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Discounter arbeiten kräftig an ihrem Image.

Aldi, Lidl und Co.

Discounter werben um Fachkräfte

Jahrelang hatten Discount-Supermärkte wie Lidl oder Aldi einen schlechten Ruf als Arbeitgeber. Doch die Zeiten ändern sich: Für die Discounter ist es schwieriger geworden, gutes Personal zu finden.

Bespitzelung von Mitarbeitern, Leistungsdruck, Kontrolle und Willkür – fast zehn Jahre ist es her, dass die Gewerkschaft Verdi in einem „Schwarzbuch“ die Lage bei der Schwarz-Gruppe anprangerte, zu der unter anderem die Handelskette Lidl gehört. „In der Vergangenheit hatte Lidl als Arbeitgeber keinen guten Ruf“, bestätigt Bernhard Franke, Handelsexperte bei der Gewerkschaft Verdi in Baden-Württemberg. „In den vergangenen Jahren gibt sich das Unternehmen mehr und mehr Mühe.“ Der Handel habe in den letzten Jahren viel in die Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität investiert, bestätigt auch Winfried Malcher, als Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands (HDE) für Bildung zuständig.

Discounter buhlen verstärkt um gutes Personal

Nach Frankes Einschätzung ist der Wandel nicht ganz freiwillig geschehen: „Der Handel konkurriert auch verstärkt mit anderen Branchen“, betont er. Insbesondere die Discounter buhlten mehr und mehr um gutes Personal. Denn die Anforderungen steigen. Die Hoch-Zeit der Billigläden ist genauso vorbei, wie das Lagerhallenambiente der Vergangenheit angehört. Das Sortiment wächst seit Jahren, mit frischem Obst und Brot – aber auch Fisch und Fleisch – bewegen sich Lidl, Aldi & Co. inzwischen immer mehr in Richtung eines Supermarkts. Nur Paletten in den Laden zu schieben und die Kartons aufzureißen, das war einmal.

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Größere Verkaufsflächen, mehr Mitarbeiter

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen. Bei Lidl ist die Anzahl der Mitarbeiter je Filiale in den vergangenen zehn Jahren von 11 auf 17 gestiegen. Die Verkaufsflächen waren 2013 um 11 Prozent größer als 2003. Bei Aldi sieht es ähnlich aus. Die Verantwortung steigt insbesondere für die Filialleiter, die nicht nur Mitarbeiter organisieren, sondern auch mal selber Kisten auspacken und an der Kasse sitzen. Lidl will deshalb genau diese Position aufwerten: Die 3300 Filialleiter in Deutschland bekommen Schulungen, sollen besser bezahlt werden und einen Dienstwagen erhalten. Die Rede ist von der größten Weiterbildungsmaßnahme in der Unternehmensgeschichte. Sie soll den neuen Filialleitern auch weitere Aufstiegschancen bieten.

Geeignete Führungskräfte werden rar

„Der Arbeitsmarkt wird enger“, erläuterte Lidl-Deutschlandchef Matthias Raimund kürzlich bei der Vorstellung der Qualifizierungsmaßnahmen. Geeignete Führungskräfte würden rarer. „Es ist nicht einfacher, gute Filialleiter zu finden“, ergänzte Personalchef Thomas Augst. Bei den Konkurrenten Aldi Nord und Süd versucht man das Problem anders zu lösen. Führungsnachwuchs werde aus den eigenen Reihen rekrutiert, heißt es übereinstimmend. Aldi Süd fördere seine Filialleiter bereits seit Jahren mit Fortbildungen und Schulungen, so eine Sprecherin. Dank leistungs- und umsatzabhängiger Prämien würden die Filialleiter im Schnitt sogar über Tarif bezahlt. Bei Aldi Nord heißt es: „Einen Fachkräftemangel auf der Ebene der Filialleiter oder auf anderer Ebene können wir daher bislang nicht verzeichnen.“ Der Discounter Netto will sich zu dem Thema nicht äußern.

Gerade Auszubildende sind schwer zu finden

HDE-Geschäftsführer Malcher sieht vor allem Probleme, für den Handel Auszubildende zu finden. Nach Einschätzung des Verdi-Experten Franke sind die Probleme hausgemacht. „In punkto Bezahlung und Arbeitszeiten ist der Handel nicht gerade eine attraktive Branche“, meint er. Ein Auszubildender in der Metallindustrie in Baden- Württemberg verdient im ersten Ausbildungsjahr 917 Euro, soviel bekommt ein Lehrling im Handel erst am Ende seiner Ausbildung. Auch Ladenöffnungszeiten bis 21 oder 22 Uhr können Bewerber abschrecken.

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