Über ihre Gehalt sprechen die Deutschen nicht gerne. (Symbolbild)
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Über ihre Gehalt sprechen die Deutschen nicht gerne. (Symbolbild)

Auch Paare sprechen nicht über ihren Lohn

Gehalt: Sogar Pärchen tauschen sich nicht aus

Laut einer Umfrage sprechen viele Deutsche nicht über ihr Gehalt - auch unter Paaren wird das Thema gemieden.

  • Immer noch wird das Thema Gehalt unter vielen Beschäftigten vermieden.
  • Grund dafür könnte ein weitverbreitetes Gerücht sein.
  • Doch nicht nur unter Kollegen herrscht Verschwiegenheit.

Kaum einer spricht darüber, nachfragen gilt als unhöflich und doch interessiert es einen irgendwie - Das Thema Gehalt ist vielen Menschen unangenehm. Doch nicht nur in Unternehmen sind Gehaltslisten eine Seltenheit - auch unter Mitarbeitern ist es alles andere als normal, die Höhe seines Lohns preiszugeben.

Tabu-Thema Gehalt: Auch Paare sprechen nicht darüber

Eine Umfrage des Online-Stellenportals StepStone unter 12.000 Menschen zeigt: Obwohl 63 Prozent der Befragten angaben, dass sie kein Problem damit hätten über ihr Gehalt zu sprechen * und mehr als die Hälfte am Lohn der anderen interessiert ist, scheint nur ein kleiner Teil von ihnen offen zu sein, wenn es umdas Thema Geld geht. 

So gab lediglich ein Drittel an, mit Freunden über die Höhe des Lohns zu reden - nur 18 Prozent von ihnen mit Kollegen. Auch in Beziehungen wird häufig Stillschweigen über die Einkünfte gewahrt, nur 50 Prozent der Teilnehmer gewähren ihrem Partner demnach Einblicke in den Lohnzettel *.

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Deutsche sind besonders verschwiegen

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Deutschland damit besonders verschwiegen. Wie frühere Studien zeigen, sprechen europaweit etwa 26 Prozent der Arbeitnehmer mit ihren Kollegen über das Gehalt. Grund dafür könnte möglicherweise ein weitverbreitetes Gerücht sein: Viele Angestellte denken, dass Gespräche über den Lohn laut Arbeitsvertrag * verboten sein könnten. Das ist jedoch Quatsch!

Denn solche Verbote sind nicht rechtens. Das geht aus einem vor zehn Jahren gefällten Urteil des Landesarbeitsgerichts Rostock hervor. Darin wurde der Klage eines Beschäftigten rechtgegeben, dass Kollegen sich untereinander über ihre Gehalt austauschen dürfen*.

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Lohntransparenz macht nicht glücklicher

Ob Lohntransparenz zu angemessenen Gehältern führt ist unklar. Fakt ist: Wer weiß, was seine Kollegen verdienen, ist nicht unbedingt glücklicher. So kann es passieren, dass der Vergleich unter Mitarbeitern dazu führt, dass genauer darauf geachtet wird, warum der andere mehr Geld bekommt*. Das kann im schlimmsten Fall zu Neid und Missgunst führen.

Auch zeigen Studien laut der Süddeutschen Zeitung, dass "Besserverdiener" nicht zufriedener sind, wenn sie erfahren, dass sie mehr Lohn für ihre Arbeit erhalten. Menschen in niedrigeren Positionen waren nach dem Vergleich sogar eher unglücklicher als zuvor.

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lkn

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