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Freshtorge wird der Stargast auf der IHK jobfit! in München sein.

IHK jobfit!

Freshtorge: "Heute schwieriger, auf YouTube bekannt zu werden"

YouTube-Star und Filmemacher Freshtorge wird Stargast sein auf der IHKjobfit!, der großen Ausbildungsmesse am 26. November 2016 in München.

Freshtorge wird während der IHK jobfit!seinen Werdegang schildern, Autogramme geben und sich für Tausende Selfies zur Verfügung stellen. Außerdem wird ein persönliches Meet & Greet mit ihm verlost. Im Interview vorab verrät der Youtube-Star schon mal einiges zu seinem eigenen Werdegang:

Wie wird man Youtuber?

Freshtorge (lacht): Wenn es da ein Rezept dafür geben würde, wäre das nicht schlecht.

Wie sah denn Ihr Rezept aus?

Freshtorge: Ich hatte ganz viel Glück. 2006, während der Fußball-WM hatte ich schon meinen YouTube-Kanal. Ich habe damals erste Filmchen gemacht – und die nur hochgeladen, weil ich die meinen Freunden zeigen wollte. Dann habe ich gemerkt, dass sich das noch andere anschauen. So kam es zur Idee, mal einen Sketch zu machen. Das der reine Zufall. Zu der Zeit gab es nur zwei oder drei andere YouTuber. Die Leute hatten keine Wahl. Sie mussten mich angucken.

Und heute?

Freshtorge: Heute ist das alles viel schwieriger. Es gibt Tausende Leute, die auf YouTube bekannt werden wollen.

Wie reagieren Sie auf der IHK jobfit, wenn da ein Jugendlicher kommt: „Kein Bock auf Ausbildung. Ich werde gleich Youtuber“?

Freshtorge (lacht): Oh, Gott, nein! Den werde ich mir schnappen. Ich kann dem dann meine Geschichte erzählen: Erst Realschulabschluss und dann habe ich meine Ausbildung angefangen.

Welche?

Freshtorge:Zwei Jahre sozialpädagogischer Assistent und danach habe ich drei Jahre lang Erzieher gelernt. Während dieser Zeit lief es schon ziemlich gut mit meinem YouTube-Kanal, habe da schon Geld verdient. Ich hätte also auch sagen können: Ich wage das jetzt und setze alles auf eine Karte. Mir war es aber wichtig, meine Ausbildung zu Ende zu machen. Ich wollte ein zweites Standbein haben.

Würden Sie das wieder so machen?

IHKjobfit! – Ausbildungsmesse für Schüler

Samstag, 26. November 2016, 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr

MVG Museum München, Ständlerstraße 20, 81549 München*

Infos und Anmeldung unter ihkjobfit.de

Freshtorge: Ja, sicher. Auf YouTube und im Internet da geht alles schnell, da weiß man nie, wann alles vorbei ist. Ich habe deshalb auch nach meinen fünf Jahren Ausbildung noch drei Jahre lang als Erzieher an einer Grundschule gearbeitet. Und, jetzt, vor zwei Monaten war der Punkt erreicht, wo ich mir gesagt habe: Job und Medien – das geht nicht mehr. Aber es ist einfach beruhigend zu wissen, dass man eine Berufsausbildung hat. Der Chef hat mir gesagt: Wenn es mal nicht mehr klappt mit YouTube, kannst Du jederzeit wiederkommen. Wenn man diese Sicherheit im Rücken hat, schläft man ruhiger. Man kann dann alles viel mehr genießen.

Sie plädieren also – ganz bürgerlich – für eine solide Berufsbasis?

Freshtorge:Ja, natürlich. Schulabschluss, Ausbildung. Das gehört einfach dazu.

Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Schule. Was sollte sich für unsere Kinder ändern? Machen Sie doch bitte mal ein paar Vorschläge.

Freshtorge:Uiih, da müsste sich einiges ändern. Ich bin gerne zur Schule gegangen, hatte da eine super Zeit. Aber die Politik sollte endlich handeln. Die Schulklassen müssen deutlich kleiner werden. Das weiß man seit Jahren, passiert ist nichts. Wir haben immer noch Klassen mit 30 Kindern im hallenden Altbau. Es ist die Hölle, da zu unterrichten. In meinem Umfeld sind jetzt noch rumänische Schüler dazu gekommen, die kaum Deutsch sprechen. Die brauchen intensive Betreuung, aber es ist einfach kein Personal da. Und auch die Fächer müssten sich ändern.

Was schlagen Sie vor?

Freshtorge:Warum sollen Schüler heute die tote Sprache Latein lernen? Was nutzt es Zehntklässlern, wenn sie einen Aufsatz in Englisch schreiben müssen? Wir brauchen mehr Bezug zur Lebenswirklichkeit. Wir müssten uns im Unterreicht wieder über ganz banale Dinge wie Umgangsformen unterhalten. Oder ganz praktische Dinge: Wie bezahle ich Rechnungen oder die Miete? Wie mache ich meine Steuererklärung? Ich halte diese Fragen für wichtiger als Infinitesimalrechnung. Ich kann den Frust vieler Schüler verstehen. Wenn ich Dinge lernen muss, die ich im Leben nie wieder brauche, fehlt auch die echte Motivation zum Lernen.

Tragen Sie als YouTuber zur Internetsucht Jugendlicher bei?

Freshtorge:YouTube ist auch nur ein Medium wie Fernsehen oder Radio. Natürlich habe ich mich während der Zeit, als ich als Erzieher an der Grundschule tätig war, gefragt: Verträgt sich das mit den lustigen Sachen, die ich für ältere Jugendliche mache? Aber die Reaktionen von Schülern und Eltern waren sehr positiv. Meine Form der Unterhaltung wird es immer geben. Ich halte es für wichtig, dass die Eltern sich damit beschäftigen, was ihre Kinder sich anschauen. Das sage ich auch als Erzieher: Wir müssen bestimmen, was unsere Kinder im Internet machen. Ich finde es erschreckend, wie viele Eltern es gibt, die keine Ahnung haben, was auf YouTube passiert und was sie da verpassen. Ich werde auf der Straße häufig von Jugendlichen erkannt und angesprochen. Und die Eltern stehen daneben und haben keine Ahnung, wer ich bin. Ich halte das für sehr schade.

Sagen Sie auch das Ende der alten Medien voraus?

Freshtorge:Das Ende nicht. Aber ich denke, dass das klassische Fernsehen verschwinden wird. Wir werden eine Mischform bekommen aus Fernsehen und dem, was wir heute auf YouTube machen. Ich bin mir sicher, dass es feste Programmzeiten nicht mehr geben wird. Das wird von jungen Menschen nicht mehr akzeptiert, dafür gibt es heute ja schon die Mediatheken.

Noch mehr Fragen an Freshtorge? Dann kommen Sie einfach am Samstag, 26.11.2016 zur IHKjobfit! ins MVG Museum! Der YouTube-Star ist den ganzen Tag vor Ort.

Alle Infos zur Messe und Online-Anmeldung unter ihkjobfit.de

*Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Tram 17 Haltestelle Schwanseestraße, Bus 139 und 145 Haltestelle Ständlerstraße

Impressionen der IHK jobfit!

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