Nicht alle Chefs reagieren in der Krise besonnen.
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Nicht alle Chefs reagieren in der Krise besonnen.

Typische Verhaltensmuster?

Diese fünf Fehler in der Krise wird Ihr Chef bereuen

  • Anne Hund
    vonAnne Hund
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Wenn Ihr Vorgesetzter in der Krise zu einem Kontrollfreak mutiert, dürfen Sie ihn bändigen. Er könnte sich damit selbst schaden.

  • Führungskraft sein in der Coronakrise*? Keine leichte Übung.
  • Diese fünf Fehler könnten Chefs nach der Krise bereuen.
  • Experten geben Tipps, wie sie es besser machen.

Chefs in der Krise: Welche Fehler sind typisch?

Die Coronakrise ist auch im Arbeitsleben* noch immer deutlich zu spüren. Während manche Führungskräfte besonnen reagieren, scheinen andere Chefs in so einer Krise* manchmal alles andere als geschickt zu sein. Spiegel Online hat unter Verweis auf verschiedene Experten und Studien fünf gängige Fehler von Chefs in einer Krise genauer analysiert - inklusive Tipps, wie sie es besser machen: Das sind die fünf Fehler, die Chefs in der Krise nicht begehen sollten. 

Fehler 1: Gerüchte anheizen, weil Sie unbewusst falsche Signale aussenden: Vielen Vorgesetzten sei nicht bewusst, wie sehr sie beobachtet werden, heißt es in dem Bericht auf Spiegel Online. Auch in Zeiten agiler Teams und Führung auf Augenhöhe richte sich die Aufmerksamkeit in Organisationen meist von unten nach oben - ob man das wolle oder nicht. Das Phänomen sei in vielen Studien nachgewiesen: Eine Sekretärin wisse mehr über ihren Vorgesetzten als er über sie. Ein Student könne zudem mehr über seine Professorin berichten als umgekehrt. Diese Tendenz verschärfe sich in Krisenzeiten. Wenn der Chef etwas tue, was sich nicht eindeutig interpretieren lässt, würden Mitarbeiter dies in 90 Prozent aller Fälle als Zeichen dafür werten, dass ihnen Schlechtes bevorsteht. Der perfekte Nährboden für Gerüchte.

So machen Chefs es besser: Chefs sollten klar und berechenbar sein, schreibt Spiegel Online unter Berufung auf Robert Sutton, Professor an der Business School der Universität Stanford und einer der führenden Organisationspsychologen. Sie sollten sagen, was sie wissen und was nicht, so der Tipp. Zudem sollten sie auf nonverbale Signale achten, die die Kollegen senden. Keine leichte Übung gewiss für alle, die gerade nur per Videochat kommunizieren. Der Rat, so heißt es auf Spiegel Online an Führungskräfte gerichtet zudem: Seien Sie im Zweifel überdeutlich, wiederholen Sie Ihre Kernbotschaften und achten Sie darauf, dass Ihre Miene zu der Botschaft passt.

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Zu viele schlechte Nachrichten am Arbeitsplatz?

Fehler 2: Zu hektisch entscheiden: "In Krisen reagieren wir nach archaischem Muster, wir erstarren oder schalten um auf Angriffsmodus", wird in dem Bericht außerdem analysiert. Wieso Regungslosigkeit schade, würden die meisten Führungskräfte sofort verstehen. Dass aber auch Aktionismus negative Auswirkungen habe, würden nur wenige erkennen. Motto: "Es fühlt sich doch gut an, etwas tun zu können." Genau das aber könnten Chefs später bereuen: Wissen Sie wirklich genug, um fundierte Aussagen treffen zu können?

So machen es Chefs besser: Keine vorschnellen Schlüsse in der Krise ziehen und Quellen hinterfragen.

Fehler 3: Nur noch negative Nachrichten verkünden: Die guten Nachrichten mögen gerade rar sein, und Chefs sind eben auch nur Menschen. Für die Mitarbeiter ist es aber alles andere als motivierend, wenn sie nur noch schlechte Neuigkeiten erfahren.

So machen Chefs es besser: Vorgesetzte sollten dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter sich handlungsfähig fühlen. Als Führungskraft müssten Sie nicht nur Haltung zeigen, sondern in Krisen auch Halt geben, so einer der Tipps in dem genannten Beitrag.

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Diese Fehler sollten Chefs nicht machen

Fehler 4: Alle Kontrolle an sich reißen: Viele Chefs würden unbewusst in ein Muster der Überkontrolle rutschen, schreibt Spiegel Online zudem und zitiert Ronald Heifetz, einer der einflussreichsten Führungsexperten weltweit, der geschrieben habe: "Eine einzelne Führungskraft ist einfach nicht in der Lage, all die Veränderungen zu erkennen und zu verstehen, die sich um sie herum abspielen."

So machen Chefs es besser: "Manager müssen sich frei machen von dem Gefühl, dass sie alles sein und alles tun müssten", wird Heifetz weiter zitiert. "Stattdessen sollten sie sich daran gewöhnen, diese Last mit Leuten in verschiedensten Funktionen und Standorten zu teilen."

Fehler 5: Bedürfnisse und Gefühle von Mitarbeitern ignorieren: Viele Führungskräfte würden versäumen, zu fragen, wie es ihren Mitarbeitern gehe, so eine der Erkenntnisse. 

So machen Chefs es besser: "Mitarbeiter müssen das Mitgefühl ihres Chefs oder ihrer Chefin für ihre jeweilige Situation spüren”, zitiert Spiegel Online den Leadership-Experten und Professor Wolfgang Jenewein. Meetings am Morgen sollten demnach nicht mit der Frage starten, was zu tun sei, sondern eher mit einem "Wie geht es euch".

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ahu

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