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In Ostdeutschland verdienen Arbeitnehmer im Durchschnitt 4.900 Euro weniger als im Westen.

Gehaltsunterschiede in Deutschland

Gehalts-Check: In diesen Bundesländern verdienen Angestellte das meiste Geld

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In vielen Regionen Deutschlands haben die Menschen verschiedene Trachten, andere Wörter für das Apfel-Kernhaus - und leider auch unterschiedliche Gehälter.

Auch 29 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands gibt es noch Unterschiede zwischen der ehemaligen DDR und dem Westen. Zum Beispiel die Gehälter. Angestellte im Osten verdienen oft weniger, als sie für dieselbe Arbeit in den westlichen Bundesländern bekommen würden - und arbeiten dabei sogar noch länger.

Arbeiten in Ost-Deutschland: Im Durchschnitt 56 Überstunden - ohne Berlin sogar 61 Stunden

Im Jahr 2018 arbeiteten die Menschen in den alten Bundesländern im Schnitt 1.295 Stunden, schreibt die Karriere-Plattform Business Insider. Im Osten waren es durchschnittlich 56 Stunden mehr. Wenn man Berlin zum Westen zählt, sind es sogar 61 Stunden mehr. Trotzdem ist das Gehalt der Arbeitnehmer in Westdeutschland mit 36.088 Euro im Durchschnitt knapp 4.900 Euro mehr als in Ostdeutschland (31.242 Euro). Diese Zahlen veröffentlichten die Statistischen Ämter von Bund und Ländern, ausgewertet von der Linke-Bundestagsfraktion.

Immer noch bestehen starke Gehaltsdifferenzen zwischen dem Osten und Westen Deutschlands – so beträgt das Gefälle aktuell rund 23,9 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 ist es jedoch um 1,3 Prozentpunkte gesunken.

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Gehalt in Deutschland: Lösungsvorschlag: Tarifbindungen im Osten stärken

Von gleichwertigen Lebensverhältnissen könne hier nicht gesprochen werden, bedauert die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Doch das sei inakzeptabel, so Zimmermann. Um die Gehälter anzugleichen, müsse man die im Osten deutlich schwächeren Tarifbindungen stärken. Die Regeln müssten so gelockert werden, dass Tarifverträge in einer Branche für allgemeinverbindlich erklärt werden könnten. Die Linke fordert außerdem eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro in der Stunde.

Gehälter von Fachkräften aus Ost- und Westdeutschland nach Branchen

Branche für Fachkräfte

Westdeutschland

Ostdeutschland

Differenz

Biotechnologie

63.531€

45.124€

40%

Konsum- und Gebrauchsgüter

72.204€

51.899€

39%

Halbleiter

76.920€

55.399

39%

Metall

49.602€

38.050€

30%

Möbel und Holz

44.318€

34.268€

29%

(Quelle: Gehalt.de, Stand: 2019)

Tatsächlich sei zu erkennen, dass sich die Gehälter zwischen Osten und Westen langsam annähern, sagt die Studie auf Business Insider. Im Jahr 2000 arbeiteten die Ostdeutschen noch 147 Stunden mehr, während es letztes Jahr nur noch 56 Stunden waren. Und 1991 war der Osten sogar noch mehr im Rückstand - mit durchschnittlich 9.201 Euro weniger. 

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Gehalt in Deutschland: Hamburg mit 41.785 Euro an der Spitze

Hamburg bleibt mit 41.785 Euro brutto pro Jahr und Kopf weiterhin an der Spitze der durchschnittlichen Löhne und Gehälter in Deutschland. Auf Platz 2 und 3 folgen Hessen (38.779 Euro) und Baden-Württemberg (37.818 Euro). Das traurige Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit 28.520 Euro. Ebenfalls unter dem bundesweiten Durchschnitt von 35.229 Euro liegen Brandenburg (29.605 Euro) und Thüringen (29.676 Euro). Und was ist der Grund für die großen Unterschiede? Firmen, die gut bezahlen, beeinflussen das durchschnittliche Gehalt in einer Region positiv. Und diese Firmen fehlen im Osten nach wie vor. Die Qualifikation der Arbeiter hat ebenfalls Einfluss.

