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Eine Konkurrenzfirma darf einen Angestellten während der Dienstzeit nur kontaktieren, um einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren. Das hat das OLG Frankfurt entschieden. Foto: Armin Weigel

Erste Kontaktaufnahme erlaubt

Exzessive Abwerbeversuche am Arbeitsplatz verboten

Wie häufig darf eine Konkurrenzfirma einen Mitarbeiter an seinem aktuellen Arbeitsplatz anrufen, um ihn abzuwerben? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Oberlandesgericht Frankfurt.

Frankfurt/Main (dpa) - Im Kampf um neue Mitarbeiter darf nicht jedes Mittel recht sein. So ist es beispielsweise verboten, Angestellte von Konkurrenzfirmen fortgesetzt an ihrem Arbeitsplatz anzurufen.

Das gilt auch für Anrufe auf dem privaten Handy des Umworbenen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil rechtskräftig entschieden hat.

Im konkreten Fall hatte ein Personalvermittler innerhalb von fünf Tagen einen Mitarbeiter sieben Mal auf dessen Handy angerufen und damit nach Ansicht des Gerichts die Betriebsabläufe gestört. Auf Unterlassung geklagt hatte die Firma des Umworbenen.

Zulässig ist nach Ansicht der Richter lediglich eine erste Kontaktaufnahme zur Vereinbarung weiterer Gesprächstermine außerhalb des Arbeitsplatzes. Folgekontakte am Arbeitsplatz seien hingegen unzulässig. Wenn der Beschäftigte über sein privates Handy kontaktiert werde, müsse der Anrufer fragen, ob sein Gesprächspartner am Arbeitsplatz sei.

Mitteilung OLG

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