Gute Auszubildende werden knapp

Berlin - Der Aufschwung verschärft den Mangel an ausbildungsreifen Jugendlichen auf dem Lehrstellenmarkt. Das geht aus einer am Montag vorgestellten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor.

Die Unternehmen wollten in diesem Jahr 40.000 Ausbildungsplätze mehr anbieten, der Verband rechnet mit fünf Prozent mehr Auszubildenden. Immer mehr Betriebe, besonders im Osten, finden nach eigener Auskunft aber keine geeigneten Bewerber mehr. “Die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz sind glänzend“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei der Vorstellung der Umfrage unter 14.000 Unternehmen. Es müssten aber mehr lernschwächere Jugendliche in die betriebliche Ausbildung einbezogen werden. “Denn zur Realität auf dem Ausbildungsmarkt gehört 2011 auch, dass nach wie vor zu viele Jugendliche nicht ausbildungsreif sind“, sagte Wansleben.

Laut der DIHK-Umfrage bewerten die Betriebe die Mathematik- und Deutschkenntnisse der Jugendlichen etwas besser als zuletzt, von einem Durchbruch könne aber nicht die Rede sein. Zunehmend stören sich die Unternehmen aber an Erziehungsdefiziten der Bewerber. So mehren sich seit 2006 fortlaufend die Klagen über mangelnde Disziplin. 2011 stellen 48 Prozent der Unternehmen Disziplinprobleme fest, über mangelnde Belastbarkeit beschweren sich 45 Prozent der Befragten. Wansleben sagte, dabei gehe es um “Erziehungsprobleme, die sich vor allem die Eltern ins Stammbuch schreiben müssen“.

dapd

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