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Wenn es um das Gehalt von Erziehern geht, sind viele der Meinung, dass es viel zu wenig ist.

Gehaltstabelle

Gehalt: Wie viel verdienen Erzieher in Deutschland?

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Erzieher verdienen viel zu wenig für ihren anstrengenden Job, sagen viele. Doch wie hoch ist ihr Gehalt wirklich? Das erfahren Sie hier.

Jeden Tag vertrauen tausende Eltern den Erziehern ihre Kinder an. Egal ob in der Krippe im Kindergarten oder im Hort: Der Job des Erziehers bringt viel Verantwortung mit sich, schließlich sollen die Kleinen wohlbehütet unterkommen und gefördert werden, wenn die Eltern arbeiten gehen. 

Erzieher haben einen anstrengenden Job

Dass dieser Beruf ganz schön anstrengend sein kann, weiß man: Auf der einen Seite müssen Erzieher Streit schlichten, weinende Kinder trösten, sie wickeln oder mit ihnen Zähne putzen - auf der anderen Seite muss aber auch ein umfassendes Förderprogramm auf die Beine gestellt und der Alltag der Kinder dokumentiert werden. Schließlich sollen die Eltern beim Abholen auch erfahren, was ihr Kind den ganzen Tag gemacht hat. 

Oft ist der Verwaltungsaufwand so riesig, dass die Erzieher in ihrer Freizeit auch noch arbeiten. Das belastet Erzieher psychisch und durchaus auch physisch - etwa, wenn sie beim Basteln auf viel zu kleinen Kinderstühlen sitzen müssen. Aber wird dieser Aufwand auch gerecht bezahlt?

Gehalt: Das verdienen Erzieher im Öffentlichen Dienst

Das Gehalt von Erziehern hängt von der Art der Anstellung ab. Im Öffentlichen Dienst werden Mitarbeiter des Sozial- und Erziehungsdienst nach Tarif (TVöD-SuE) bezahlt.  Demnach verdienen Erzieher als Einstiegsgehalt monatlich rund 2.580 Euro brutto (Entgeltgruppe S 8a). Je nach Berufserfahrung und Qualifikation steigen die Mitarbeiter dann in die nächsthöhere Stufe bzw. Entgeltgruppe auf. 

Kita-Leiter kleinerer Einrichtungen unter 40 Plätzen (Entgeltgruppe S9) verdienen zum Beispiel je nach Berufserfahrung zwischen etwa 2.600 und 4.000 Euro, in großen Einrichtungen ab 180 Plätzen kann das Gehalt auf maximal rund 5.450 Euro ansteigen. 

"Sollte noch keine Berufserfahrung vorliegen, so wird der Beschäftigte der Stufe 1 zugewiesen. Sollte bereits eine Berufserfahrung von einem Jahr vorliegen, so erfolgt eine Einstufung in die Stufe 2. Bei mindestens drei Jahren Berufserfahrung erfolgt die Eingruppierung in die Stufe 3", heißt es dazu auf oeffentlicher-dienst.de.

Aber einen Haken hat das Ganze: "Der Arbeitgeber ist jedoch berechtigt, die Anrechnung der Berufserfahrung im Umfang selbst zu bestimmen", heißt es weiter. Das heißt im Klartext: Der Chef kann die Berufserfahrung auch nur zum Teil oder gar nicht auf die Gehaltsstufe anrechnen. 

Lesen Sie auch: Wer bekommt eigentlich ein 13. Monatsgehalt?

Gehaltstabelle Erzieher: Entgelttabelle des Öffentlichen Dienstes (TVöD SuE) 2017

Wie viel Erzieher und andere Mitarbeiter des Sozial- und Erziehungsdienstes verdienen, sehen Sie in dieser Entgelttabelle des Öffentlichen Dienstes (TVöD SuE):

