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Finanzamt

Wer eine Steuererklärung abgeben muss

Wer seine Steuererklärung nicht innerhalb der vorgesehenen Frist abgibt, muss künftig automatisch 25 Euro Verspätungszuschlag je Verzugsmonat zahlen. Darauf hat sich der Finanzausschuss des Bundestages bei der Beratung über das Steuermodernisierungsgesetz geeinigt.

Für Viele stellt sich jetzt die Frage, ob sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind.

Eine Pflicht besteht insbesondere für Arbeitnehmer

Wenn beide Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen nach den Steuerklassen V oder VI oder dem Faktorverfahren besteuert wurde.

  • Wenn die Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt haben.
  • Wenn auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag zum Beispiel für Werbungskosten eingetragen wurde und der Arbeitslohn im Jahr 2015 bei Singles 10 800 Euro oder bei Ehepartnern 20 500 Euro überschritten hat.
  • Wenn für Kapitalerträge noch Abgeltungsteuer entrichtet werden muss, zum Beispiel bei Auslandskonten.
  • Wenn steuerpflichtige Nebeneinkünfte von über 410 Euro im Jahr vorliegen, von denen keine Lohnsteuer einbehalten wurde, etwa Mieteinnahmen oder Renten
  • Wenn von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Arbeitslohn bezogen wurde
  • Wenn Einkünfte wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Kranken- oder Elterngeld erzielt werden und diese insgesamt höher als 410 Euro im Jahr sind.

Wenn die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung besteht, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Steuern zu zahlen sind, weil man bestimmte Ausgaben absetzen kann.

Die meisten Steuerpflichtigen müssen ihre jährliche Erklärung bis 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Bisher fallen nicht sofort zusätzliche Kosten an, wenn sie die Frist versäumen. Zudem liegen Zwangsgelder oder Verspätungsaufschläge für säumige Kunden häufig im Ermessen der Steuerbehörden.

Die neue Regelung soll laut Gesetzentwurf dazu dienen, den Verwaltungsaufwand zu verringern, der bisher mit „streitanfälligen Ermessensentscheidungen über die Festsetzung von Verspätungszuschlägen“ verbunden sei. Im ursprünglichen Entwurf aus dem Finanzministerium waren 50 Euro vorgesehen. Bei der Gesetzesberatung im Bundestag wurde die Summe schließlich halbiert.

Der Bund der Steuerzahler hält den Aufschlag für unangemessen, zumindest in den Fällen, in denen Bürger keine Steuern nachzahlen müssen und sich bisher auch nichts haben zuschulden kommen lassen.

„Wenn jemand immer pünktlich abgegeben hat und seine Steuererklärung jetzt ein einziges Mal verschläft, sollte man von einem automatischen Verspätungszuschlag absehen“, sagte die Leiterin der zuständigen Abteilung im Verband, Isabel Klocke.

mm

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