Zwei Schwestern streiten. Geschwister, die rivalisieren, sollen auch später im Job ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken besitzen.
+
Geschwister, die rivalisieren, sollen auch später im Job ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken besitzen.

Psychologie

Streithähne oder Dreamteam? So beeinflussen Geschwister, wie wir uns im Job verhalten

  • Andrea Stettner
    vonAndrea Stettner
    schließen

Geschwister beeinflussen uns mehr, als uns lieb ist – auch im Job. Psychologen verraten, was Geschwisterrivalität aus uns macht, und ob Erstgeborene bessere Führungskräfte sind.

Die Beziehung zu unseren Geschwistern sind die längsten Verbindungen, die Menschen haben können. Umso besser, wenn sich Geschwister gut verstehen. Doch bei manchen fliegen auch gerne mal die Fetzen – mit Folgen, die sogar bis ins Berufsleben reichen können.

Konkurrenzdenken lernen wir von unseren Geschwistern

Wie Psychologen schon seit Jahren wissen, beeinflusst unser Verhältnis zu unseren Brüdern und Schwestern die Art und Weise, wie wir uns im Job verhalten. Der Grund: Bestimmte Verhaltensmuster üben wir mit unseren Geschwistern schon in der Kindheit ein. Im Berufsleben rufen wir diese erlernten Verhaltensmuster dann wieder ab. Das bestätigt auch der Hamburger Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort. „Wie ich im Beruf mit anderen rivalisiere, das ist etwas, das ich als Kind durch Geschwisterbeziehungen lerne“, verrät der Experte im Interview mit dem BusinessInsider. Besonders bei Kindern, die mit einem oder mehreren gleichgeschlechtlichen Geschwistern aufwachsen, soll das Konkurrenzdenken besonders groß sein: „Unter Brüdern ist die Konkurrenz meist härter als unter Bruder und Schwester.“ Aber auch bei Kindern mit geringem Altersunterschied, also von weniger als 18 Monaten, soll die Konkurrenz besonders ausgeprägt sein.

Der Konkurrenz begegnen viele, indem sie sich von ihren Geschwistern abgrenzen: „Sehr viele Kinder versuchen, sich durch Verschiedenheit gegen ihre Geschwister zu behaupten“, verrät Psychologe Jürg Frick dem Portal. „Sie suchen sich unbewusst eine Nische, die ihr Bruder oder ihre Schwester noch nicht besetzt.“ Fällt der Erstgeborene vor allem durch Fleiß und gute Noten auf? Dann versucht der Zweite vielleicht beim Sport zu glänzen.

Natürlich lernen wir auch Positives von unseren Geschwistern: „Haben Geschwister sich als Kinder beispielsweise unterstützt, wenn es Probleme mit den Eltern gab, dann haben sie dadurch Muster von Kooperation und Zusammenhalt trainiert“, erzählt Psychologe Frick weiter. Trifft derjenige dann später im Beruf auf einen Kollegen oder einen Vorgesetzten, der uns an unsere Geschwister erinnert, können diese Verhaltensmuster wieder abgerufen werden – und eine harmonische Zusammenarbeit entsteht.

Lesen Sie auch: Vorstellungsgespräch: Mit diesem 4-Sekunden-Trick hinterlassen Sie gleich einen guten Eindruck.

Im Video: In diesen Berufen arbeiten die meisten Psychopathen

Geburtreihenfolge: Nicht jeder Erstgeborene avanciert zum Chef

Mit einem Gerücht räumt Frick jedoch auf: dass die ältesten Geschwisterkinder qua Geburt zur Führungskraft mutieren. Tatsächlich üben die Eltern hier maßgeblich Enfluss aus. „Es gibt Erstgeborene, die bekommen von den Eltern schon früh die Verantwortung fürs kleinere Geschwisterkind aufgedrückt“, meint Frick im Interview. „Und es gibt Erstgeborene, die es genießen, die Verantwortung für jüngere Geschwister zu übernehmen. Die darauf stolz sind und damit vielleicht sogar kokettieren.“ Wer also schon früher genossen hat, seinen Geschwistern die Welt zu erklären, und auf sie aufzupassen, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch später mit einer Führungsposition liebäugeln. (as)

Außerdem interessant: Ist mein Chef ein Narzisst? Folgende Anzeichen verraten es Ihnen.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Mit dieser Körpersprache wirken Sie schnell unprofessionell

Vor dem Chef und Kunden ist es wichtig, stets professionell aufzutreten. Doch die falsche Körpersprache bewirkt oft das Gegenteil.
Hektische Bewegungen verraten dem Gegenüber, dass Sie nervös sind. Verlangsamen Sie daher bewusst Ihre Bewegungen, wenn Sie aufgeregt sind und sprechen Sie langsamer.
Genauso nervös wirkt es, wenn Sie mit Ihren Haaren, Schmuck oder Ihrer Kleidung spielen.
Wer mit dem Finger auf andere zeigt, wirkt schnell aggressiv - und die Geste könnte als Drohgebärde verstanden werden. Benutzen Sie lieber die offene Hand, wenn Sie gestikulieren.
Mit dieser Körpersprache wirken Sie schnell unprofessionell

Auch interessant

Kommentare