Der Regionalfaktor zeigt das Lohnniveau im jeweiligen Bundesland im Verhältnis zum Gesamtwert für die Bundesrepublik Deutschland an. Bundesländer mit einem Wert von unter 100 Prozent liegen damit unter dem Bundesdurchschnittsverdienst von 45.000 Euro.

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Jobs werden am häufigsten in Hamburg gesucht

Hamburg verzeichnet außerdem die meisten Suchanfragen für Stellenanzeigen in Deutschland, besagt eine Jobmarkt-Analyse der Karriere-Plattform StepStone.de. Hamburg (13,9 Prozent), Berlin (13,6 Prozent) und München (11,5 Prozent) vereinen fast 40 Prozent des Suchvolumens der Top 30 Städte auf sich. Dahinter folgen Köln (6,6 Prozent), Stuttgart (5,8 Prozent) und Frankfurt am Main (5 Prozent). "Dass die drei größten Städte Deutschlands teilweise doppelt so viele Suchanfragen verzeichnen wie Köln oder Stuttgart, hat auch geografische Gründe", sagt Inga Rottländer, Jobexpertin bei StepStone. "Während sich die Wirtschaftsstandorte in Berlin oder München stark auf das Stadtgebiet zentrieren, sind Städte wie Köln oder Stuttgart stärker von weiteren Ballungszentren umgeben."

Vergleichsweise wenig Suchanfragen gab es für die Städte im Nordrhein-Westfahlen. Das liegt unter Anderem daran, dass es in Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet überdurchschnittlich viele Großstädte auf kleinem Raum gibt und sich Anfragen auf mehrere Städte verteilen. Stattdessen platzieren sich Ulm, Mainz, Kassel, Regensburg, Darmstadt und Lübeck in dem Ranking von StepStone. Besonders bemerkenswert ist, dass Ulm zwar die einwohnerärmste dieser sechs Städte ist, aber dennoch das größte Suchvolumen von ihnen auf sich vereinen kann. Ein Grund dafür ist, dass in Ulm vergleichsweise viele attraktive Unternehmen ihren Standort haben.

Das Ergebnis: In sieben Landeshauptstädten liegt das Durchschnittsgehalt über dem Bundesdurchschnitt. Die restlichen Städte liegen darunter. Am höchsten sind demnach die Gehälter in Stuttgart, gefolgt von München und Düsseldorf. Das Schlusslicht bildet Schwerin. Davor kommen Potsdam und Erfurt.

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Frauen sollten nicht in Wuppertal arbeiten

Und dann gibt es noch immer einen Unterschied zwischen den Geschlechtern in Deutschland. Die beruflich erfolgreichsten Frauen wohnen laut der Online-Plattform Adzuna in Bonn. Hier beträgt ihr durchschnittliches Jahresgehalb 82.000 Euro. Es folgen Hannover mit 80.300 Euro und Essen mit 78.400 Euro Jahreseinkommen.

Männer sind in Mannheim besser bedient: Mit einem Jahreseinkommen von 106.500 Euro sichert sich die Universitätsstadt den ersten Platz des Rankings. Auf Platz 2 und 3 liegen Karlsruhe mit 93.000 Euro und Düsseldorf mit 90.400 Euro.

Den größten Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen kann Wuppertal aufweisen. Den zweifelhaften 1. Platz hat sich die Stadt im Ruhrgebiet mit 29 Prozent höheren Gehältern bei Männern gegenüber Frauen verdient. Auch in den Top-Städten für Männer Mannheim und Karlsruhe ist die Gender Pay Gap mit 29 bis 28 Prozent sehr hoch. Wuppertals Gegenteil ist Essen: Dort verdienen Frauen rund zwei Prozent mehr als Männer und in Bielefeld und Bonn ist die Gender Pay Gap mit rund fünf Prozent Gehaltsunterschied relativ gering.

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vro 

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