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Auf der IHK jobfit! führt Osman Citir den ganzen Tag durch das umfangreiche Programm.

"Jeder hat Talent"

Comedy-Star Citir über Ausbildung & Motivation Jugendlicher

Motivator und Comedy-Star Osman Citir, bekannt durch Fernsehauftritte im WDR, RTL und RTL2, ist auch Moderator auf der Ausbildungsmesse IHKjobfit! am Samstag, 26.11.2016 im MVG Museum in München.

Mit seinem Programm „Comedy macht Schule“ wendet sich Citir gezielt an Jugendliche. Im Interview mit der IHK München sagt Citir, weshalb er Ausbildung für die beste Karrierebasis hält – und für das ideale Mittel, verborgene Talente zu entdecken.

Wussten Sie mit 16, was Sie mal werden wollen?

Citir: Nein, null, überhaupt nicht. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich irgendwann mal auf der Bühne vor Tausend Leuten stehe und Sender wie RTL, RTL II und WDR mich buchen – ich hätte das nicht geglaubt. Ich habe nicht einmal davon geträumt. Das sage ich auch den Jugendlichen.

Wann haben Sie entdeckt, dass Sie ein Talent für Comedy haben?

IHKjobfit! – Ausbildungsmesse für Schüler

Samstag, 26. November 2016, 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr

MVG Museum München, Ständlerstraße 20, 81549 München*

Infos und Anmeldung unter ihkjobfit.de

Citir:Ich hatte es schon immer, nur war mir das nie bewusst. Ich habe dazu ein Schlüsselerlebnis gebraucht. Das war 2008 auf einer Jubiläumsfeier im Möbelhaus Jäger. Dort machte ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Da kam ein Kollege auf mich zu und sagte: „Hey, Du machst doch immer so gerne Deine Comedy-Show, Du unterhältst die Leute doch so gerne. Du imitierst die Kunden und die Kollegen so gut. Was hältst Du davon, wenn ich Dich jetzt auf die Bühne hole vor allen Kollegen?“

Und Sie haben Ja gesagt?

Citir:Aber klar! Das Problem: Ich stand plötzlich auf der Bühne und wusste nicht, was ich erzählen sollte. Ich habe dann einfach das gemacht, was ich schon immer konnte. Den Chef nachgemacht, einige meiner Kollegen. Am Ende stand ich gut eine Stunde auf der Bühne. Und die Leute haben sich kaputt gelacht. Flaschen sind umgekippt, weil sie auf den Tisch gehauen haben. Und alle hatten richtig Spaß.

Sie auch?

Citir:Natürlich. Ich habe mir gedacht: Wie toll ist das denn? So ein Gefühl hatte ich noch nie. Nach meinem Auftritt kamen alle zu mir und sagten „super, mach was draus. Du hast Talent.“

Und dann wurden Sie Profi…

Citir:Das hat noch ein Jahr gedauert. Erst dann hatte ich den Mut, zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen: Comedy.

Alle Infos zur Messe und Online-Anmeldung unter ihkjobfit.de

Glauben Sie, dass jeder Jugendliche ein besonderes Talent in sich trägt?

Citir:Absolut. Ich sage bei jedem Auftritt: „In Euch stecken Talente, die darauf warten, entdeckt zu werden“. Meine Botschaft: Mach eine Ausbildung. Geh raus aus der Theorie und rein in die Praxis. Da erkennst Du sofort Deine Stärken und Talente. Wenn Du nur im Klassenzimmer sitzt und genau die gleichen Aufgaben löst wie die anderen, wirst Du das nie entdecken.

Man hört häufig die Klage, die heutige Jugend habe wenig Lust auf Engagement und Leistung. Können Sie das bestätigen?

Citir:Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen: Wenn man die Jugendlichen richtig anspricht und motiviert, packen die auch an.

Woher wissen Sie das?

Citir:Ich mache etwa 60 bis 80 Auftritte im Jahr – für einige davon hatte ich einen festen Partner. Ziel war, Jugendliche für die Berufsbildung zu motivieren. Dann hat man mich gestrichen, weil kein Budget mehr da war. Das war sofort spürbar. Zum folgenden Berufsorientierungstag sind noch drei oder vier Schüler hingegangen. Vorher waren es dreißig bis vierzig, die auch fleißig in den Workshops mitgearbeitet hatten.

Wie schaffen Sie es, die Jugendlichen zu motivieren?

Citir:Es ist ganz einfach. Wenn die Jugendlichen begreifen, welche Chancen Ausbildung bietet, gehen die voll motiviert an die Sache ran.

Spüren Sie das auf der Bühne, wenn die Jugendlichen plötzlich Lust auf Ausbildung haben?

Citir: Ja, absolut. Eines der schönsten Erlebnisse hatte ich mit einem blonden Schüler. Der fiel mir auf, weil er so eine ganz krasse Frisur hatte. Ich habe ihn von der Bühne aus direkt angesprochen – und er fühlte sich provoziert. Ich habe während des Auftritts gedacht: Bei dem musst Du vorsichtig sein, nicht das der aggressiv wird. Er hat aber schnell kapiert, dass ich keinen Spaß auf seine Kosten mache. Er ist dann richtig locker geworden. Nach der Show kam seine Lehrerin zu mir und sagte, ich hätte genau den Richtigen erwischt. Zweimal die Schule gewechselt und in der jetzigen Schule zweimal die Klasse, weil er immer gestört hat.

