„Durch die Pandemie neurotischer“

Homeoffice-Formel: So oft sollten Sie pro Woche von daheim aus arbeiten, so ein Arbeitspsychologe

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Sie arbeiten ausschließlich aus dem Homeoffice? Dann sollten Sie wieder öfter ins Büro. Ein Psychologe erklärt, welche Anzahl an Bürotagen als optimal gilt.

Die Corona-Pandemie hat viele von uns ins Homeoffice verbannt. Die Infektionsschutzregeln, zu welchen in vielen Branchen auch das Arbeiten von zuhause aus zählt, wurden in vielen Unternehmen bereits wieder gelockert – dank hoher Impfquoten und Hygienemaßnahmen vor Ort. Sie zählen zu den Glücklichen, die die Heimarbeit mit der Präsenz vor Ort kombinieren? Viele Menschen schätzen die Mischung aus Homeoffice und Büroarbeit. So spart man bei ersterer Option den Arbeitsweg und wird in der Regel weniger schnell abgelenkt von einer Tätigkeit als im Büro. Die Arbeit vor Ort lässt dagegen den persönlichen Austausch mit den Kollegen und Chefs zu, was Missverständnissen vorbeugt.

Hannes Zacher als Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Leipzig hat erforscht, wie sich (die pandemiebedingte) Arbeit im Homeoffice auf die menschliche Psyche auswirkt. Er will die optimale Homeoffice-Formel gefunden haben.

Viele schätzen die Vorteile von Homeoffice. Doch der Gang ins Büro lohnt sich, so Arbeitspsychologe Hannes Zacher.

Wie oft Homeoffice? „Empfohlen wird maximal ein bis zwei Tage in der Woche“

Der Universitätsprofessor begann Ende 2019 damit, fast 1.000 Erwerbstätige zu ihrer physischen und psychischen Gesundheit zu befragen, wie das Portal Wirtschaftswoche informiert. Die Analyse entwickelte sich zur Langzeitstudie, im Rahmen derer die Teilnehmer seit März 2021 monatlich befragt werden. Eines der interessantesten Erkenntnisse bisher: Zu oft sollten Arbeitnehmer ihrer psychischen Gesundheit zuliebe nicht von zuhause aus arbeiten. Auf die Frage danach, wie oft Menschen von daheim aus arbeiten sollten, antwortet Arbeitspsychologe Zacher in der Wirtschaftswoche: „Empfohlen wird maximal ein bis zwei Tage in der Woche. Generell kann man sagen, dass nach ein bis zwei Tagen die Zufriedenheit von Mitarbeitern im Homeoffice abnimmt. Das hat damit zu tun, dass sie auch unproduktiver werden, weil sie leichter abgelenkt sind, und es schwieriger wird mit den Kollegen zu kommunizieren und sich zu koordinieren.“

Zacher zufolge habe die Corona-Pandemie die Menschen „neurotischer, unsicherer und ängstlicher“ gemacht. Die Einschränkungen – auch die Homeoffice-Pflicht – hätten sich auf die Persönlichkeit der Menschen ausgewirkt und ihr Verhalten geändert. Die Ursachen für Neurosen wie Ängste, Phobien und depressive Verstimmungen sind vielfältig. Die Studienteilnehmer von Zachers Homeoffice-Studie klagen vor allem über das Fehlen von Struktur und Kontrolle während der Heimarbeit. (jg)

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