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Die schönsten Wochen des Jahres werden meist lang im Voraus geplant. Wer Brückentage nutzt, kann Urlaubstage sparen. Doch das Jahr 2015 wird kein sonderlich gutes Jahr dafür. Vor allem die zweite Jahreshälfte gibt kaum etwas her.

Alle Feiertage im Überblick

Urlaub 2015: So nutzen Sie die Brückentage

München - 2015 ist kein besonders gutes Jahr für diejenigen, die mit möglichst vielen Feiertagen als Brückentagen und möglichst wenigen Urlaubstagen das Maximum an arbeitsfreier Zeit herausholen wollen. Gleich drei Feiertage fallen auf einen Samstag.

Update vom 13. Oktober 2015: 2015 war schon kein perfektes Jahr für Brückentage um die Feiertage herum. Auch im kommenden Jahr sieht es nicht unbedingt besser aus. Wir sagen Ihnen deswegen, wie Sie die Brückentage optimal nutzen können.

Für viele Arbeitnehmer ist es eine Art Sport: Sie versuchen, sich frühzeitig möglichst viel freie Zeit unter Einsatz möglichst weniger Urlaubstage zu ergattern. Brückentage lautet das Zauberwort. Doch im kommenden Jahr schaut es nicht allzu gut aus. In Bayern fallen drei Feiertage auf einen Samstag. Ein paar gute Gelegenheit gibt es trotzdem: In der ersten Jahreshälfte etwa finden sich ein paar Fundamente, die zum Brückenbauen genutzt werden können. Die Möglichkeiten im Einzelnen:

Im kommenden Jahr fallen Mariä Himmelfahrt, der Tag der Deutschen Einheit (am 3. Oktober) und der 2. Weihnachtsfeiertag auf Samstage, so dass mit ihnen kein langes Wochenende gebaut werden kann oder wenig Urlaubstage für einen Winterurlaub ausreichen – von einer Fünf-Tage-Woche ausgehend, mit arbeitsfreiem Samstag. Anders als in diesem Jahr: Da liegt der erste Weihnachtsfeiertag nämlich auf einem Donnerstag und der zweite auf einem Freitag. Und dann folgen der Samstag und der Sonntag.

Die Brückentage 2015 zum Jahreswechsel/an Neujahr

Der Neujahrstag ist arbeitnehmerfreundlich. Denn der 1. Januar fällt 2015 auf einen Donnerstag und ist ein guter Brückenpfeiler. Viele werden diesen wohl bereits in den diesjährigen Ski- oder sonstigen Winterurlaub mit eingeplant haben. Insbesondere die Einwohner von Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt können sich mithilfe des Dreikönigstages – in den dortigen Bundesländern fällt der 6. Januar 2015 auf einen Dienstag – und mit zwei Urlaubstagen sechs freie Tage schaffen.

So nutzen Sie die Feiertage an Ostern für mehr Urlaub

Danach geht bis Ostern nichts. Und auch einen vergleichbaren Komfort wie in diesem Jahr, als der Ostermontag und der Tag der Arbeit derart nah beieinander lagen, dass mit nur acht Urlaubstagen 17 Tage frei geräumt werden konnten, suchen die Brückenbauer für 2015 vergeblich. Denn der erste Frühlingsvollmond, an dem sich das christliche Auferstehungsfest orientiert, ist nächstes Jahr zwei Wochen früher als 2014. Somit fällt Karfreitag auf den 3. und Ostermontag auf den 6. April. Soll dieses Osterwochenende mit dem 1. Mai-Feiertag verbunden werden, so müssten 18 Urlaubstage eingetragen werden – dann allerdings für stolze 31 freie Tage.

Die Mai-Feiertage 2015 - und wie sie sich geschickt kombinieren lassen

Im Mai geht was: Wird der 1. Mai 2015 mit Christi Himmelfahrt am 14. Mai und dem darauf folgenden Wochenende verbunden, so reichen neun Urlaubstage, um auf 17 zusammenhängende freie Tage zu kommen. „Verhältnismäßig besser“ ist es, sich zwischen Christi Himmelfahrt (14. Mai) und Pfingstmontag (25. Mai) eine Brücke zu bauen: Mit sechs Urlaubstagen können in Kombination mit den Feiertagen 12 Tage ununterbrochene Auszeit erreicht werden.

Die Brückentage an Fronleichnam

Fronleichnam am 4. Juni ist kein bundeseinheitlicher Feiertag. Er gilt nur in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in einigen weniger katholisch geprägten Gemeinden Sachsens und Thüringens. Wird dort vom 26. Mai bis zum 3. Juni Urlaub beantragt, so sind durch den Einsatz von sieben Urlaubstagen insgesamt 13 freie Tage zu erzielen. Wird auch noch der 5. Juni (ein Freitag) hinzugenommen, so werden es sogar 16 freie Tage. (6; siehe Tabelle unten)

Maue zweite Hälfte - Feiertage fallen drei Mal aufs Wochenende

Normalerweise ergibt sich am 3. Oktober mit dem bundesweiten Tag der Deutschen Einheit wieder eine Möglichkeit für eine Brücke – nicht hingegen 2015. Der 3. Oktober fällt auf einen Samstag. Arbeitgeberfreundlich geht es weiter.

Sowohl der protestantische Reformationstag am 31. Oktober (der im Osten der Republik gefeiert wird) als auch das katholische Allerheiligen am 1. November (in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland) sind im kommenden Jahr keine Werktage, sondern fallen auf das Wochenende.