Und dann?

Citir:Jetzt kommt das Spannende: Ein Jahr später hatte ich einen Auftritt bei der IHK Karlsruhe. Nach der Show kam diese Lehrerin zu mir und erzählte, dass dieser schwierige Mann nach meinem Auftritt sein Leben komplett geändert hat. Er machte plötzlich im Unterricht mit, er wurde zum Schulsprecher gewählt. Und er hat sich für Geflüchtete so sehr engagiert, dass er dafür einen Preis von seinem Bürgermeister bekam. So etwas empfinde ich als das schönste Kompliment für meine Arbeit.

Hand aufs Herz: Haben Sie selbst an manchen Tagen einen Durchhänger? Brauchen Sie selbst auch mal Motivation von außen?

Citir:Ja, klar, das geht uns allen doch so. Meine Botschaft ist aber eine andere: Jeder von Euch muss sein eigener Motivator sein. Das gilt auch für mich – auch für dieses Interview. Ich muss da mit Freude rangehen. Sonst wird das nichts.

Sie haben also Tiefs?

Citir:Ja, dann höre ich mir andere Motivationstrainer an – und schaue, was die so machen. Oder ich nutze Hörbücher, um mich selbst zu motivieren.

Wer es nicht auf das Gymnasium schafft, gilt immer noch als Loser. Wie kriegt man das aus den Köpfen der Menschen raus?

Citir:Durch Beispiele wie mich. Ich war selbst auf der Hauptschule, hab dann die Mittlere Reife nachgemacht. Und eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in einem Möbelhaus angefangen – was untypisch ist, die Jungs stehen ja eher auf Computer oder so etwas. Ursprünglich wollte ich das auch, bekam aber vom MediaMarkt eine Absage.

Hat Sie das frustriert?

Citir:Anfangs schon. Aber dann gab es mir noch zusätzlichen Antrieb, mir woanders eine Lehrstelle zu verschaffen. Ich habe in dem bereits erwähnten Möbelhaus in den Ferien ein Praktikum gemacht. Danach waren sie dort von mir überzeugt. Die abgeschlossene Ausbildung hat mir die Gewissheit verschafft: Wenn es mit Comedy nichts wird, kann ich jederzeit zurück in meinen Beruf.

Ihr Tipp lautet folglich: erst Ausbildung, dann schauen, ob als YouTuber etwas geht…

Citir:Absolut. Ich treffe viele Jugendliche, die wissen überhaupt nicht, wo es langgeht. Die sagen, hoffentlich ist das mit der Schule bald vorbei. Wenn ich dann frage, was sie danach planen, antworten sie: eine höhere Schule, dann Abitur und Studium. Auf die Frage‚ was möchtest Du denn studieren höre ich ganz oft: „keine Ahnung“. Das ist doch kein Ziel, das ist Hoffen auf den Zufall.

Wie würde Ihrer Ansicht nach eine vernünftige Lebensplanung aussehen?

Citir:Zuerst eine Ausbildung. Die macht deutlich, wo bei jedem Stärken und Schwächen liegen. Dann hat man plötzlich ein Ziel. Eine Ausbildung ist keine Sackgasse, sondern der erste Schritt zum Erfolg.

Haben die Eltern immer noch einen starken Einfluss auf die Berufswahl Ihrer Kinder?

Citir:Das ist noch extremer geworden. Die Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Die Eltern hören sich dann in ihrem Umfeld um – vor allem bei denen, die in Führungspositionen sitzen. Nur die gel-ten als erfolgreich, alle haben studiert. Das geben die Eltern als Maßstab für den Erfolg ihrer Kinder vor – was Quatsch ist, wenn die Talente ihrer Kinder ganz woanders liegen. Auch die Berufswelt hat sich doch völlig verändert. In einem Betrieb anfangen und bis zur Rente bleiben – das gibt es kaum noch mehr. Heute wechselt man alle fünf Jahre den Job. Eine gute Ausbildung ist die beste Basis dafür.

Wie motivieren Sie die Jugendlichen auf der IHK jobfit!?

Citir: Bei Messen kannst Du keine 90 Minuten Programm machen, da ist immer eine Geräuschkulisse da. Da muss ich noch knackiger sein, die Aussagen mehr auf den Punkt bringen. Auf die Jobfit freue ich mich besonders, weil da der Schwerpunkt meines Auftritts mehr auf Information liegt, weniger auf Comedy. Ich werde Jugendliche noch direkter ansprechen. Das macht das Ganze spannender als mein Programm für die Auftritte in den Schulen.

Du hast noch Fragen an Osman Citir? Dann komm doch am 26.11.2016 zur IHK jobfit! ins MVG Museum. Dort führt der smarte Moderator den ganzen Tag durch das umfangreiche Programm.

Alle Infos zur Messe und Online-Anmeldung unter ihkjobfit.de

*Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Tram 17 Haltestelle Schwanseestraße, Bus 139 und 145 Haltestelle Ständlerstraße

Impressionen der IHK jobfit!

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