Größtes Pleiterisiko 2013 bei Spediteuren

Hamburg - Spediteure, Druckindustrie, Baugewerbe: Die konjunkturelle Flaute macht diesen Branchen besonders zu schaffen. Das sagt ein Kreditversicherer, der darin hohe Insolvenzgefahr sieht.

Speditionen und Logistikunternehmen haben nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes 2013 das größte Pleiterisiko. Voraussichtlich müssen demnach 22 von 1000 Unternehmen mit einer Insolvenz rechnen. „Zwar hat sich die Insolvenztendenz etwas entspannt. Das Risiko liegt aber immer noch auf einem hohen Niveau“, sagt Euler-Hermes-Chefvolkswirt Romeo Grill im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Auf den Plätzen zwei und drei der Branchen mit dem höchsten Pleiterisiko 2013 liegen laut Grill die Druckindustrie und das Baugewerbe.

Bei den Spediteuren und Logistikern mussten 2012 laut Euler Hermes insgesamt 533 Unternehmen Insolvenz anmelden, knapp 60 weniger als im Jahr zuvor. Für 2013 erwartet Chefvolkswirt Grill angesichts der konjunkturellen Flaute ein ähnlich hohes Niveau. Insgesamt leide die Branche an der Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Investitionen.

Die Branche mit dem zweithöchsten Ausfallrisiko dürfte 2013 demnach die Druckindustrie sein. Hier geht der Kreditversicherer davon aus, dass voraussichtlich 17 von 1000 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. „Die Insolvenzquote ist 2012 rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Für 2013 ist aber kaum Erholung in Sicht“, prognostiziert Grill. „Die Branche hat weiter mit strukturellen Problemen zu kämpfen.“

Mit dem dritthöchsten Pleiterisiko hat laut Euler Hermes das Baugewerbe zu rechnen. Hier müssen sich der Prognose zufolge 13 von 1000 Unternehmen auf eine Insolvenz einstellen. Grill verweist bei diesen Zahlen auf ein zweigeteiltes konjunkturelles Bild: „Die Baukonjunktur profitiert einerseits vom Wohnungsbau und der dahinter stehenden guten Konsumkonjunktur“, so Grill. „Bremsend wirkt dagegen die Zurückhaltung bei den Bauinvestitionen seitens der Unternehmen und der öffentlichen Hand wegen der hohen Sparanstrengungen.“ Insgesamt sei die Insolvenzquote jedoch etwas rückläufig.

In der gesamten deutschen Wirtschaft könnten 2013 laut der Prognose 90 von 1000 Betrieben in Insolvenznot geraten. 2011 mussten nach Grills Angaben 30 099 Unternehmen Insolvenz anmelden, für 2012 geht er von einer etwas geringeren Zahl, nämlich 29 700, aus. Im neuen Jahr dürften die Zahl wieder auf 30 000 steigen. Während in der Industrie und bei den Dienstleistungen mit einer Zunahme der Insolvenzen zu rechnen sei, dürfte es im Handel und am Bau leichte Rückgänge geben.

dpa

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