+
Zum Start in das Wintersemester herrscht in den Universitätsstädten stets Wohnungsnot. Foto: Holger Hollemann

Für Studienanfänger: Studentenwerke suchen Vermieter

Den Studienplatz ergattert - und schon steht für viele Studenten die nächste Hürde an: nämlich trotz der Wohnungsknappheit ein Zimmer zu finden. Studentenwerke in Niedersachsen starten Kampagnen, um private Vermieter zu finden - auch mit Hilfe von Brötchentüten.

Hannover (dpa) - Kampf gegen den Wohnungsmangel: Mit Hilfe von Kampagnen sollen potenzielle Vermieter in Niedersachsen dazu bewegt werden, Studienanfängern Zimmer anzubieten. Zum Start in das Wintersemester herrscht in den Universitätsstädten stets Wohnungsnot.

Besonders Studienanfänger und ausländische Studierende leiden unter der Knappheit. In Hannover zeichnet sich schon jetzt ein deutliches Defizit an Wohnraum ab - dabei beginnt das Semester erst im Oktober. Die Initiative Wissenschaft will mit der Kampagne "Lasst uns nicht im Regen stehen" Privatvermieter erreichen. Das Ziel: Die Vermieter sollen ausländische Studenten aufnehmen, von denen nach Angaben der Stadt in diesem Jahr rund 5500 nach Hannover ziehen. Ihr Problem: Die Zimmersuche aus dem Ausland ist schwierig, Kontakte in der Stadt sind eher Mangelware. Das Studentenwerk bietet einen kostenlosen Vermittlungsservice an.

Zudem wurde die Region von der Bertelsmann Stiftung als Pilotregion ausgewählt: Hochschulen, Studentenwerk, die Agentur für Arbeit und die Gesellschaft für Bauen und Wohnen entwickeln noch bis zum Jahresende Projekte, die internationalen Studierenden den Start erleichtern sollen.

"Die Zimmer in den Wohnheimen vergeben wir zu 60 Prozent an internationale Studenten", sagte Eberhard Hoffmann vom Studentenwerk. Für diese Studenten sei die Entscheidung, einen Studienplatz anzunehmen, oft abhängig von der Lage auf dem Wohnungsmarkt. Die Verteilung der Zimmer werde erst in den kommenden Wochen vorgenommen, damit jeder die gleiche Chance habe - die Zulassungsverfahren laufen noch. Allerdings kann Hoffmann schon absehen, dass dieses Jahr viele Zimmersuchende enttäuscht werden müssen: Im Juli seien fast 500 Anträge mehr gestellt worden als ein Jahr zuvor.

In Göttingen gibt es besondere Ideen, um Vermieter zu gewinnen: Auf 200 000 Brötchentüten wird für das Projekt "Wohnen für Hilfe" vom Studentenwerk und der Freien Altenarbeit geworben. Studenten und ältere Menschen sollen zusammengeführt werden. Statt um einen reinen Schlafplatz geht es um gegenseitige Hilfe. In Oldenburg hat das Studentenwerk ein neues Portal im Internet geschaffen, wo ausländische Studenten Privatzimmer finden können. Vermieter stellen selbst ihre Angebote ein. "Eine Auswertung, wie oft es zu erfolgreichen Zusammenkünften kommt, können wir daher nicht leisten", erklärt Studentenwerk-Sprecherin Lena Habermann.

Wie viele Studenten in diesem Wintersemester starten, ist noch nicht bekannt. Erste Schätzungen wird es laut Wissenschaftsministerium erst Anfang Oktober geben. Dann werden voraussichtlich noch immer Tausende Studierende ohne Unterkunft sein.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darf der Chef eigentlich mein Gehalt kürzen?
Bei einem beruflichen Tief fürchten viele Mitarbeiter, dass der Chef ihr Gehalt kürzt. Doch dürfen Arbeitgeber einfach so das Gehalt reduzieren? 
Darf der Chef eigentlich mein Gehalt kürzen?
Fehler im Job: So reagieren Profis, wenn sie Mist bauen
Jedem passieren einmal Fehler im Job – selbst den richtig erfolgreichen Menschen. Doch Profis pflegen eine kluge Strategie, um am Ende wieder gut dazustehen.
Fehler im Job: So reagieren Profis, wenn sie Mist bauen
Zahlen-Rätsel: Sind Sie genial genug, um es zu knacken?
Ihr Gehirn hängt gerade auf Halbmast? Kein Problem – mit diesem kniffligen Zahlen-Rätsel kommen die grauen Zellen garantiert wieder in Schwung. 
Zahlen-Rätsel: Sind Sie genial genug, um es zu knacken?
Pflegepersonal verdient unterdurchschnittlich
Überall fehlen Pflegekräfte. Das hat sicher vielfältige Gründe. Doch schon im Gehaltsniveau zeigt sich die geringe Wertschätzung der Pflegeberufe.
Pflegepersonal verdient unterdurchschnittlich

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.