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Freitag, der 13.? Wer aus Angst vor schwarzen Katzen heute das Haus nicht verlässt, geht ein Risiko ein - jedenfalls, wenn er eigentlich arbeiten müsste.

Aberglaube ist keine Krankheit

Freitag, der 13.: Wer krankfeiert, dem droht Unheil

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Keine zwei Wochen ist das Jahr 2017 alt und schon droht das Unglück – in Form des Freitags, der auf den 13. fällt. Und nun? Krankschreiben lassen?

Zwar versuchen Versicherungen regelmäßig, nervöse Bürger zu beschwichtigen. So zeigen Statistiken etwa der Zurich Versicherungsgruppe, dass am Freitag, den 13. keineswegs mehr Schadensfälle verzeichnet werden als an anderen Tagen.

Doch trockene Fakten scheinen gegen das mulmige Gefühl in der Magengrube nicht zu helfen. Für 82 Prozent der Deutschen steht fest, dass die 13 eine Unglückszahl ist – so zeigt es eine Umfrage der Gothaer Versicherung zum Thema Aberglauben.

Eine Million Deutsche bleiben im Durchschnitt zu Hause

Viele deutsche Arbeitnehmer gehen darum auf Nummer sicher und bleiben gleich zu Hause. Die Zahl der Krankmeldungen, hat die Kaufmännische Krankenkasse herausgefunden, steigt an Freitagen, die auf den 13. fallen, rapide an: Drei bis fünfmal so viele Arbeitnehmer wie im Monatsdurchschnitt lassen sich an dem vermeintlichen Unglückstag krankschreiben. So zeigt es eine Auswertung der Jahre 2006 bis 2008 unter zwei Millionen Versicherten der Kasse. Damit bleiben an Tagen wie heute im Durchschnitt rund eine Million Deutsche zu Hause. 

Wer krankfeiert, riskiert im schlimmsten Fall eine Kündigung

Doch Aberglaube ist kein Krankschreibungsgrund - auch wenn die Angst vor Freitag, dem 13. einen wissenschaftlichen Namen trägt: Paraskavedekatriaphobie. Wer zu Hause bleibt, obwohl es ihm gut geht, geht ein Risiko ein: Hat der Arbeitgeber den Verdacht, ein Mitarbeiter würde nur „krankfeiern“, kann er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit der Begründung zurückweisen, dass es sich um eine Gefälligkeitsbescheinigung handele und daran arbeitsrechtliche Konsequenzen knüpfen – etwa eine Abmahnung. Im Extremfall rechtfertigt die Täuschung sogar eine außerordentliche Kündigung, handelt es sich doch um einen Betrug zu Lasten des Arbeitgebers.

Vortäuschen einer Krankheit ist schwer nachzuweisen - aber nicht unmöglich

Praktisch jedoch ist das Vortäuschen einer Krankheit schwer nachzuweisen. Denn ob ein Arbeitnehmer krank ist oder nicht, entscheidet der behandelnde Arzt – ein Attest von ihm gilt als Beweis, der nur schwer zu erschüttern ist. Arbeitgeber, denen dieser Beweis gelang, mussten etwa einen Detektiv beauftragen oder den medizinischen Dienst einer gesetzlichen Krankenkasse einschalten.

Wer dagegen seiner Pflicht zur Vorlage eines ärztlichen Attests nicht nachkommt, der muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung zurückhält. Bei wiederholten Verstößen gegen die Nachweispflicht im Krankheitsfall droht eine verhaltensbedingte Kündigung. Machen Sie daher bei der Krankmeldung lieber keine Fehler.

Wenn Ihnen beim heutigen Datum also auch ganz komisch wird, riskieren Sie lieber nichts und wagen Sie sich aus dem Haus. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Ihnen nichts Schlimmeres zustoßen, als dass Sie arbeiten müssen.

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