In der zweiten Jahreshälfte 2015 gibt es für Arbeitnehmer keine richtige Möglichkeit, Freizeitbrücken zu bauen.

Mehr Urlaub an Weihnachten dank Brückentagen

Eine perfekte Konstellation zu Weihnachten gibt es immer dann, wenn die beiden Weihnachtsfeiertage auf Mittwoch und Donnerstag fallen, so dass ein Urlaubstag am 27. Dezember reicht, um mit dem darauffolgenden Wochenende einen fünftägigen Freiraum zu bekommen. Darauf ist bis Dezember 2019 zu warten.

2015 ist es aber noch erträglich. Der erste Weihnachtsfeiertag ist ein Freitag, der zweite am Samstag – aus Arbeitnehmersicht – jedoch verschenkt. Auch hier vorausgesetzt, er wäre ohnehin kein Arbeitstag.

Alle Feiertage/Brückentage 2015 im Überblick

Feiertage Datum Zeitraum Urlaubs-Tage freie Tage Bundesland
Neujahr 31. Dezember/1. Januar (MI/DO) 31. Dezember - 4. Januar 1,5 (1) 5 bundesweit (2)
Ostern 3. April (Karfreitag) bis 6. April (Ostermontag) 28. März bis 12 April 8 16 bundesweit (3)
Tag der Arbeit (4) 1. Mai (FR) 25. April bis 3. Mai 4 9 bundesweit (3)
Christi Himmelfahrt (4) (5) 14. Mai (DO) 9. bis 17. Mai 4 9 bundesweit (7)
Pfingsten (5) 24./25. Mai (SO/MO) 16. bis 25. Juni 5 10 bundesweit (7)
Fronleichnam (6; s.o.) 4. Juni (DO) 30. Mail bis 7. Juni 4 9

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Weihnachten/
Silvester/
Neujahr

24. bis 26. Dezember (DO bis SA) und 31. Dezember/1. Januar (DO/FR)

19. Dezember bis 3. Januar 7 (8; siehe unten) 16 bundesweit

(1) Silvester wird als halber Arbeitstag gerechnet.

(2) Wer in Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt lebt, kann mit einem Urlaubstag mehr den Feiertag an Heilig Drei König (Dienstag) auch noch nutzen und erhält so sieben freie Tage.

(3) Wie oben im Text beschrieben lässt sich Ostern auch mit dem Feiertag am 1. Mai kombinieren. Das kostet zwar 18 Urlaubstage, bringt aber auch 31 freie Tage mit sich.

(4) Alternativ können etwas später auch der Tag der Arbeit mit Christi Himmelfahrt und dem darauffolgenden Wochenende kombiniert werden. Das kostet neun Urlaubstage und bringt 17 freie Tage.

(5) Kombiniert man nur Christi Himmelfahrt mit Pfingsten (einschließlich Pfingstmontag, 25. Mai), erhält man für sechs Urlaubstage zwölf freie Tage.

(7) Das gleiche Ergebnis wie bei (4) erzielt man, wenn man die Brückentage um Christi Himmelfahrt (siehe Tabelle: also ab dem 9. Mai) und Pfingsten (siehe Tabelle: bis zum 25. Juni) kombiniert: Für neun Urlaubstage bekommt man so 17 freie Tage.

(8) Heiligabend und Silvester werden mit je einem halben Urlaubstag gerechnet.

Familie vor Dienstalter: Wer beim Urlaub Vorrang hat

War darf gehen, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig Urlaub haben wollen? Das legt der Arbeitgeber – unter Berücksichtigung der Wünsche der Arbeitnehmer fest. Allgemein gilt: Mütter und Väter schulpflichtiger Kinder haben Vorrang vor Alleinstehenden, weil Eltern auf die Ferienmonate angewiesen sind. Ansonsten können Arbeitnehmer, die länger im Betrieb sind, vor Jüngeren den Vorzug bekommen, es sei denn, wichtige Gründe führten zu einem anderen Ergebnis. Teilzeitkräfte sind Vollzeitkräften in dieser Frage gleichgestellt. Das Bundesurlaubsgesetz spricht nur von „Arbeitnehmern“ – unabhängig von der Arbeitszeit.

Betriebsferien für alle darf ein Arbeitgeber nur anordnen, wenn dies aus betrieblichen Gründen angezeigt ist. In Betrieben mit Fließbändern sind Betriebsferien zum Beispiel an der Tagesordnung. Ist ein Betriebsrat vorhanden, so geht nichts ohne ihn. Natürlich können Betriebsferien auch einvernehmlich festgelegt werden, ohne betrieblichen Hintergrund.

Wenn dringende persönliche Gründe dafür sprechen, kann ein Urlaubstermin vom Arbeitnehmer später geändert werden. Beispiel: Ein naher Angehöriger stirbt.

Der Arbeitgeber darf einen festgelegten Termin nur verschieben, wenn dies aus dringenden betrieblichen Gründen erforderlich ist. Beispiele: Unerwartete Auftragsflut oder Krankheit mehrerer Mitarbeiter. In diesen Fällen hat der Arbeitgeber den Mehraufwand zu tragen, den sein Mitarbeiter wegen der Verschiebung des Urlaubs aufzuwenden hat, etwa Stornogebühren. Wer einmal Urlaub hat, darf vom Arbeitgeber nicht ohne weiteres zurückgerufen werden, selbst dann, wenn dies vorher vereinbart wurde. Allenfalls ein Notfall erlaubt den Urlaubsrückruf.

von Wolfgang Büser

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