EG S

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Stufe 4

Stufe 5

Stufe 6

18

3.610,85

3.731,18

4.212,65

4.573,72

5.115,35

5.446,34

17

3.251,68

3.580,74

3.971,91

4.212,65

4.694,07

4.976,93

16 Ü

-

-

3.905,72

4.333,00

4.597,81

4.670,01

16

3.169,89

3.502,52

3.767,30

4.092,27

4.453,35

4.670,01

15

3.053,02

3.370,09

3.610,85

3.887,67

4.333,00

4.525,56

14

3.049,42

3.335,53

3.603,06

3.875,20

4.176,12

4.386,74

13Ü

3.017,97

3.251,68

3.550,65

3.791,35

4.092,27

4.092,27

13

3.017,97

3.251,68

3.550,65

3.791,35

4.092,27

4.242,71

12 Zulage

2.950,34

3.242,48

3.529,13

3.781,88

4.094,83

4.311,07

12

2.950,34

3.242,48

3.529,13

3.781,88

4.094,83

4.227,23

11 Zulage

2.845,81

3.196,36

3.349,24

3.734,39

4.035,30

4.289,20

11b

2.845,81

3.196,36

3.349,24

3.734,39

4.035,30

4.215,84

11a

2.784,27

3.134,84

3.286,73

3.671,01

3.971,91

4.152,45

10

2.767,31

2.970,75

3.150,24

3.481,80

3.759,11

4.024,11

9

2.599,20

2.892,66

3.123,23

3.458,61

3.773,03

4.014,09

8b

2.599,20

2.892,66

3.123,23

3.458,61

3.773,03

4.014,09

8a

2.578,24

2.829,77

3.028,90

3.217,56

3.400,97

3.592,24

7

2.521,33

2.755,05

2.942,03

3.128,98

3.269,22

3.478,44

4

2.369,42

2.632,35

2.795,96

2.906,97

3.012,14

3.175,99

3

2.205,83

2.476,93

2.634,10

2.778,42

2.844,45

2.923,32

2

2.106,31

2.217,34

2.299,13

2.392,62

2.486,09

2.579,59

Quelle: www.oeffentlichen-dienst.de; Tarif gültig gültig vom 1. Februar 2017 bis 28.Februar 2018

Eingruppierung Sozial- und Erziehungsdienst im Öffentlichen Dienst:

Je nach Art der Anstellung und Einrichtung werden Erzieher in folgende Entgeltgruppen eingeteilt:

Entgeltgruppe

Tätigkeit als

S 18

Leiter in Kita (ab 180 Plätze), Leiter in Erziehungsheim

S 17

Leiter in Kita (ab 130 Plätze)

S 16

Leiter in Kita (ab 100 Plätze)

S 15

Leiter in Kita (ab 70 Plätze)

S 14

Sozialarbeiter mit Garantenstellung

S 13

Leiter in Kita (ab 40 Plätze)

S 12

Sozialarbeiter mit schwieriger Tätigkeit

S 11b

Sozialarbeiter

S 11a

Stellvertretende Leitung Behinderteneinrichtung

S 10

nicht besetzt

S 9

Leiter in Kita, Koordinierter Erzieher, Heilpädagoge

S 8b

Erzieher mit schwieriger Tätigkeit

S 8a

Erzieher

S 7

Gruppenleiter in Werkstatt

S 6

nicht besetzt

S 5

nicht besetzt

S 4

Kinderpfleger mit schwieriger Tätigkeit

S 3

Kinderpfleger

S 2

Beschäftigter als Kinderpfleger

Quelle: www.oeffentlichen-dienst.de

Wie viel verdienen Erzieher außerhalb des öffentlichen Dienstes? 

Für Einrichtungen anderer Träger, etwa der Kirche, der Diakonie oder Lebenshilfe, gilt der Tarif des öffentlichen Dienstes zwar nicht, aber deren Löhne (teils mit eigenem Tarif-Vertrag) sind meist daran angelehnt.  

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Tarifvertrag für Beschäftigte der Länder (TV-L), nach dem zum Beispiel Erzieher der Stadt Hamburg oder Berlin bezahlt werden. Dieser Tarif ist niedriger, was häufig zu Streiks führt. 

Gehalt von Erziehern ohne Tariflohn

Trotzdem werden nicht alle Erzieher nach Tarif bezahlt. Rund ein Viertel aller Erzieher sollen nach einer Untersuchung des "Lohnspiegels" in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stuftung von 2014 ohne Tariflohn auskommen - und haben dann meist das Nachsehen. 

