+
Die geheime Videoüberwachung am Arbeitsplatz wird ab sofort ausdrücklich verboten.

Ab sofort ausdrücklich untersagt

Geheime Überwachung im Job wird verboten

Berlin - Jahrelang wurde über eine Regelung für die Videoüberwachung am Arbeitsplatz gestritten. Nun hat sich die Koalition offensichtlich geeinigt. Heimliche Aufnahmen werden verboten.

Die heimliche Videoüberwachung am Arbeitsplatz wird nach dem Willen von Union und FDP ausdrücklich verboten. Nach jahrelangem Hin und Her habe sich die schwarz-gelbe Koalition auf entsprechende Regelungen beim Beschäftigtendatenschutz geeinigt, berichteten Experten beider Fraktionen. Die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz teilte am Samstag mit, Grauzonen im geltenden Recht würden mit der Neuregelung beseitigt. Bespitzelungsskandale - wie in der Vergangenheit etwa bei der Bahn, der Telekom und beim Lebensmitteldiscounter Lidl - solle es künftig nicht mehr geben.

Der zuständige Experte der Unionsfraktion, Michael Frieser (CSU), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag): "Eine verdeckte Bespitzelung von Beschäftigten darf es in diesem Land nicht mehr geben." Zuvor hatte er in einer Pressemitteilung angekündigt, das Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz werde noch Anfang dieses Jahres im Bundestag verabschiedet. An diesem Mittwoch steht das Thema zunächst auf der Tagesordnung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Technologie.

Fit im Büro - Tipps für die Gesundheit

Fit im Büro - Tipps für die Gesundheit

Schon im Sommer 2010 hatte das Bundeskabinett den ursprünglichen Gesetzentwurf beschlossen. Nach der ersten Lesung im Februar 2011 lag der Entwurf im Bundestag, ohne dass eine Einigung gefunden wurde. Vor fast einem Jahr hatten Frieser und Piltz schon einmal den bevorstehenden Vollzug gemeldet: "Wir sind im Prinzip durch", zitierte die "Financial Times Deutschland" Frieser im Februar 2012.

Das Gesetz war von Anfang an umstritten: Während die Gewerkschaften den vorgesehenen Schutz der Beschäftigten für nicht ausreichend hielten, sahen die Arbeitgeber ihre Möglichkeiten zur Kriminalitätsbekämpfung zu stark eingeschränkt. So wollte der Einzelhandel in begründeten Verdachtsfällen weiterhin heimliche Aufnahmen machen dürfen.

Die neuen Vorschriften stellen laut "FAZ" jede Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten im Beschäftigungsverhältnis unter einen doppelten Vorbehalt. Sie müsse erforderlich sein, außerdem dürfe kein überwiegendes Interesse des betroffenen Mitarbeiters entgegenstehen. Dies gelte etwa für Fragen im Bewerbungsgespräch oder die Anordnung von Eignungstests oder ärztlichen Untersuchungen.

Die FDP-Expertin Piltz sprach von einem "Mindeststandard für alle Betriebe", der auch durch Betriebsvereinbarungen nicht unterschritten werden dürfe. Verboten sei jedwede Videoüberwachung in Umkleiden, Schlafräumen oder im Sanitärbereich. Auch eine offene Videoüberwachung werde an strikte Vorgaben gebunden und dürfe nicht zur allgemeinen Verhaltens- oder Leistungskontrolle eingesetzt werden. Der CSU-Abgeordnete Frieser hatte betont, auch die Unternehmen würden mit dem Gesetz in die Lage versetzt, nach klaren Regeln Korruption zu bekämpfen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kleine Stühle, großer Lärm: Die fordernde Arbeit in der Kita
Tränen, Streit, Glücksmomente und ständiges Geplapper: Was Erzieher in der Kita jeden Tag an Dramen erleben, würde an den meisten Arbeitsplätzen für ein ganzes Jahr …
Kleine Stühle, großer Lärm: Die fordernde Arbeit in der Kita
Deutsche Hochschulen - Jeder achte Student ist Ausländer
Deutsche Hochschulen haben magnetische Anziehungskraft - angesichts von 2,8 Millionen Studierenden wohl keine Übertreibung. Das gilt auch für Ausländer. Hier wurde …
Deutsche Hochschulen - Jeder achte Student ist Ausländer
Fünf Angewohnheiten, mit denen Sie Ihre Karriere zerstören
Viele Angewohnheiten sind lästig, schaden aber meist niemanden. Im Beruf können Sie sich damit aber schnell ins Abseits befördern, ohne dass Sie es merken.
Fünf Angewohnheiten, mit denen Sie Ihre Karriere zerstören
Wenn Sie den EQ Ihrer Kinder fördern, werden sie erfolgreich
Nicht bei jedem Menschen ist die emotionale Intelligenz übermäßig ausgeprägt. Aber man kann sie trainieren: Je früher, desto besser, wie eine Studie zeigt.
Wenn Sie den EQ Ihrer Kinder fördern, werden sie erfolgreich

Kommentare