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Hebammen kümmern sich um werdende Mütter und später um ihre Babys. Doch wie hoch ist ihr Gehalt?

Verdienst-Check

Gehalt: Wie viel verdienen eigentlich Hebammen?

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Hebammen unterstützen Schwangere und Mütter rund um die Geburt. Doch verdienen Sie genug? Wir zeigen, wie viel sie in Kliniken, Praxen und als Selbstständige verdienen.

Hebammen üben einen wichtigen Beruf in unserer Gesellschaft aus, denn Sie stehen Schwangeren und Müttern vor, während und nach der Geburt ihres Babys bei. Sie bringen das Kind zur Welt, übernehmen die Nachsorge, wiegen das Neugeborene, erklären die richtige Pflege und helfen bei Stillproblemen. Doch wie hoch ist eigentlich das Gehalt von Hebammen? Verdienen sie genug, um gut davon leben zu können? Schließlich gelten soziale Berufe generell als eher schlecht bezahlt.

Wie viel Gehalt eine Hebamme bzw. ein Entbindungspfleger (so nennt man männliche Hebammen korrekt) erhält, hängt davon ab, ob sie freiberuflich, in einer Praxis oder in einer Einrichtung im öffentlichen Dienst  arbeitet. 

So viel verdienen Hebammen während der Ausbildung

Bei einer Ausbildung im öffentlichen Dienst, können angehende Hebammen je nach Lehrjahr mit folgendem Ausbildungsgehalt rechnen:

Ausbildungsjahr

Monatliches Bruttogehalt

1. Lehrjahr

ca. 980 Euro

2. Lehrjahr

ca. 1040 Euro

3. Lehrjahr

ca. 1140 Euro

Quelle: Ausbildung.de

Gehalt von Hebammen im öffentlichen Dienst 

Wer als Hebamme im öffentlichen Dienst arbeitet, zum Beispiel in einem städtischen Krankenhaus, wird nach Tarif bezahlt. Dieser richtet sich nach der Qualifikation, der Berufserfahrung und dem Bundesland. Hebammen werden in die Gehaltsgruppe "Pflege" eingeordnet und verdienen demnach genauso viel wie Krankenschwestern und Pfleger

  • Berufseinsteiger verdienen etwa 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat.
  • Später kann das Gehalt auf etwa 2.800 Euro brutto ansteigen.
  • Zum Gehalt kommen außerdem noch Zuschläge für Nachtschichten, Sonn- und Feiertagsdienst sowie Überstunden hinzu.

Gehalt von Hebammen in privaten Praxen

Anders als öffentliche Einrichtungen müssen sich private Arbeitgeber nicht an einen Tarif halten. Deshalb verdienen Hebammen in einer Praxis meist weniger Geld als im Krankenhaus. Der gesetzliche Mindestlohn sorgt jedoch dafür, dass angestellte Hebammen mindesten  1.470 Euro brutto monatlich verdienen.

Selbstständige Hebammen: Mehr Gehalt möglich, aber auch mehr Risiko

Wer sich selbstständig machen will, kann mit mehr Gehalt rechnen. Allerdings hängt hier der Verdienst von den Aufträgen ab: Wer mehr arbeitet, verdient auch mehr. Die Leistungen werden nach festgelegten Sätzen der Krankenversicherung vergütet oder die freiberufliche Hebamme rechnet sie privat ab. 

"Anzugeben, wie viel eine freiberufliche Hebamme verdient, ist wahnsinnig schwierig", meint deshalb auch Florian Lanz vom GKV-Spitzenverband gegenüber dem BR. Er kann nur vage Schätzungen abgeben. So bekomme eine freiberufliche Hebamme 

  • für jede Leistung je angefangene halbe Stunde und je Frau 20,70 Euro.
  • Wenn sie in der ersten und zweiten halben Stunde je zwei Frauen betreut, erhält sie einen maximalen Stundenlohn von 82,80 Euro.
  • Bei einer modellhaften Rechnung von einer Frau pro halber Stunde und einer 39-Stunden-Woche, kommen freiberufliche Hebammen so theoretisch auf 6.458,40 Euro im Monat. Davon werden jedoch noch Steuern, Abgaben und Aufwendungen wie etwa die Anfahrt abgezogen. Außerdem gibt es auch Zeiten, in denen keine Frau betreut wird oder die Hebammen administrative Aufgaben erledigen müssen. Das Gehalt kann also auch sehr viel niedriger ausfallen.

Problem: Hohe Abgaben für Berufshaftpflichtversicherung

Das größte Problem von selbstständigen Hebammen sind die hohen Abgaben für die Berufshaftpflichtversicherung, um sich im Schadensfall abzusichern. Die Beiträge dafür sind in den letzten Jahren enorm angestiegen - nicht wenige Hebammen mussten deshalb schon ihren Traumjob aufgeben, weil es sich finanziell einfach nicht mehr gelohnt hat. Laut Tagesschau.de zahlen Hebammen derzeit bis zu 7.639 Euro im Jahr an die Berufshaftpflichtversicherung (Stand: 2017). Ein Profitgeschäft ist der Job als Hebamme also keineswegs.

Mehr zu Gehalt, Gehaltsverhandlung & Co. finden Sie auf unserer Themenseite.

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Von Andrea Stettner

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