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Der Urlaub ist schon genehmigt und der Strand ruft - doch der Vorgesetzte möchte den Urlaub wieder zurücknehmen. Das müssen Arbeitnehmer nicht akzeptieren.

Deutscher Gewerkschaftsbund

Genehmigter Urlaub: Arbeitgeber kann ihn nicht zurücknehmen

Für viele gleicht es einer Katastrophe: Der Chef möchte den bereits genehmigten Urlaub wieder zurücknehmen. Ob und inwiefern sich Mitarbeiter wehren können, erklärt der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Heidelberg - Arbeitnehmer müssen es nicht hinnehmen, wenn sie bereits genehmigten Urlaub wieder zurückgeben sollen. Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer neuen Publikation zum Thema Rechte rund um den Urlaub auf seiner Webseite hin.

Auf die Idee, bereits genehmigten Urlaut zu verweigern, kommt zwar mancher Arbeitgeber, wenn es im Betrieb einen Personalengpass gibt - zum Beispiel aufgrund mehrerer neuer Aufträge. Arbeitsrechtlich ist das nach DGB-Angaben aber nicht erlaubt. Der Arbeitgeber hat vielmehr Vorkehrungen zu treffen, dass solch eine Situation nicht eintritt.

Arbeitnehmer müssen ihren Urlaub selbst dann nicht zurückgeben, wenn der Arbeitgeber ihn von Anfang an nur unter Vorbehalt des Widerrufs genehmigt hat oder wenn beide Seiten eine mögliche Unterbrechung des Urlaubs vereinbart haben.

Mitarbeiter müssen sich rein rechtlich gesehen nicht an solche Vereinbarungen halten, weil diese unzulässig sind, ergänzt Michael Eckert, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied im Vorstand des Deutschen Anwaltvereins in Heidelberg. Die feine Art sei solch ein Verhalten eines Beschäftigten allerdings auch nicht - und im Zweifel wird der Arbeitgeber ihm einen Urlaub unter Vorbehalt auch nicht wieder genehmigen.

dpa/tmn

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