+
Wer seinen Azubis erklärt, weshalb auch vermeintlich lästige Hilfsarbeiten wichtig sind, kann oft mit mehr Motivation vonseiten der Jugendlichen rechnen. Foto: Stefan Sauer

Erklären statt anordnen: So motivieren Ausbilder Lehrlinge

Bonn (dpa/tmn) - Lehrling und Ausbilder müssen sich erst aneinander gewöhnen und einspielen. Nicht immer läuft es von Anfang an reibungslos. Wie man den Azubi besser motiviert und was hinter anhaltender Unzuverlässigkeit stecken kann, dazu hier mehr.

Ausbilder erhöhen die Motivation ihrer Lehrlinge, wenn sie ihnen den Sinn einer Tätigkeit erklären. Das gilt gerade für unliebsame Hilfstätigkeiten. Dies kann zum Beispiel sein, dass Jugendliche Werkzeuge reinigen sollen oder andere vermeintlich langweilige Aufgaben erledigen müssen, erläutert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Denn häufig verstehen Berufsanfänger nicht, dass ihre Aufgabe wichtig ist, um etwa eine hohe Produktqualität zu gewähren. Sie erledigen sie in der Folge schlampig. Statt die Antwort vorzugeben, sollten Ausbilder die Jugendlichen daher fragen, welchen Sinn eine Aufgabe ihrer Meinung nach hat. Auf diesem Weg können sich die Azubis den Zweck selbst erschließen.

Ist der Jugendliche ständig zu spät, fehlt er oder ist nur wenig motiviert, könnte das auch daran liegen, dass er womöglich mit einer Überschuldung kämpft. Häufig wird an diese Möglichkeit jedoch nicht gedacht, berichtet die Zeitschrift "Position". Aber nicht wenige Auszubildende verleitet das erste Gehalt dazu, mehr zu konsumieren, als sie bezahlen können. Sind sie dann erst einmal überschuldet, kommen sie aus der Situation von allein nur schwer wieder heraus.

Gut ist, wenn Ausbilder dem Jugendlichen dann Verständnis signalisieren und ihn ermutigen, eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Denn von sich aus würden die wenigsten Lehrlinge das Thema ansprechen. Schuldnerberatungen sind etwa bei Stadtverwaltungen und Wohlfahrtsverbänden zu finden. Eine seriöse Beratung erkennen Ausbilder daran, dass der Besuch zunächst kostenfrei ist.

Tipps für Ausbilder (pdf-Format)

Haben Auszubildende einen größeren Auftrag abgeschlossen, führen Ausbilder idealerweise ein Abschlussgespräch. Jugendliche sind motivierter, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit anerkannt und gewürdigt wird, erläutert das BIBB. Ausbilder lassen sich am besten die Tätigkeiten und Erfahrungen noch einmal schildern. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche die einzelnen Arbeitsschritte behalten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ständig krank: Kann mein Chef mir kündigen?
Arbeitgeber sehen es gar nicht gerne, wenn Mitarbeiter zu häufig wegen einer Krankheit fehlen. Doch kann der Chef auch krankheitsbedingt kündigen?
Ständig krank: Kann mein Chef mir kündigen?
Dieser Chef gibt Mitarbeitern frei, die verkatert sind 
Abends feiern und am nächsten Tag krank melden? In einer britischen Firma ist das ganz normal. Mitarbeiter bekommen hier "Kater-Tage" - mit einem geheimen Code.
Dieser Chef gibt Mitarbeitern frei, die verkatert sind 
Karrierecoach verrät: Mit diesen Tricks bekommen Sie mehr Gehalt
Schon wieder gähnende Leere auf Ihrem Konto? Dann nehmen Sie sich ein Herz und bitten Ihren Chef um eine Gehaltserhöhung. Diese Tipps helfen Ihnen dabei.
Karrierecoach verrät: Mit diesen Tricks bekommen Sie mehr Gehalt
Doktortitel bleibt beste Voraussetzung für den Aufstieg
Einen schicken neuen MBA oder den guten alten Doktorhut? Wer sich per Titel für höhere Aufgaben empfehlen will, hat die Qual der Wahl. BWLer müssen allerdings genauer …
Doktortitel bleibt beste Voraussetzung für den Aufstieg

Kommentare