollsoftware überwacht. "Dies wäre ein rechtswidriger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Beschäftigten", sagt Meyer.

Erlaubt ein Arbeitgeber, dass über den dienstlichen E-Mail-Account auch private E-Mails geschrieben und empfangen werden dürfen, verwirkt er damit seine Rechte, die Mails ohne konkrete Einwilligung einsehen zu dürfen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

100 Absagen auf Bewerbungen: Frau lässt dann ein Detail weg - und ist prompt zum Bewerbungsgespräch eingeladen
Eine Frau auf  Jobsuche bewarb sich auf über 100 Stellen - doch sie bekam nur Absagen. Dann entschied sie sich, ein Detail aus ihrem Bewerbungsschreiben zu streichen.
100 Absagen auf Bewerbungen: Frau lässt dann ein Detail weg - und ist prompt zum Bewerbungsgespräch eingeladen
Leuchtturm-Rätsel für Grundschüler - daran verzweifeln sogar Erwachsene
Eine kleine Auflockerung des tristen Büroalltags gefällig? Obwohl das Rätsel für Grundschüler gedacht war, dürfte es auch einige Erwachsene ins Schwitzen bringen. Sie …
Leuchtturm-Rätsel für Grundschüler - daran verzweifeln sogar Erwachsene
Widerlich: Mann (38) rührt Chefin vier Jahre lang ganz persönliche "Zutat" in Kaffee
Ein Mann war gar nicht gut auf seine Chefin zu sprechen: Jahrelang fügte er ihrem Kaffee eine ganz spezielle "Zutat" hinzu, die ihm jetzt wohl seine Freiheit kostet.
Widerlich: Mann (38) rührt Chefin vier Jahre lang ganz persönliche "Zutat" in Kaffee
Kurios: Jeder zweite Japaner scheitert an vermeintlich harmloser Mathe-Aufgabe für Fünftklässler
Im Büro herrscht gähnende Langeweile und Sie sehnen sich nach Abwechslung? Dann versuchen Sie doch dieses Mathe-Rätsel zu knacken. Angeblich löst es nur jeder Zweite …
Kurios: Jeder zweite Japaner scheitert an vermeintlich harmloser Mathe-Aufgabe für Fünftklässler

Kommentare