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Weder Fleiß noch Leistung zählen: Darum machen Mitarbeiter wirklich Karriere

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Von: Andrea Stettner

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Warum steigen Mitarbeiter wirklich auf? Wer gut netzwerken kann, hat auf dem Weg nach oben schon mal einige Vorteile.
Warum steigen Mitarbeiter wirklich auf? Wer gut netzwerken kann, hat auf dem Weg nach oben schon mal einige Vorteile. © pixabay / Free-Photos

Wer stets hervorragende Leistung abliefert, steigt auf? Weit gefehlt: Ein Psychologe enthüllt, auf welche Dinge es wirklich ankommt, um in der Hierarchie nach oben zu klettern.

Vielleicht haben Sie es schon geahnt: Viele Chefs gelangen nicht etwa wegen ihrer hervorragenden Fachkenntnisse nach oben. Vielmehr spielen andere Faktoren eine Rolle, um im Unternehmen aufzusteigen. Das hat eine Untersuchung des Wirtschaftspsychologen Florian Becker ergeben. 

"Nicht die, die für das Unternehmen am erfolgreichsten sind, steigen auf"

In einem Interview mit dem Spiegel fegt der renommierte Experte gleich den größten Irrtum vieler Karrierewilligen hinweg, denn Leistung spielt bei Beförderungen nur eine untergeordnete Rolle. Bei einem Vergleich der 30 besten und der 30 am schnellsten aufgestiegenen Manager machten nämlich überraschenderweise nicht diejenigen Karriere, die in ihrem Bereich Top-Ergebnisse ablieferten. 

"Es waren diejenigen, die fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Networking verbrachten", so Becker. "Sie knüpften Netzwerke zu wichtigen Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens." Tatsächlich sollen nur 10 Prozent der beförderten Führungskräfte auch gut in ihrem Job sein. Ein erschreckendes Ergebnis, denn das bedeutet auch, dass Unternehmen meist die "Falschen" befördern.

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"Ein Zentimeter mehr Körpergröße macht ungefähr rund 250 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr aus"

"Unternehmen funktionieren nicht so rational, wie sie behaupten", bestätigt Becker, "es gibt einen großen menschlichen, psychologischen Faktor." Und bei dem geht es - so banal es klingt - vor allem um Äußerlichkeiten. Denn die haben laut Becker einen erheblichen Einfluss darauf, ob Mitarbeiter in Unternehmen aufsteigen - oder eben nicht. Dazu zählen: 

"Ungefähr 70 Prozent der Menschen, die sehr viel Erfolg im Beruf haben, sehen überdurchschnittlich gut aus", bestätigt Becker. Psychologen gehen davon aus, dass attraktive Menschen deshalb erfolgreicher seien, weil sie zum Einen mehr Selbstbewusstsein hätten und besser gelernt hätten, zu kommunizieren. Zum Anderen stufen sie viele Menschen als kompetenter ein.

Auch große Menschen und Mitarbeiter mit einer tiefen Stimme gelten als fachlich versierter. Zudem ordnen sich Menschen aus psychologischer Sicht lieber eher einer großen Person unter - deshalb gelten diese auch als die bessere Führungskraft.

Die Körpergröße macht sich sogar bezahlt: "Ein Zentimeter mehr Körpergröße macht ungefähr rund 250 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr aus", so Becker. Das gelte übrigens für beide Geschlechter. Deshalb sollen laut Becker auch eher "männlich" wirkende Frauen öfter befördert werden.

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Mit diesen Verhaltensweisen punkten Sie bei Vorgesetzten

"Ganz schön oberflächlich", könnte man da meinen, doch auch in der heutigen, modernen Zeit greifen laut Becker nach wie vor archaische Muster, wenn es um Führung geht. Aber die gute Nachricht folgt sogleich: Obwohl Leidenschaft für den Beruf, Unternehmenszugehörigkeit und Erfahrung nur eine untergeordnete Rolle spielen sollen, können sich Mitarbeiter mit diesen Verhaltensweisen für eine Beförderung empfehlen

Sich aktiv zeigen, nach Projekten greifen und Interesse an neuen Bereichen bekunden - das sehen Verantwortliche gerne. Wer sich dagegen immer ruhig und zurückhaltend zeigt, der hat bei einer kleinen Körpergröße, hohen Stimme und mittelmäßigem Aussehen die schlechtesten Karten, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern.

Und genau das sieht Becker kritisch: Seiner Meinung nach sollten Firmen hier umdenken, mehr Wert auf Fachkompetenz, Erfahrung oder auch Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität legen. Denn eines steht für den Experten fest:  "Unternehmen verlieren ganz viel Potenzial. Leistung sollte eine größere Rolle spielen."

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Von Andrea Stettner

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