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Gehalt im Frauenfußball: Manche brauchen einen Job, um über die Runden zu kommen

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Von: Carina Blumenroth

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Die Fußball-EM der Frauen lockte viele Menschen in Stadion oder vor den Fernseher. Deutschland stand im Finale – was verdienen Profifußballerinnen hier eigentlich?

Im Fußball können horrende Summen verdient werden, zumindest, wenn man sich die Gehälter der Top-Verdiener bei den Männern anschaut – die sind schnell in Millionen-Höhe. Bei den Frauen sieht das allerdings ganz anders aus – teilweise brauchen Spielerinnen noch einen Job, um über die Runden zu kommen.

Geldscheine in der Hosentasche.
Das Gehalt zwischen Frauen- und Männerfußball unterscheidet sich enorm. © Imago

Frauenfußball: „Durchschnittsgehalt weit unter dem Durchschnittseinkommen“

Laut einer Auswertung von Autodoc verdienen Profifußballerinnen durchschnittlich weniger als andere Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, die über ein durchschnittliches Einkommen verfügen: „Auch wenn die Prämien für Länderspiele nun angehoben wurden, liegt das Durchschnittsgehalt in der Frauen-Bundesliga weit unter dem Durchschnittseinkommen der Bundesrepublik. Viele Bundesligaspielerinnen müssen neben dem Fußball noch einem Zweitjob nachgehen, um sich finanziell über Wasser halten zu können.“ Die angesprochenen Prämien bekommen nur die Spielerinnen, die in der Nationalmannschaft spielen – das entspricht für die Final-Teilnahme an der Europameisterschaft 30.000 Euro und sollten sie den Titel gewinnen, gibt es 60.000 Euro Siegesprämie. Das ist ein deutlicher Unterschied zu der Prämie, die im Männerfußball an die Nationalmannschaft ausgeschüttet wird. Die hätte bei einem Gewinn der letzten Europameisterschaft rund 400.000 Euro Siegerprämie erhalten.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff (54) begründet den Unterschied bei den Gehältern laut der Berliner Zeitung folgendermaßen: „Grundsätzlich ist es natürlich so, dass die Einnahmen und Umsätze bei Damen und Herren ganz andere sind.“ Das liege vor allem an geringeren Einschaltquoten und weniger Werbeeinnahmen.

Gehalt im Frauenfußball: „Mindestlohn“ für Erste und Zweite Bundesliga

Nationalspielerin Lina Magull (27, FC Bayern München) fordert, dass der Lohn für Spielerinnen der Ersten und Zweiten Bundesliga angehoben wird. Sie wünscht sich ein monatliches Gehalt von 2.000 bis 3.000 Euro für die Spielerinnen, das erzählte sie in einem Bild-Interview. Sie wolle vor allem, dass alle den Sport professionell ausüben können. Laut Autodoc-Auswertung verdienen Profifußballerinnen der Ersten Bundesliga in Deutschland durchschnittlich 43.670 Euro im Jahr. Dabei muss beachtet werden, dass es einige wenige Fußballerinnen mit einem recht hohen Verdienst gibt und viele weniger verdienen. Ex-Nationalspielerin Inka Grings schildert die Problematik in einem Interview mit der Tagesschau: „Ich finde es bedenklich, dass es in Deutschland immer noch Erstligistinnen gibt, die im Vergleich zu anderen Mannschaften wirklich einen Hungerlohn bekommen und nicht davon leben können.“ Weiter sagt sie, dass der Frauenfußball attraktiver gestaltet werden könnte, wenn dieser in großen Stadien ausgetragen würde, das sei für Fans und Werbepartner ein besserer Anreiz.

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