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Warum sind so viele Mitarbeiter unglücklich in ihrem Job? Ein ehemaliger Konzernchef enthüllt die Gründe.

Arbeitsklima

Ex-Konzernchef: Warum so viele Mitarbeiter frustriert sind

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Viele Mitarbeiter sind in ihrem Job unglücklich. Ein ehemaliger Konzernchef weiß auch, warum - und gibt Tipps, wie sich die Arbeitswelt ändern muss.

Dr. Rüdiger Fox weiß, wie Unternehmen erfolgreich werden: Als ehemaliger CEO mittlerer und großer Konzerne hat er so manche Firma durch harte Zeiten gesteuert. Jetzt enthüllte er in einem Artikel der Huffington Post, warum Unternehmen immer wieder daran scheitern, ihre Angestellten glücklich zu machen - insbesondere gute Mitarbeiter.

Darum sind Mitarbeiter frustriert

Ein großer Faktor sorgt derzeit bei Mitarbeitern für Frust: Laut rüdiger Fox befürchten viele Menschen, dass sie durch die zunehmende Technisierung bald überflüssig werden. Der erfahrene CEO bringt die ganze Misere auf den Punkt: "Aktuell kursieren immer wieder Begriffe wie 'Industrie 4.0' und 'Digitalisierung'. Und zwar so, als sei beides notwendig, damit wir die nächste Stufe der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erklimmen können. Was aber wirklich nötig ist, wenn sich Unternehmen weiterentwickeln und verbessern wollen, ist: der Mensch." 

Schlechte Mitarbeiterbindung behindert wirtschaftlichen Erfolg

Unternehmen stehen und fallen mit ihren Mitarbeitern. Aber nur 15 Prozent fühlen sich mit ihrer Firma verbunden, wie der Gallup Engagement Index in Deutschland seit Jahren zeigt. Fox sieht darin ein herbe Niederlage für alle Arbeitgeber, denn laut seiner Auffassung trägt eine gute Mitarbeiterbindung entscheidend zum wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmen bei. "Genau dies ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen bereit dazu sind, nicht nur die Vorgaben zu erfüllen, sondern ihre Fähigkeiten in einer Form einzusetzen, wie dies zukünftig für unternehmerischen Erfolg notwendig wird." 

Die dafür notwendige Kreativität, Zusammenarbeit und Selbstverantwortung entstehe bei den Mitarbeitern aber erst dann, wenn sie innerlich dazu motiviert sind. Aber was machen Unternehmen stattdessen? Sie schrauben Zielvorgaben, Belohnungen oder Kontrollen immer weiter nach oben - genau das bewirkt bei Mitarbeitern aber nur wenig. Ganz im Gegenteil: Die bisherigen Führungsmethoden sind pures Gift für die innerliche Motivation, wie Fox findet. 

Unzufriedene Mitarbeiter: Was sich ändern muss

Damit Mitarbeiter in Zukunft weniger frustriert und mehr motiviert sind, hat der Unternehmensexperte folgende Lösungsvorschläge:

  1. Führungskräfte müssen zukünftig den Menschen in den Mittelpunkt stellen, um erfolgreich zu sein. In der Wirtschaft kursiere aber derzeit vor allem das Menschenbild eines egoistischen, rationalen "Homo Economicus".
  2. Neben dem eigentlichen Arbeitsvertrag soll es auch einen "psychischen" Arbeitsvertrag geben, in dem all die gegenseitigen Erwartungen festgehalten werden, die im leistungsorientierten Arbeitsalltag unter den Tisch fallen.
  3. Die Arbeit muss das eigene Leben bereichern - wie es auch bei Freizeitaktivitäten der Fall ist. Nur so sehen die Menschen Sinn in Ihrer Arbeit. 

Menschen werden immer gebraucht werden

So schlimm, wie mancher seine Zukunft in Hinblick auf die Industrie 4.0 sieht, wird es laut Fox sicherlich nicht werden: "Lediglich die Art der Arbeit wird sich verändern: weg von vorgegebenen sogenannten transaktionalen Tätigkeiten wie zum Beispiel Produktionsvorgängen. Von Aufgaben, bei denen die gleiche Tätigkeit sich immer wiederholt. Und hin zu steigenden kognitiven Anforderungen an Kreativität." 

Viel wichtiger, als sich wegen der Digitalisierung Gedanken zu machen, sei es jetzt, frische Ideen für die Mitarbeiterführung im neuen Industriezeitalter zu erarbeiten. Die Vorstellung, dass Menschen nur für Geld arbeiten, reicht eben nicht mehr aus

Von Andrea Stettner

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