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Bei Hobbys im Lebenslauf hat jeder eine andere Ansicht. Was ist nun richtig?

Bewerbungsfrage

Hobbys im Lebenslauf - immer noch erwünscht oder Schnee von gestern?

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Einst waren Hobbys aus dem Lebenslauf kaum wegzudenken, doch dann folgte eine Zeit, in der die Angaben eher unerwünscht waren. Aber wie sieht es jetzt aus?

Bei der Angabe von Hobbys im Lebenslauf scheiden sich heute die Geister. Während es früher noch gang und gäbe war, seine Freizeitaktivitäten in der Bewerbung zu nennen - inklusive Berufe der Eltern -, wurden die Hobbys im Lebenslauf mit der Zeit altmodisch. Oder handelt es sich hierbei nur um eine falsche Annahme? Experten erklären, ob sich Hobbys in der Bewerbung positiv auswirken.

Hobbys im Lebenslauf: Wie wichtig sind sie wirklich?

Personaler haben für das Sichten von Bewerbungsunterlagen meist nur wenige Minuten Zeit. Die Masse an Post ist einfach zu groß, um jedem Jobsuchenden genügend Zeit zu widmen. Obendrein werden Bewerbungen mit Floskeln oder Rechtschreibfehlern sofort aussortiert. Um den Personaler nicht mit unnötigen Informationen zu langweilen, die mit der Stellenausschreibung und der Arbeitserfahrung nichts zu tun haben, werden deshalb Hobbys zuallererst aus dem Lebenslauf gestrichen. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Viola Hoffmann-Scheuerer, die jahrelang als Personalberaterin bei einem französischen Autokonzern tätig war, weiß, dass der erste Blick immer noch auf die beruflichen Erfahrungen des Bewerbers fällt. Dass Freizeitaktivitäten jedoch völlig unerwünscht sind, stimmt ihrer Meinung nach nicht. Dem Online-Portal Welt erklärt sie, dass Hobbys und Interessen enorm wichtig sind in einer Bewerbung - denn es geht nicht nur darum, einen Mitarbeiter mit benötigen Erfahrungsschatz einzustellen, sondern auch jemanden, der mit seiner Persönlichkeit ins Unternehmen passt. Und auf diese lässt sich am besten durch Hobbys und dergleichen schließen.

Zahlen bestätigen: Hobbys sind für viele Personaler interessant

"Immer häufiger werden sie weggelassen", bedauert die Bewerbungsexpertin. Dabei ergab eine Studie des ifo-Instituts von 2018, dass 47 Prozent der Personaler die Freizeitaktivitäten der Bewerber bei der Entscheidung mit einbeziehen. So assoziieren sie mit bestimmten Hobbys bestimmte Eigenschaften: Mannschaftsport demonstriert Teamfähigkeit, während ein schwieriges Instrument etwas über die Frustrationstoleranz aussagt, wie auch Sven Emmerich, Bewerbungscoach des Portals Karrierehelden findet.

Zudem belegt die Studie, dass Personaler bei Hochschulabsolventen eine Teamsportart als besonders positiv einstufen, während es bei Bewerbern um einen Ausbildungsplatz eher ein soziales Engagement ist, mit dem sie punkten können. Führungskräfte hingegen machen mit Leistungs- und Ausdauersport auf sich aufmerksam - weil diese auf mentale Stärke und Stressresistenz hindeuten.

Als Faustregel gilt für Hoffmann-Scheurer, dass nicht mehr als drei Aktivitäten genannt werden sollten. Sonst wirke es zu unglaubwürdig.

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Achtung, Fettnäpfchen: Hier sollten Sie in puncto Hobbys im Lebenslauf vorsichtig sein

Wer Hobbys nennt, sollte dazu aber auch etwas erzählen können. Bewerber, die "Reisen" oder "Lesen" als Freizeitaktivität angeben, müssen damit rechnen, Fragen zum letzten gelesenen Buch oder zu den Urlaubsorten zu bekommen.

Allerdings ergibt es hin und wieder auch Sinn, bestimmte Hobbys nicht zu erwähnen, wie Emmerich erklärt: "Sie sollten alles weglassen, was gesellschaftlich irgendwie zweifelhaft ist." So machen manche Personaler vielleicht bei Hobbyjägern einen Rückzieher. Auch politisches Engagement sollte nicht erwähnt werden, weil die politische Meinung des Personalers in der Regel nicht bekannt ist - außer bei Stellen, die zum politischen Umfeld gehören. Ebenso schwierig kann es bei Extremsportarten werden, da Personaler Verletzungsausfälle fürchten könnten.

Lesen Sie auch: Mit dieser einfachen Formulierung im Lebenslauf überzeugen Sie sofort jeden Personaler.

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