Viele Menschen in Deutschland sprechen Dialekt.
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Viele Menschen in Deutschland sprechen Dialekt.

Einkommen

Studie: Wer Dialekt spricht, bekommt weniger Gehalt

  • Anne Hund
    VonAnne Hund
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Ökonomen haben herausgefunden, dass Dialektsprecher im Schnitt rund 20 Prozent weniger verdienen als Kollegen ohne Dialekt.

  • Hat der regionale Akzent Einfluss auf die Gehälter*?
  • Eine Studie von US-Forschern ist zu diesem Schluss gekommen.
  • Laut der Studie bekommen Dialektsprechende im Schnitt 20 Prozent weniger Gehalt*.

Dialekt hat laut Studie Einfluss auf das Gehalt

Dialekt sprechen - das ist in vielen Regionen ganz normal und hat seinen Charme. Nicht umsonst gab es (mit einer ordentlichen Portion Selbstironie) den Slogan von Baden-Württemberg: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch."

Überraschend sein mag für viele unterdessen das Ergebnis einer vom National Bureau of Economic Research in den USA veröffentlichten wissenschaftlichen Studie ("The Wage Penalty of Regional Accents"). Darin nahmen sich die Ökonomen Jeffrey Grogger, Andreas Steinmayr und Joachim Winter der Frage an, ob Dialektsprecher in Deutschland am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Das Ergebnis, so heißt es in einem Bericht auf welt.de: Menschen, die einen starken regionalen Akzent haben, verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger als jene, die Hochdeutsch sprechen.

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Dialekt neben Bildung und kognitiven Fähigkeiten ein Kriterium?

Die Auswertung basiere auf Daten des sogenannten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer repräsentativen Befragung von Privathaushalten in Deutschland*: Bei der Befragung sollten die Interviewer demnach zusätzlich angeben, ob die Befragten einen regionalen Akzent hatten und wie stark dieser war. "42 Prozent hatten demnach keine sprachliche Färbung, 45 eine leichte und zwölf Prozent eine mittlere bis starke. Letztere wurden für die Studie als Dialektsprecher definiert", heißt es in dem Bericht zu den Hintergründen. Da ein geringeres Einkommen in der untersuchten Gruppe auch andere Ursachen als die Sprache haben könne wie beispielsweise eine geringere Bildung oder geringere kognitive Fähigkeiten, so heißt es in dem Bericht, haben die Studienautoren die Daten mithilfe von ökonometrischen Modellen um solche möglichen Einflussfaktoren bereinigt. "Am Ende blieb dann ein Abschlag von 20 Prozent beim Gehalt, unter der Voraussetzung, dass alle anderen Eigenschaften und Fähigkeiten gleich sind", so das Fazit.

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Kritik an Dialekt-Studie aus den USA

An der Dialekt-Studie gibt es berechtigte Kritik. Ob sich hieraus Schlüsse auf die Gesamtbevölkerung anwenden lassen können, ist fraglich. Allein die relativ geringe Teilnehmerquote macht das eher schwierig. So basiere die Studie auf Daten von lediglich 950 Personen. Hiervon fielen zwölf Prozent in die Kategorie der Dialektsprecher, also gerade mal 114. Eine ungleiche Bezahlung hat davon abgesehen viele Ursachen - und nicht immer geht es dabei fair zu, wie etwa die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen oder auch die Gehälter in manchen Berufsgruppen zeigen.

Was den Dialekt betrifft, seien frühere Vergleichsstudien zumindest zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, wie es in dem Bericht auch heißt. So etwa die Studie von Yuxin Yao und Jan C. van Ours, die herausfanden, dass in den Niederlanden Dialektsprecher durchschnittlich sechs Prozent weniger verdienen*.

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