"Unsere Daten zeigen einmal mehr, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit Tarifbindung mehr verdienen und häufiger Weihnachts- und Urlaubsgeld erhalten, als dort, wo keine Tarifverträge gelten", erklärt WSI-Experte Dr. Heiner Dribbusch zur Studie. Rund 9% sollen sie gegenüber den Kollegen mit Tariflohn weniger verdienen. Das entspricht etwa 220 Euro. 

Weitere Artikel aus unserer Gehalts-Serie: 

Von Andrea Stettner

Gehalt: Die zehn bestbezahlten Berufe für Angestellte

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Kommentare

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Maria MüllerAntwort
(0)(0)

Vielleicht sollte man die Wertigkeit im Öffentlichen Dienst überdenken.

Erzieherinnen, Krankenschwestern und Pfleger würde ich wesentlich höher bewerten,
als welche die z. B. in einem Bauamt oder Wasser-und Schifffahrtsamt arbeiten.

Ich war im Bausektor tätig im Ö. D.
Wenn man im Ö. D. einen Titel hat, hat man schon gewonnen.
Da kann man noch so faul und unqualifiziert sein,
haften muss man sowieso für nichts.

Wenn ich in einer Kinderkrippe arbeite,
und mein Baby fällt von der Wickelkommode, hab ich ein riesiges Problem,
vor allem für mich sich selbst (Schuldgefühle).

Auch in der Altenpflege, deren Arbeit auch noch eine körperlich
sehr anstrengende Arbeit ist, würde ich die Arbeit viel höher bewerten.

In einer Zeit, wo Dienstleistung immer mehr in den Vordergrund rückt,
und immer mehr (auch schon in meiner Zeit, 1974 bis 2006) an Fremdfirmen vergeben wird,
muss man das Konzept des Öffentlichen Dienstes neu überarbeiten

Ilike
(1)(0)

Alleine bei der Vorstellung mit 3000 Brutto in München auszukommen wird mir schlecht. Bin echt froh was anderes zu machen.

Gegner von Mauschleien
(0)(0)

Die Frage die sich hier stellt, ist diejenige: Was will uns dieser Artikel sagen?
Will man sich auf das Tarifsystem des öffentlichen Dienst hinweisen oder was genau?

Zum einem ist der Tarifsystem an der Inflation gekoppelt, daran wird sein Wachstum beim Entgelt festgelegt. Jeder ist in Deutschland zur freien Berufswahl befähigt. Keiner darf zu einer Arbeit gezwungen werden.
Die Staffelung der Entgeltgruppen, ob nun ein Kinderpfleger (m/w) oder Erzieher (m/w) ist Deutschlandweit einheitlich, So bekommen die Angehörigen nach TV.L stets nach dem Bundesland gezahlt, egal wo man wohnt. Im günstigen Landesteil oder im teuren München. Im Tarifvertrag TVöD wird einheitlich in ganz Deutschland angewendet.
Das die Bezahlung als ungerecht empfunden wird, mag sein. Aber das betrifft alle Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst oder angegliederten Einrichtungen, die nach Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes entlohnt werden.
In München gibt es zur Zeit Brutto jeweils Zulagen, die es woanders auch nicht gibt. Zudem bekommen alle eine Jahressonderzahlung, die in anderen Branchen nicht üblich sind. Auch einen Urlaubsanspruch von 30 Tage bei einer 5 Tage Woche sind auch nicht Standard, sondern ein Teil des Tarifvertrages.Nach Bundesurlaubgesetz besteht ein Anspruch auf 20 Urlaubstage.
Stufenaufstieg garantiert, hat das jeder Arbeitnehmer in Deutschland? Nein.
Die Stufen können anerkannt werden, wenn es derselbe Tarifvertrag ist, also TV-L zu TV-L, muss aber nicht.

Die Ausbildung bis zum fertigen Erzieher dauert 4 Jahre und manchmal 5 Jahre. Wir haben jetzt den Mangel, weil der Beruf an sich wegen dem Entgelt unattraktiv erscheint. Ist es wirklich das Entgelt? Oder sind es die Bedingungen? Bei optimaler Besetzung betreut eine Fachkraft 10 Kinder, maximal 13. Ist dem denn wirklich so? Was kann den Beruf denn attraktiv machen? 5000 € Nettto und wie hoch sollen die Elternbeiträge dann werden?